Mehr Grün und vielleicht ein Ruhewald
Den Friedhof von Burgkunstadt durch Begrünungen und gestalterische Maßnahmen etwas aufzuwerten, diesem Thema hatte sich ein Arbeitskreis aus der Mitte des Stadtrates angenommen und unterbreitete nun seine Vorschläge.
Den Friedhof von Burgkunstadt durch Begrünungen und gestalterische Maßnahmen etwas aufzuwerten, diesem Thema hatte sich ein Arbeitskreis aus der Mitte des Stadtrates angenommen und unterbreitete nun seine Vorschläge.
Foto: Dieter Radziej
Burgkunstadt – Weichenstellung  Die Aufwertung des städtischen Friedhofes durch Begrünungen und eine naturnahe Gestaltung sowie der weitere Breitbandausbau waren wichtige Themenbereiche im Stadtrat von Burgkunstadt.

Nach einem entsprechenden Antrag des Bürgervereins hatte sich ein Arbeitskreis gegründet – bestehend aus Stadtratsmitgliedern –, der es als wesentliches Anliegen sah, den Friedhof durch Begrünungen und gestalterische Maßnahmen aufzuwerten. Da inzwischen eine Begehung erfolgt war, lagen nun verschiedene Anregungen – etwa oberhalb der Zwillings-Urnenanlage einen Sichtschutz zur Mulde/Geräthalle anzubringen, natürlich entstandene Grünstreifen zu erhalten und größere Flächen mit Lavendel oder Steingartengewächsen zu bepflanzen sowie kleinere Gedenkstätten natürlich zu begrünen. Auch die Schaffung eines Fried- oder Ruhewaldes mit der Möglichkeit, neben Erdurnengrabstellen auch Wasserurnen anzubieten und die durch Begrünung geschaffenen größeren Freiflächen mit Sitzgelegenheiten aufzuwerten, böte sich an.

Bei der ebenfalls erforderlichen Sanierung des Kriegerdenkmals kam von der Verwaltung der Vorschlag, hierfür vielleicht die zweckgebundenen Spendengelder von der Auflösung des Vereins für ambulante Krankenpflege mit einzubeziehen. Bei alledem gab es in der Stadtratssitzung eine Vielzahl von Wortmeldung, die diese vom Arbeitskreis erarbeiteten Vorschläge durchwegs als positiv sahen, wobei allerdings auch die Frage auftauchte, wer diese Pflegemaßnahmen übernehmen und letztendlich bezahlt wird. So ganz gravierend sah Stadtrat Thomas Müller (Bürgerverein) dies nicht, denn es gebe ja mittlerweile gute Beispiele für pflegeleichtere Bepflanzungen.

Stadträtin Katrin Weißmann (CSU) regte noch an, auch mit der Firma Lenke zu sprechen, der die Friedhofspflege obliegt. Letztendlich wurde die Verwaltung beauftragt, die vom Arbeitskreis erarbeiteten Lösungen entsprechenden umzusetzen und die damit verbundenen Zusatzkosten bei der Firma Lenke zu erfragen.

Glasfaser in aller Munde

Zur Stadtratssitzung konnte Erste Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) Siegbert Reuther (Beratungsbüro Reuther-Net-Consulting) begrüßen, der über die Ergebnisse der Markterkundung berichtete. Dieses Thema wurde von der Verwaltung und den Ratsmitgliedern als wichtig empfunden, nachdem es eine hohe Förderquote für Breitbandnetz in Bayern gibt und andererseits sukzessive die bestehenden Kupferkabel durch neue Glasfasernetzwerktechnologie ersetzt werden. Reuther zeigt dabei auf, unter welchen Voraussetzungen von der öffentlichen Hand Zuwendungen zu erwarten seien, wenn die Privatanschlüsse und gewerblichen Anschlüsse erneuert werden würden.

