Kunst
Reise der „Nachfolge“ endet am Donnerstag auf dem Strössendorfer Friedhof
Seit 36 Jahren beschäftigt sich Ernst Müller handwerklich-kreativ mit dem Naturstoff Holz. Viele schöne Kunstwerke sind dabei entstanden.
Seit 36 Jahren beschäftigt sich Ernst Müller handwerklich-kreativ mit dem Naturstoff Holz. Viele schöne Kunstwerke sind dabei entstanden.
Foto: Bernd Kleinert
Altenkunstadt – „In der Nachfolge“ lautet der Titel des vom Altenkunstadter Hobbykünstler Ernst Müller geschaffenen Figurenensembles, das sieben Jahre lang in den eva...

„In der Nachfolge“ lautet der Titel des vom Altenkunstadter Hobbykünstler Ernst Müller geschaffenen Figurenensembles, das sieben Jahre lang in den evangelischen Dekanaten Michelau und Kulmbach unterwegs war. Die fünf Holzplastiken wurden in Kirchen aufgestellt und von vielen Gläubigen bewundert. Jetzt geht diese Reise zu Ende. Auf dem Friedhof der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Strössendorf sollen die „Nachfolger“ ein neues Zuhause finden. Im Rahmen einer Andacht am Donnerstag, 29. Juli, werden die Kunstwerke vorgestellt.

Der malerische 325-Seelen-Ort am Main dürfte den „Nachfolgern“ nicht gänzlich fremd sein. Auf ihrer „Wanderung“ durch die Region waren sie im Herbst 2017 schon einmal hier zu Gast und konnten drei Wochen lang in der Kirche Sankt Katharina besichtigt werden. Der Naturstoff Holz hat es Ernst Müller angetan. Der 75-Jährige versteht sich jedoch weniger als Holzschnitzer denn als Holzformer: „Ich bringe Dinge und Material in Form, gebe ihnen Gestalt.“ Mit dem „Medium Holz“ versucht er aber auch, seine eigenen Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Und das bereits seit 36 Jahren. Faszinierend und aussagekräftig sind seine Kreationen.

Mit seinem handwerklichen Schaffen hat sich der vielseitige Hobbykünstler in ganz Oberfranken einen Namen gemacht. Skulpturen aus seiner Werkstatt stellte der Altenkunstadter im Park von Schloss Gereuth im Landkreis Haßberge, auf Gut Sendelbach bei Ebern und im „Garten der Besinnung“ in Gemünda im Landkreis Coburg aus.

Auf Texten aus dem Markus-Evangelium basiert die fünfteilige Gruppe „In der Nachfolge“, die Müller 2013 fertiggestellt hat. Erstmals ausgestellt wurde sie ein Jahr später aus Anlass der 1200-Jahr-Feier der katholischen Pfarrei Altenkunstadt. Aber was hat den „kreativen Holzformer“ dazu inspiriert? „Nicht zuletzt war es meine eigene Lebensgeschichte als Gemeindeglied, Kirchenvorsteher, Vertrauensmann des Kirchenvorstands und Mitglied des Dekanatsausschusses“, erzählt der Altenkunstadter. Seiner Ansicht nach könne man angesichts der Hierarchie in den großen Volkskirchen den Eindruck gewinnen, dass die Nähe zu Gott mit dem Titel und der Funktion zunehme. „Tatsache ist meines Erachtens jedoch, dass jeder Mensch sich in der Nachfolge befinden kann“, erklärt der engagierte Christ. Folglich bedürfe es weder eines besonderen Ansehens noch Aussehens, um ein Nachfolger zu sein. „Und aus eben diesem Grund habe ich die Figuren so unterschiedlich ausformuliert.“

Die Skulpturengruppe „In der Nachfolge“ wird an der Aussegnungshalle des Strössendorfer Friedhofs aufgestellt. „Für mich ist das auch deshalb ein geeigneter Ort, weil es hier um den Abschied aus der Diesseitigkeit geht“, erläutert Müller. Vor der Aussegnungshalle findet am Donnerstag auch die Andacht mit Vorstellung der „Nachfolger“ statt. Sie wird von Pfarrerin Bettina Beck gestaltet und vom Strössendorfer Posaunenchor unter Leitung von Pfarrer Rudolf Ranzenberger musikalisch umrahmt. Die besinnliche Stunde, zu der alle Gemeindeglieder eingeladen sind, beginnt um 19.30 Uhr. bkl