Prozess
Duo soll Rentner brutal niedergeschlagen haben
Mit äußersten Brutalität sind zwei Rumänen vorgegangen, um an das Geld von drei Rentnern zu kommen.  Nun steht das Duo vor Gericht.
Mit äußersten Brutalität sind zwei Rumänen vorgegangen, um an das Geld von drei Rentnern zu kommen. Nun steht das Duo vor Gericht.
Foto: Symbolfoto: Rainer Fuhrmann/Adobe Stock
Bamberg – Zwei Rumänen stehen wegen versuchten Mordes an drei älteren Menschen vor dem Landgericht Bamberg.

Sie sollen zwei Rentnerinnen und einem Rentner mit äußerster Brutalität und hinterrücks den Schädel eingeschlagen haben. Um an deren Erspartes zu kommen. Nun stehen zwei Rumänen wegen dreifachen Mordversuchs und besonders schweren Raubes vor dem Landgericht Bamberg.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen ihnen nicht nur lange Haftstrafen, sondern auch eine Sicherungsverwahrung. Dann könnten die Männer für den Rest ihres Lebens untergebracht werden – um die Bevölkerung vor weiteren Attacken zu schützen.

An drei Tagen hintereinander haben die Täter zugeschlagen. Ganz buchstäblich. Mit einem hammerförmigen Ge-genstand lauerten sie arglosen älteren Menschen auf. Von hinten schlugen sie mit voller Wucht und ohne jede Rücksicht zu. Den Tod ihrer Opfer nahmen sie in Kauf. Nachdem sie ihre Opfer zuvor ausgekundschaftet und verfolgt haben. Die Rentner waren zuvor am Geldautomaten und hatten Bargeld abgehoben. Auf diese Summen hatte es das Duo, das sich seit Jugendtagen in Bukarest kannte, offenbar abgesehen. Einer scheint seinen Anteil dazu verwendet zu haben, sich für sein Taxiunternehmen in Rumänien einen Pkw zuzulegen. Nur dass weder der Wagen noch er selbst der polizeilichen Fahndung entgingen.

Die erste Tat

Zuerst traf es eine 88-jährige Frau in Ingolstadt. Sie wurde an einem Nachmittag Ende September mitten auf der Straße in der Altstadt überfallen, als sie gerade auf dem Heimweg war. Die Täter nutzten einen Tordurchgang in einen Park und erbeuteten ihre Handtasche mit gerade einmal 25 Euro. Den Briefumschlag mit 10 000 Euro, der in einem Fach des Rollators lag, übersahen sie.

Der Rentnerin wurde die Schädeldecke eingedrückt, sie erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und musste fast drei Monate in einem Krankenhaus neurologisch behandelt werden. Die medizinischen Folgen sind auch zehn Monate nach der Tat noch immer nicht ausgestanden. Eine Zeugenaussage vor der Zweiten Strafkammer ist auf Grund des Gesundheitszustandes der Frau derzeit nicht möglich. Nur Passanten und deren umgehender Hilfe sei es zu verdanken, so Oberstaatsanwalt Michael Hoffmann, dass die 88-Jährige überlebt habe.

Überfall in Bamberg

Tags darauf kamen die Täter nach Bamberg. Hier verfolgten sie eine 70-jährige Frau bis nach Hause. Im Treppenhaus pirschte sich einer von hinten heran und traf mit derartiger Kraft, dass der am Hinterkopf doch eigentlich sehr stabile Schädel brach. Dadurch und durch eine anschließende Einblutung erlitt die Seniorin eine halbseitige Lähmung. Bis heute kann sie ihr linkes Bein und ihre linke Hand nicht richtig bewegen. Außerdem leidet sie laut Anklageschrift an Angstzuständen. Diesmal waren auch nur 1800 Euro Bargeld in der Handtasche. Ihr blutendes, lebensgefährlich verletztes Opfer ließen die Räuber liegen. Erst Handwerker, die zufällig im Mehrfamilienhaus in der Gartenstadt zu tun hatten, fanden die 70-jährige Rentnerin und retteten ihr das Leben.

Wieder einen Tag später waren die Gewalttäter in Vöhringen bei Neu-Ulm zugange. Dort wollte ein 88-jähriger Mann gerade sein Garagentor öffnen. Als den wehrlosen Rentner von hinten der Schlag traf. Die Täter nahmen dem Bewusstlosen seine 3000 Euro ab und ließen ihn mit einem Schädelbruch, einem gebrochenen Jochbein und einer Gehirnblutung zurück. Wie durch ein Wunder wurde der alte Mann wieder wach und konnte um Hilfe rufen. Die Nachbarn alarmierten den Notarzt. Auch dieser Zeuge hat sich von dem Überfall nicht soweit erholt, als dass er vor dem Vorsitzenden Richter Manfred Schmidt aussagen könnte. Seine Angaben bei der Polizei sollen stattdessen verlesen werden.

Wes Geistes Kind einer der Angeklagten ist, zeigte sich nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bamberg dann Ende des Jahres in der Justizvollzugsanstalt in Bayreuth. Als der Mann vom zuständigen Anstaltsarzt ein Schlafmittel verlangte, was dieser verweigerte, musste der Mediziner sich als „Dr. Mengele“ beschimpfen lassen. Mit einem Massenmörder und skrupellosen Mediziner verglichen zu werden, der im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau für widerlichste Menschenversuche verantwortlich war, empfand der Anstaltsarzt als Beleidigung.

Noch bis in den September hinein sind acht weitere Verhandlungstage geplant.

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