Auch mögliche Partner beim Aufbau neuer Versorgungsnetze kamen dabei zur Sprache, wobei Stadtrat Günter Knorr (CSU) anregte, ob nicht die Stadt Burgkunstadt selbst ein Netzwerk aufbauen lassen und dieses dann in kommunaler Hand behalten sollte, zumal dies auch schon in anderen Städten und Gemeinden so erfolgreich praktiziert werde. Daher erhielt die Verwaltung den Auftrag, die weitere Vorgehensweise mit dem Büro Reuther-Net-Consulting abzustimmen, entsprechende Vorschläge auszuarbeiten und dann nochmals dem Stadtrat zur eigentlichen Beschlussfassung vorzulegen.

Ein Antrag der Freien Wähler von Burgkunstadt, den Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfigen begründete, hatte die Einrichtung einer Orts-App in Burgkunstadt zum Inhalt. Hierbei stellte allerdings Bürgermeisterin Christine Frieß die Frage, welchen „Mehrwert“ eine derartige Orts-App mit sich bringen könnte. Denn die Bürgerschaft erhalte monatlich das Mitteilungsblatt der Stadt, und aktuelle Themen würden grundsätzlich zeitnah auf der Homepage veröffentlicht sowie in den Tageszeitungen publiziert; im Landkreis Lichtenfels verwende bislang keine Kommune eine derartige App, ergänzte die Bürgermeisterin.

Aktuell und alle informieren

Aktuell nutzten derzeit auch nur fünf Vereine die Möglichkeit, ihre Termine auf der städtischen Homepage eintragen zu lassen. Dies zusätzlichen Aufgaben müssten von der Stadtverwaltung übernommen werden, die ohnehin ausgelastet sei, und andererseits könne auch nicht darüber hinweggesehen werden, so Frieß, dass man dabei von jährlichen Kosten von rund 7000 Euro ausgehen müsste.

Während Dieter Schmiedel für die SPD diesen Vorschlag aus Kostengründen rundweg ablehnte, bat Katrin Weißmann (CSU) zu bedenken, dass es wenig sinnvoll erscheine, wenn zur Verbreitung von Inhalten gleichzeitig mehrere Medien genutzt werden. Günter Knorr (CSU) sah unabhängig davon erst den Anfang mit neuen Informationsmöglichkeiten, wogegen Andreas Will (Freie Wähler) in diesem Zusammenhang auf einen Generationswechsel verwies.

Zu alledem formulierten die Grünen ihren Änderungsantrag. Bernarda Callens verwies darauf, dass das Amtsblatt, die Webseite der Stadt und die Tageszeitungen als Informationsquelle sehr wohl geeignet seien, allerdings nur für bestimmte Personenkreise. Andere Gruppen von Bürgern, etwa die Jugend, würden davon weniger oder überhaupt nicht angesprochen. Die Verwaltung sollte daher damit betraut werden – was dann auch die Zustimmung vieler Ratsmitglieder aus anderen Fraktionen fand –, Möglichkeiten zu untersuchen, um aktuelle Informationen und Themen tagesaktuell herauszugeben.

Laut Callens würden sich auch die gängigen und kostenlosen Online-Dienste durchaus eignen, um mit ihnen eine größeren Reichweite zu erzielen und einen umfassenderen Personenkreis zu erreichen. Die entsprechenden Anregungen, sicherte Bürgermeisterin Christine Frieß zu, werde die Verwaltung weiterverfolgen.

Schließlich ging es um die Marktgebühren am Weihnachtsmarkt in Burgkunstadt, wobei der Antrag des Bürgervereins, der Freien Wähler und der Grünen, die sich für einen Verzicht bei der Erhebung von Marktgebühren ausgesprochen hatten, die vollinhaltliche Unterstützung fand. Ergänzend bat Stadträtin Ingrid Kohles (Freie Wähler), rechtzeitig die Terminfestlegung des Weihnachtsmarktes bekannt zu machen.