Millionenschaden
Vereinsheim in Flammen: War es fahrlässige Brandstiftung?
Vom Seitengebäude des Vereins ist nach dem verheerenden Brand kaum noch etwas erhalten geblieben.
Vom Seitengebäude des Vereins ist nach dem verheerenden Brand kaum noch etwas erhalten geblieben.
Foto: Ronald Rinklef
Oberhaid – Der Schock sitzt noch immer tief. Am Samstagabend (26.3.) brach im Vereinsheim ein verheerendes Feuer aus. Nun gibt es neue Ermittlungsergebnisse.

Ende März, vor gut einer Woche, zerstörte ein verheerendes Feuer das Zuhause des 1. FC Oberhaid und verursachte dabei einen Schaden in Millionenhöhe. Jetzt gibt es neue Ermittlungserkenntnisse zum Brand. Nach der Auswertung der Spuren verdichten sich für die Brandfahnder der Kriminalpolizei die Hinweise auf fahrlässige Brandstiftung, teilt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken mit. 

Der Blick durchs Fenster zeigt: Manche Utensilien in der Kabine sind vom Feuer nicht zerstört, können aber wegen der Einsturzgefahr nicht geborgen werden und sind womöglich durch Rauch und Wasser unbrauchbar.
Der Blick durchs Fenster zeigt: Manche Utensilien in der Kabine sind vom Feuer nicht zerstört, können aber wegen der Einsturzgefahr nicht geborgen werden und sind womöglich durch Rauch und Wasser unbrauchbar.
Foto: FC Oberhaid

Demnach brach das Feuer an den Mülltonnen des Vereinsheimes aus. Grund dafür war vermutlich eine unsachgemäße Entsorgung von heißer Asche. Das hat die Befragung eines Vereinsmitgliedes ergeben. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Bamberg ermitteln nun gegen den 46-Jährigen wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Ob das Vereinsheim des FC Oberhaid komplett oder nur in Teilen abgerissen werden muss, ist aktuell noch nicht klar. Die Schäden nach dem Brand sind immens – und gehen vermutlich in die Millionen.
Ob das Vereinsheim des FC Oberhaid komplett oder nur in Teilen abgerissen werden muss, ist aktuell noch nicht klar. Die Schäden nach dem Brand sind immens und gehen vermutlich in die Millionen.
Foto: Ronald Rinklef

Der 1. FC Oberhaid steht jedoch zu dem Mann. „Ein Mitglied, das hier im Verein hilft und freiwillig mitarbeitet, dem werden wir keinen Vorwurf machen oder den Mitarbeiter  verurteilen, sollte er einen Müllbeutel mit einer Zigarettenkippe entsorgt haben, die noch nicht ganz aus war. Ich bin jedem dankbar, der uns in seiner Freizeit unterstützt. Das ist hier immer noch ein Ehrenamt“, sagt Uwe Dotterweich, der Marketingvorstand des 1. FC Oberhaid.  

Ermittlungen nach Brand laufen noch

Zudem sind die Ermittlungsarbeiten noch nicht komplett abgeschlossen. „Bisher steht nur der Brandort, also die Mülltonnen, zu 100 Prozent fest. Die genaue Ursache ist noch nicht klar. Und ob wirklich jemals ganz genau geklärt wird, wie das Feuer ausgebrochen ist, weiß man auch noch nicht“, erzählt Dotterweich. Das haben ihm Beamte der Kripo bei der Begehung des zerstörten Vereinsheims am Montag mitgeteilt. „Unserm Verein wurde gesagt, wir sollen uns für weitere Befragungen zur Verfügung halten, was wir auch gerne tun.“

Feuer machte Sanierungsarbeiten zunichte

Neben dem Seitengebäude, in dem sich vorwiegend Duschen und Umkleiden befanden, sind bei dem Brand und den Löscharbeiten auch der große Saal und die Kegelbahn des Vereinsheims zerstört worden. 

Besonders bitter an diesem Unglück ist die Tatsache, dass der Sportverein vor rund zwei Jahren die Corona-Zwangspause genutzt hatte, um seine gesamte Anlage in Eigenregie zu sanieren und zu renovieren.

„Wir hatten nur noch rund 20 Quadratmeter an Fliesen zu verlegen und dann wären wir fertig gewesen“, erzählt Dotterweich mit trauriger Stimme. Noch im April wollte der 1. FC Oberhaid sein frisch hergerichtetes Vereinsheim eröffnen.

1. FC Oberhaid will Neubeginn wagen

„Wir sind jedoch guter Dinge, raffen uns auf und wollen einen Neubeginn wagen. Es soll hier wieder eine tolle Sportstätte entstehen“, so Dotterweich.

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