Aufführung
Shakespeare: Ein Loblied auf die Liebe – oder auf die Suche danach?
Zur „lustigen Unterhaltung„  der Zuschauer sterben bei der Theateraufführung der Handwerker gleich zwei der Hauptpersonen sehr dramatisch.
Zur „lustigen Unterhaltung„  der Zuschauer sterben bei der Theateraufführung der Handwerker gleich zwei der Hauptpersonen sehr dramatisch.
Foto: Monika Schütz
Bad Staffelstein – Es war beeindruckend, was der Fränkische Theatersommer Landesbühne Oberfranken auf die Beine gestellt hatte. Auf einer doppelt so großen Bühne, die fü...

Es war beeindruckend, was der Fränkische Theatersommer Landesbühne Oberfranken auf die Beine gestellt hatte. Auf einer doppelt so großen Bühne, die fünf Spielebenen gleichzeitig darstellte, führten 16 Schauspieler, unter ihnen auch Intendant Jan Burdinski, einen Klassiker der Weltliteratur auf. William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, eine Komödie aus dem späten Mittelalter, hat auch rund 430 Jahre nach der Erstaufführung nichts von ihrer Faszination verloren. Liebe, Intrige, Fäden spinnen – diese Themen sind zeitlos und reizvoll zugleich.

Mit bangem Blick auf den Himmel und einer großer Portion Optimismus hoffte Jutta Rauter von der Büroleitung auf trockenes Wetter bei der gut zweistündigen Aufführung. Die gut 120 Zuschauer, die ihre Tickets teils im Vorverkauf, teils kurzfristig an der Abendkasse erworben hatten, wären dennoch gut vorbereitet gewesen. Sitzkissen, eine leichte Decke, Jacke und auch ein kleiner Schirm lagen bei etlichen „Stamm-Gästen“ bereit, um dieses für Bad Staffelstein einmalige Vergnügen nicht zu schmälern. Doch es blieb trocken und freundlich. Nicht gerade freundlich ging es dagegen im Stück selbst zu: Da suchten die Elfen aus dem Zauberwald nahe Athen mit ihrem Kobold Puck stets nach neuen Opfern für ihre „Späße“ und ein Aristokrat, der Herzog Theseus von Athen, sollte ein Liebespaar auseinanderbringen. Der Vater der Braut Hermia hatte sich nämlich einen ganz anderen Schwiegersohn vorgestellt.

Blöderweise wird dieser von wieder einer ganz anderen Frau angebetet. Und dann sind da noch die sechs Handwerker, die zwar tüchtig und loyal sind, deren IQ aber fast nicht mehr messbar ist.

Sie proben eine kleine Aufführung zu Ehren des Herrscherpaars. Den Handwerkern verpasste der Fränkische Theatersommer einen fränkischen Dialekt und sorgte damit für richtige Begeisterung bei den Zuschauern.

Ein Suchen, Verlieren und Finden

Währenddessen suchen und verlieren sich vier junge Liebende im Zauberwald, es gibt dramatische Szenen, in denen die ehemaligen Freude zu Rivalen werden und aufeinander losgehen.  Die Pärchen ahnen nicht, dass im Wald, von dem sie sich zunächst Zuflucht versprochen hatten, einige Naturgeister ihren Schabernack mit ihnen treiben. Schicksal-spielende „Person“ ist der Kobold Puck, der mit dem Saft seiner Zauberblume die Sinne verwirren kann.

Den derb-komischen Handwerkern ergeht es zum Vergnügen der Zuschauer nicht viel besser. Obwohl die Bühnengesellschaft in Shakespeares Komödie aus vier Gruppen besteht – dem Herrscherpaar, den Liebenden, den Elfen und den Handwerkern – blieben dank grandioser Spielkunst und großartiger Inzenierung alle Zusammenhänge transparent und übersichtlich. Schließlich beruhigen sich die Naturgeister wieder.

Es kommt zusammen, was zusammengehört. Das Publikum bedankte sich für diese großartige Aufführung mit viel Applaus.