Trauerarbeit
Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen als Oase des Trostes
Am Gnadenaltar fand eine ökumenische Feier für Trauernde mit (v. l.) Franziskanerpater Maximilian, Franziskusschwester Alexia und dem evangelischen Pfarrer Matthias Hagen statt.
Am Gnadenaltar fand eine ökumenische Feier für Trauernde mit (v. l.) Franziskanerpater Maximilian, Franziskusschwester Alexia und dem evangelischen Pfarrer Matthias Hagen statt.
Gerd Klemenz
Vierzehnheiligen

Der Tod gehört zum Leben, sagt der Verstand. „Warum?“, fragt das Herz der Hinterbliebenen. Wenngleich die zu Hause vergossenen Tränen zur Trauerbewältigung gehören und man in solch schweren Stunden oft allein sein möchte, gilt auch hier: „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“

Kürzlich nahmen Gläubige an einer ökumenischen Feier für Trauernde teil, die unter dem Titel „Oase des Trostes“ nach zwei Jahren Corona-Pause wieder in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen stattfand.

Weg der Erinnerung

Mit diesem von den Franziskanern aus Vierzehnheiligen, den Franziskusschwestern und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein veranstalteten Gottesdienst gingen die Trauernden gemeinsam ein Stück Weg der Erinnerung an die unvergessenen Verstorbenen, aber auch der Dankbarkeit.

Geistliche Texte, die Begegnung mit tröstlichen Worten aus der Heiligen Schrift, einfühlsame Orgelklänge und Phasen des Schweigens wechselten sich im Gottesdienst ab.

In die traurigen Gesichter der Gläubigen blickte der evangelische Pfarrer Matthias Hagen bei seiner Ansprache. Kein Wunder, es gibt nichts Schmerzvolleres, als für immer Abschied nehmen zu müssen von einem lieben Angehörigen oder Freund, sei es durch Krankheit, Alter oder auch durch einen plötzlichen Unfall. In seinen Ausführungen erläuterte der evangelische Pfarrer, dass der Tod das Gegenteil des Lebens sei. „Sich mit dem Tod abzufinden, heißt schon im Leben tot zu sein. Auch wer in meinen Erinnerungen lebendig ist, der ist darum doch tot.“ Darum wolle jeder gegen den Tod protestieren, so wie der weise Theologe und Pfarrer Christoph Blumhardt. Er sagte schon im letzten Jahrhundert: „Der christliche Glaube ist eine Protestbewegung gegen den Tod“, so Pfarrer Hagen.

Licht der Erinnerung

Beim Eintritt in die Basilika konnten die Gottesdienstbesucher die Namen ihrer Verstorbenen auf kleine Kärtchen schreiben, die später im Gottesdienst von Franziskusschwester Alexia, dem evangelischen Pfarrer Matthias Hagen und Franziskanerpater Maximilian vorgelesen wurden. Dazu konnten die Gläubigen zum Gnadenaltar kommen und am Licht der Osterkerze eine Kerze für ihre Verstorbenen entzünden.

Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten die Gläubigen dann die Möglichkeit zur Begegnung und zum gemeinsamen Gespräch und Austausch im Informationszentrum des Franziskanerklosters neben der Basilika Vierzehnheiligen.