Jupps Gartentipps
So entsteht ein Mistelbusch
Mistelbusch im Baumm
Der Mistelbusch in seiner vollen Pracht
Foto: unicusx - stock.adobe.com
Bamberg – Der Mistelbusch ist ein wahres Geschenk der Natur. Wie sich Mistelbüsche vermehren und welche besondere Aufgabe sie erfüllen, erklärt unser Jupp.

Ein natürlicher Prozess

Auf die weißen Beeren der Mistel, die jetzt heranreifen, haben die Amseln, Drosseln und viele andere Vogelarten sehnlich gewartet. Beim Verzehr der Frucht bleibt das klebrige Samenkorn am Schnabel hängen. Wetzt der Vogel es dann an einem Zweig ab, klebt es dort fest. Die keimende junge Pflanze schickt ihre Wurzeln bis in das Innere des Holzgewebes. Ein neuer Mistelbusch ist damit entstanden.

Der Mensch macht es nach

Wer Misteln anbauen will, kann den Vorgang, den die Vögel uns zeigen, nachahmen. Besonders gern werden Apfelbäume und Pappeln von den Misteln angenommen. Da es bei Misteln männliche und weibliche Pflanzen gibt, sollte versucht werden, gleich mehrere Exemplare anzusiedeln, damit es sicher zu einer Befruchtung kommen kann. Nur so können weiße Samenkörner an den weiblichen Pflanzen entstehen.

Nahrungsquelle in kargen Zeiten

 Schon Mitte März entfalten sich bei der Mistel die unscheinbaren, aber angenehm duftenden Blüten. Da diese viel Nektar enthalten, gehören sie im zeitigen Frühjahr zu den ersten Nahrungsquellen der Bienen und vieler anderer Insektenarten. Die Mistel ist durch die späten Beeren und frühen Blüten eine wichtige Nahrungsspenderin in einer sonst so kargen Zeit. Eine artenreiche Pflanzengesellschaft sorgt beständig für einen Ausgleich. Das hat die Natur sehr weise eingerichtet.

Mistelbusch im Haus
Dieser Mistelbusch trägt sehr viele Früchte.
Foto: Josef Schröder