In Untersuchungshaft
Durchbruch gegen falsche Polizeibeamte
Vorsicht, wenn angebliche Polizisten am Telefon nach Geld fragen: In Bamberg  wurde ein Senior, der seine Enkelin schützen wollte, um mehrere Zehntausend Euro gebracht (Symbolbild).
Vorsicht, wenn angebliche Polizisten am Telefon nach Geld fragen: In Bamberg wurde ein Senior, der seine Enkelin schützen wollte, um mehrere Zehntausend Euro gebracht (Symbolbild).
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Bamberg – In gleich zwei Fällen gelang der Kriminalpolizei Bamberg ein Durchbruch bei Trickbetrügern. Fünf Männer sitzen nun in Untersuchungshaft.

Mit verschiedenen Maschen versuchten Telefonbetrüger im Laufe des Dienstags (27.9.) erneut Bürger zu verunsichern und an das Geld ihrer Opfer zu gelangen. Die Polizei zählte knapp 20 Fälle alleine in Stadt und Landkreis Bamberg. Glücklicherweise erkannten die Angerufenen in der Regel die Betrugsmaschen sofort und beendeten das Gespräch.

55-Jähriger erkennt Betrugsmasche

So auch ein 55-Jähriger aus Bamberg. Der Mann erhielt am Dienstagvormittag (27.9.) einen Anruf von einem angeblichen Polizisten. In dem Telefonat gaukelte ihm der Anrufer vor, dass sein Sohn einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Um einen Gefängnisaufenthalt abzuwenden, müsse er nun rasch einen Geldbetrag in Höhe von 82.000 Euro aufbringen.

Geistesgegenwärtig ging er auf die Forderung ein - man einigte sich dann auf 20.000 Euro. Der Mann hatte jedoch den Betrugsversuch erkannt und rief umgehend die Polizei.

In Zusammenarbeit mit den bereits verständigten Polizeibeamten bereitete er sich auf eine vorgetäuschte Geldübergabe vor. Gegen Mittag erschien schließlich ein junger Mann vor dem Anwesen, welchem der 55-Jährige eine Tasche mit dem vermeintlichen Geld übergab. Durch die hervorragende Mitarbeit des 55-Jährigen schnappte die Falle zu und den Polizisten gelang es, den 21-jährigen polnischen Staatsangehörigen kurz darauf auf frischer Tat festzunehmen.

Verdächtiges Fahrzeug bei Geldübergabe

Hierbei fiel den Beamten in der Nähe ein verdächtiges Fahrzeug auf, welches sich plötzlich entfernte. Sie nahmen die Verfolgung auf und kontrollierten den ebenfalls 21-jährigen polnischen Fahrer des Wagens.

Erste Ermittlungen vor Ort führten zu dem Verdacht, dass die beiden jungen Männer gemeinsam handelten. Schließlich nahmen die Bamberger Beamten auch den zweiten Tatverdächtigen fest.

Bei weiteren Fall Geldübergabe gerade noch verhindert

Am Dienstag (27.9.) erhielt auch ein Ehepaar aus Bamberg zunächst einen Anruf von einem falschen Polizisten. Der angebliche Kriminalbeamte erzählte, dass es in der Nähe einen Überfall gegeben hätte und man bei den festgenommenen Tätern, einen Zettel mit ihren Namen und ihrer Adresse gefunden hätte. Nun müsse ihr Vermögen in Sicherheit gebracht werden.

Im Laufe des Tages folgten zahlreiche weitere Anrufe durch die Betrüger, um das ältere Paar unter Druck zu setzen und eine Geldübergabe herbeizuführen. Letztlich glaubten die Eheleute die Geschichte.

Glücklicherweise erfuhr eine Familienangehörige von den Anrufen, hegte Verdacht und verständigte die richtige Polizei. Noch am Abend klingelte es an der Wohnungstür des Paars, wo die Geldübergabe stattfinden sollte.

Nachdem die Eheleute nicht öffneten, verließ mindestens ein Mann das Grundstück und stieg in einen Pkw. Eine verständigte Polizeistreife konnte das Fahrzeug unweit des Anwesens einer Kontrolle unterziehen.

Drei Tatverdächtige festgenommen

Anschließend nahmen die Polizeibeamten die drei Insassen fest. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 64-jährigen und 62-jährigen Griechen sowie einen 32 Jahre alten türkischen Staatsangehörigen.

 Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg wurden die insgesamt fünf Tatverdächtigen am Mittwochnachmittag (28.9.) dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Bamberg vorgeführt. Gegen alle Männer ergingen Untersuchungshaftbefehle wegen versuchten Betruges. Anschließend lieferten Polizeibeamte die Tatverdächtigen in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten ein.

Präventionsarbeit zahlt sich aus

Die oberfränkische Polizei schöpft alle Möglichkeiten aus, um gegen die Betrüger vorzugehen. Ein wichtiger Baustein, um das Phänomen zu bekämpfen, ist die Prävention. In den beiden Fällen hat sich gezeigt, dass sich die Präventionsarbeit auszahlt und immer mehr Menschen über die dreisten Betrugsmaschen informiert sind.

Nachdem bereits seit diesem Jahr ein Kuvert mit aufgedruckten und plakativen Tipps in den Banken zur Herausgabe größerer Geldbeträge genutzt wird, erschien im August oberfrankenweit ein Instrument für die eigenen vier Wände: der Präventions-Klappaufsteller samt Infobroschüre.

Die Aufsteller sowie die Broschüre liegen in allen oberfränkischen Polizeidienststellen aus. Holen Sie sich unsere Klappaufsteller und wappnen Sie damit auch Ihr Umfeld gegen Telefonbetrüger! Prävention geht uns alle an.

 

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