Lutzi lernt
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Petra Will mit Familienhund Lutzi.
Petra Will mit Familienhund Lutzi.
Foto: Susanne Will
Bad Kissingen – Hundetrainerin Petra Will geht Mythen rund um die Hundeerziehung auf den Grund. Mit Hündin Lutzi gibt sie Haltern Tipps, wie das Zusammenleben klappt.

Petra Will ist Hundetrainerin. Die 51-Jährige ist verheiratet, Mutter einer Tochter und wohnt in Münnerstadt. Im „normalen“ Leben arbeitet sie auf der Intensivstation des Thoraxzentrums. Ihre Leidenschaft aber gehört den Vierbeinern.

Gemeinsam mit Hündin Lutzi hat sie es sich zum Ziel gesetzt, mit Mythen rund um die Hundeerziehung aufzuräumen. Muss ich wirklich neben meinem Welpen schlafen? Was tun, wenn der Hund unter Panikattacken leidet? Petra Will kennt die Sorgen und Nöte von Herrchen und Frauchen. In ihrem wöchentlichen Newsletter gibt sie deshalb Tipps, die auch ohne Hundeschule leicht nachzumachen sind.

Frau Will, wie sind Sie denn auf den Hund gekommen?

Im Grunde hatte ich nie eine Wahl. Ich stamme aus einer Familie, der man einen Wurf Welpen mit nur drei Beinen hätte über den Zaun werfen können – meine Eltern hätten sie aufgezogen oder vermittelt. Unsere Familie war schon immer tierlieb. Und Hunde waren von klein auf für mich Seelentröster und Spielkumpan.

Hündin Lutzi
Hündin Lutzi
Foto: Petra Will

Wann gönnten Sie sich Ihren ersten eigenen Hund?

Als meine Tochter größer war. Willi, eine Mischung aus Labrador und Australian Shepherd.

War der so unerzogen, dass Sie sich dachten: Da muss ich was machen?

Nein, er war ein einfacher Hund. Natürlich gab es Problemchen – und da habe ich mich das erste Mal damit beschäftigt, was in der Hundeerziehung alles möglich ist. Beim zweiten Hund, Amy, habe ich von Anfang an versucht, alles richtig zu machen – und habe Fehler gemacht.

Welche denn?

Ich wollte zu 120 Prozent alles richtig machen – und habe darüber vergessen, dass Amy ein Lebewesen ist, das ein eigenes Lerntempo hat. Ich habe sie schlicht überfordert. Denn viel hilft nicht immer viel.

Was haben Sie dagegen getan?

Ich bin in eine Hundeschule gegangen, habe aber bald gemerkt, dass deren Erziehungsphilosophie nicht mit meiner übereinstimmt. Ich habe dann die Schule gewechselt und angefangen, mich selbst weiterzubilden.

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Wie geht das?

Ich habe viele Seminare besucht. Zu verschiedenen Themen wie Welpenentwicklung, Hundesport, Hyperaktivität, Leinenführung… Die Liste ist lang.

Früher durfte sich noch jeder Hundetrainer nennen. Und heute?

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Vor zwei Jahren habe ich die Prüfung beim Veterinäramt gemacht. Das ist heutzutage die Voraussetzung, damit du als Trainer arbeiten darfst. Eine einheitliche Ausbildung gibt es aber immer noch nicht, es ist nach wie vor ein Dschungel.

Dann standen Sie das erste Mal vor Ihrer eigenen Gruppe – waren Sie nervös?

Na klar, aber ein bisschen Übung hatte ich schon. Denn ich hatte zuvor bereits ein Praktikum an einer Hundeschule gemacht.

Was war Ihr größter Erfolg während der Ausbildung?

Im Training war eine Frau mit ihrem Hund Lucky. Er zeigte Verhaltensauffälligkeiten, jagte Schatten und ignorierte sein Frauchen. Ich habe ihr empfohlen, eine Verhaltenstherapeutin aufzusuchen. Die Expertin riet ihr, den Hund abzugeben, denn die beiden würden nie ein Team werden. Die Frau war am Boden zerstört und kam wieder zu mir. Und wir haben es geschafft: Wir haben dem Hund zunächst nur positive Erlebnisse mit seinem Frauchen verschafft. Erstmal keine Erziehung, keine Unterordnung, nur Spiel und Spaß. Und plötzlich haben sich beide geöffnet: Der Hund, der merkte, „hey, die ist ja klasse!“ und Frauchen, das merkte, dass sie auch tatsächlich ein gutes Frauchen sein kann. Lucky ist immer noch kein „normaler“ Hund – aber die beiden haben Spaß. Und es ist wunderschön, das zu sehen.

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Was geht gar nicht bei Hunden?

Wenn Hunde distanzlos Menschen und Hunden gegenüber sind. Wenn mein Hund mich nicht ernst nimmt und wenn Menschen Hunde nur als Befehlsempfänger sehen. Es sind Lebewesen, die wir nie zu 100 Prozent beherrschen können. Ich möchte hier den Entertainer Robert Lembke zitieren: „Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit, sie zu bekommen.“

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