Nachruf
Vierzehnheiligen wird Erwin Horn immer in bester Erinnerung halten
Erwin Horn verstarb im Alter von 88 Jahren.
Erwin Horn verstarb im Alter von 88 Jahren.
Foto: gkle
Bad Staffelstein – In der vergangenen Woche verstarb der ehemalige Basilikamesner Erwin Horn im Alter von 88 Jahren. Sein ganzes Leben drehte sich maßgeblich um die Basi...

In der vergangenen Woche verstarb der ehemalige Basilikamesner Erwin Horn im Alter von 88 Jahren. Sein ganzes Leben drehte sich maßgeblich um die Basilika und seine Familie.

Im Oktober 1961 heiratete der Wolfsdorfer Erwin im „fränkischen Bethlehem“ seine aus Uetzing stammende Bärbel, geborene Schramm. Aus der glücklichen Ehe gingen vier Kinder hervor, die ihm sieben Enkel und drei Urenkel schenkten. Im vergangenen Jahr konnte das Ehepaar Horn das diamantene Ehejubiläum auf dem „heiligen Berg“ feiern. In all den 60 Jahren stand seine Frau ihm stets hilfreich zur Seite und unterstützte ihn, wo sie konnte.

Erwin Horn wurde am 16. Dezember 1933 geboren und wuchs als jüngstes von acht Kindern in einer Großfamilie auf. Bereits im Alter von neun Jahren wurde er Ministrant in der Basilika und diente dort bei den Gottesdiensten sowie den Andachten. Dabei schaute er dem Mesner Michel Stengel interessiert über die Schulter und half ihm immer wieder in der Sakristei und im Klostergarten. Schon bald bat man ihn, in der Basilika als Mesner zur Verfügung zu stehen, was er aber aus Liebe zu seiner Frau und aus Rücksicht auf seine junge Familie zunächst ablehnte.

Mesner mit Herzblut

Erwin Horn arbeitete zuerst in der Lichtenfelser Striwa und später beim Bauunternehmen Schramm in Staffelstein. 1974 bot sich ihm die Gelegenheit, die Stelle als Mesner in Vierzehnheiligen anzunehmen. Diese „Berufung“ übte er 22 Jahre bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 mit viel Herzblut aus. In seiner Amtszeit fiel die große Renovierung der Basilika unter Pater Dominik Lutz. Mit seinem Moped fuhr Erwin Horn bei jedem Wetter den Berg hinauf. Den zahlreichen Basilika-Ministranten, die der Verstorbene alle für ihren Dienst ausbildete, wurde er ein väterlicher Freund.

Erwin Horn war ein besonderer Glockenfreund, hatte er als Ministrant und Mesner die Glocken vor Jahren noch selber per Hand geläutet. Besonders die beiden großen Glocken, die Georgs- und Blasius-Glocke, hatten es ihm angetan. So war es ihm eine besondere Freude, dass er in Begleitung von Georg Hagel, als die Fassade der Basilika eingerüstet war, in den letzten Monaten seines Lebens mit dem Aufzug noch einmal in den Glockenturm durfte. Auch den Blasebalg der alten Orgel hatte er früher getreten, bevor 1999 die neue Rieger-Orgel eingebaut wurde.

Bei Pilgern wohlbekannt

Über die Jahre hatte sich zu bestimmten Wallfahrtsgruppen, die durch Wolfsdorf zogen, eine innige Freundschaft entwickelt. Diese wussten schon, dass Erwin und seine Familie den Pilgern gegenüber immer gastfreundlich waren. Daher ist es verständlich, dass auch 26 Jahre nach seiner Rente viele Wallfahrer immer noch einen persönlichen Kontakt mit Erwin und seiner Familie pflegten.

Neben seinem Mesnerdienst im „fränkischen Bethlehem“ hatte der Verstorbene eine Liebe für die Holzarbeiten im Wald, bei der ihm jedes Mal das Herz aufging. In der „Oberen Sakristei“, dem Brauhaus Trunk, traf Erwin nicht nur seine ehemaligen treuen Ministranten, sondern auch viele der Wallfahrer gern, die sich dann über die schönen Erlebnisse von früher austauschten.

Viele Jahre engagierte sich Erwin Horn auch bei der Wolfsdorfer Feuerwehr. Der Verstorbene war im christlichen Glauben beheimatet und hat seine Kinder und Enkel diese Freude an Gott, das Vertrauen auf seine Hilfe und die Liebe zur Kirche weitervermittelt. Die Basilika Vierzehnheiligen verdankt dem Verstorbenen viel. gkle