Jupps Gartentipps
Warum uns Rotkehlchen als "Wildschweine" sehen
Rotkehlchen bleiben im Winter häufig in Deutschland.
Rotkehlchen bleiben im Winter häufig in Deutschland.
Foto: Josef Schröder
Bamberg – Das Rotkehlchen steht nach Meinungsumfragen in der Beliebtheit des Volkes ganz oben. Den hübschen Singvogel kann man das ganze Jahr über beobachten.

Das Rotkehlchen steht nach Meinungsumfragen in der Beliebtheit des Volkes ganz oben. Da es sowohl Stand- als auch Zugvogel ist, kann man Einzeltiere das ganze Jahr über beobachten. Erstaunlich ist die furchtlose Zutraulichkeit des Vogels mit der roten Weste.

Menschen als "Wildschweine"

Das lässt sich nur so erklären, dass das Rotkehlchen den Menschen als Ersatz für Großtiere betrachtet, denen er sich im Winter anschließt, um an den frei gescharrten Stellen Nahrung zu finden. Das heißt, dass es uns, wenn wir im Garten arbeiten, zum Beispiel als "Wildschwein" ansehen könnte.

Gern sucht der anhängliche Vogel auch von Menschen geschaffene Futterplätze auf. Trotzdem gehen von den verbleibenden Rotkehlchen bei uns im normalen Winter 40 bis 50 Prozent ein. Bei anhaltendem Frost kann sich die Sterberate sogar auf 80 Prozent erhöhen.

Vor allem alte Männchen haben sich immer mehr zum Standvogel gemausert. Die Weibchen und jüngeren Männchen nehmen auch weiterhin die Strapazen des alljährlichen Vogelzuges in wärmere Gefilde in Kauf. Da sie keine guten Flieger sind, werden viele von ihnen immer wieder erschöpft oder ertrinkend im Mittelmeer angetroffen.

Auch im Winter singt das Rotkehlchen

Dennoch erfolgt die jährliche Neubesiedlung vorwiegend aus Rückzüglern. Was uns an dem Daheimgebliebenen besonders freut, ist die Tatsache, dass Rotkehlchen auch mitten im Winter mit ihrem wohltönenden, glasklar dahinperlenden Gesang zu hören sind. Beide Geschlechter bekunden damit ihr Nahrungsrevier.

Die Rotkehlchen verfügen als Weichfresser über keine großen Nahrungsansammlungen. Nicht nur der Gesang, sondern auch die auffällige rote Brust dient der Revierverteidigung. Das Nest wird oft in eine Bodenvertiefung unter Reisig gebaut. Aber auch Baumstrünke, Ranken, Geräteschuppen und Gartenlauben werden gerne angenommen.

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