Sekretär bei drei Pfarrern und 13 Kaplänen
Alfred Bernhardt an seinem Arbeitsplatz im Pfarrbüro
Alfred Bernhardt an seinem Arbeitsplatz im Pfarrbüro
Foto: Alfred Thieret
Lichtenfels – Alfred Bernhardt geht nach 45 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand.

Nach 45-jähriger Dienstzeit als Pfarrsekretär der Pfarrei "Unsere liebe Frau" geht Alfred Bernhardt zum 1. April in den wohlverdienten Ruhestand. Der Marktzeulner übernahm direkt im Anschluss an seine Berufsausbildung als Industriekaufmann im Alter von 18 Jahren die Stelle des Pfarrsekretärs unter dem damaligen Pfarrer Rudolf Höfinger, was zunächst naturgemäß nicht einfach war.

"Mein jugendliches Alter war sicher für manche Ältere in der Gemeinde nur schwer zu akzeptieren, aber mit Gottes Hilfe habe ich diese Zeit gemeistert", stellte Bernhardt rückblickend fest. Zunächst musste er sich in sein neues Aufgabengebiet einarbeiten, wobei der Dienstbereich damals bis 1984 nicht nur das ganze Dekanat Lichtenfels umfasste, sondern auch weitere umliegende Pfarreien mitbetreut werden mussten. Neben den üblichen Büroarbeiten, die in einer Pfarrei anfallen, war Alfred Bernhardt auch in eine Reihe von sich ergebenden Sonderaufgaben involviert. So galt es die damals ins Leben gerufenen großen Dekanatswallfahrten mit 500 bis 600 Teilnehmern, die in Sonderzügen unterwegs waren, zu organisieren. Auch die im Verlauf der Jahrzehnte zahlreichen baulichen Veränderungen hatte er verwaltungstechnisch mitzubetreuen, so unter anderem die Renovierungen der Stadtpfarrkirche, des Pfarrhauses, des Jugendheims, verschiedener Kapellen, die komplette Um- und Neugestaltung des Kirchplatzes sowie der Neubau des Pfarrzentrums St. Marien.

Eine Vielzahl von Aufgaben

Ein herausragendes Ereignis war insbesondere der Bau des Pfarrzentrums Heilige Familie mit der dazugehörenden Kirche, die am 30. November 1980 eingeweiht wurde. In krankheits- oder urlaubsbedingter Abwesenheit des Pfarrers habe er in den verschiedenen Schulen, wie Berufsschule, Wirtschaftsschule Korbfachschule und Hauptschule den Religionsunterricht übernommen, wobei er diesen durch den Einsatz technischer Unterrichtsmittel wie Filme oder Lichtbilder zur Freude der Schüler recht lebendig gestaltete. Bei allen Beerdigungen assistierte er zudem Pfarrer Höfinger und betreute die Ministranten. "Nach dem Tod von Dekan Höfinger 1984, unter dem ich acht Jahre arbeitete, leitete ich während der ganzen 22-jährigen Amtszeit von Pfarrer Alfred Bayer das Pfarrbüro und weiter ab 2006 rund 14 Jahre unter meinem jetzigen Chef, Pfarrer Roland Neher", machte Alfred Bernhardt deutlich. War er in seiner ganzen Dienstzeit lediglich bei drei Pfarrern tätig, so lernte er in dieser Zeit gleich 13 Kapläne kennen, nämlich Wolfgang Secknus, Bernhard Simon (1977-82), Hans Lyer (1982-86), Erhard Schupp, Rainer Denkler, Hubert Treske, Stefan Beißer, Mathew Anchil, Josef Renner, Günther Seel, Michael Dotzauer (2001-2005), Stefan Fleischmann (2005-2007) und Markus Goller (2007-2009) sowie noch weitere Geistliche und Gastpriester.

Alfred Bernhardt betreute am Anfang seiner Dienstzeit auch die 16- bis 18-jährigen Jungen aus der Pfarrjugend und zahlreiche Zivildienstleistende. Gerne erinnert er sich ebenfalls an die Gestaltung der Begegnungstage einer 100-köpfigen Jugendgruppe aus der südfranzösischen Diözese Rodez mit Jugendlichen aus den Lichtenfelser Pfarreien anlässlich des XX. Weltjugendtages 2005 zusammen mit Kaplan Michael Dotzauer. Sehr wichtig war für ihn, dass er unter Pfarrer Bayer und Pfarrer Neher Wortgottesdienste halten durfte und auch weiterhin halten kann, vor allem bei Feuerwehrfesten aus Anlass von Fahrzeugsegnungen oder zum Florianstag.

In Erinnerung blieb ihm auch ein gelungener Ausflug mit Pfarrer Bayer und den Schulschwestern nach Schwäbisch Hall im Jahr 1997. Alfred Bernhardt setzte sich immer bereitwillig für hilfsbedürftige Menschen ein. So begleitete er während des Bosnienkrieges nicht ungefährliche Hilfstransporte nach Bosnien oder auch während des Kalten Krieges nach Polen. Eine wichtige Aufgabe erfüllt er auch seit 2000 als ehrenamtlicher Notfallseelsorger für Feuerwehr und Rettungsdienst. Alfred Bernhardt hat sich zudem drei Amtsperioden lang als Pfarrgemeinderat der Stadtpfarrei engagiert, nachdem er vorher bereits 28 Jahre lang Pfarrgemeinderatsmitglied seiner Heimatpfarrei Marktzeuln war.

In seinem Heimatort gehört er als aktives Mitglied der Feuerwehr an, er war zwei Perioden Jugendschöffe am Amtsgericht und betätigte sich jahrelang an den Sonntagen als Kommunionhelfer im Klinikum und brachte zudem die Kommunion zu einigen älteren Leuten in Marktzeuln ins Haus. Als Pfarrsekretär geht Alfred Bernhardt nun zwar in den Ruhestand, als Kreisfeuerwehrseelsorger steht er aber weiter gerne zur Verfügung.