Silvester-Reportage
So hat Bamberg Silvester gefeiert
Im Sand war ein bisschen was los.
Im Sand war ein bisschen was los.
Foto: Joseph Beck
Bamberg – Die Silvesternacht verlief in Bamberg eher ruhig. Welche Hotspots trotzdem belebt waren und welche Lokale geschlossen hatten.

Beten für ein besseres neues Jahr: Bereits am Abend feierte Kaplan Sam Thomas in der Martinskirche einen Gottesdienst und hielt anschließend noch eine kurze Andacht zum Jahresschluss. Eine Bläsergruppe der Don-Bosco-Musikanten spielte dann draußen vor dem Kirchenportal einige ruhige und besinnliche Stücke.

Und in den Lokalen wurde gemütlich bei 2G-Regeln gefeiert.
Und in den Lokalen wurde gemütlich bei 2G-Regeln gefeiert.
Foto: Joseph Beck

Da zog schon eine Gruppe Jugendlicher mit lautem Rapgesang in den Lautsprechern vorbei, stellte diese aber angesichts der Blaskapelle auf leise.

Eine andere Gruppierung hatte sich am Gabelmann eingefunden und beratschlagte, wie und wo es weitergehen sollte. Sie hatten trotz ihres jungen Alters und der frühen Zeit bereits kräftig getankt. Es waren über zehn Personen, und nur zwei trugen einen Mundschutz – die Ausnahme während des Abends.

Viele Lokale hatten geschlossen

Im Bereich der Fußgängerzone und der nebenliegenden Austraße waren wenig Leute zu sehen. So verhielt es sich auch in der Karolinen- und Sandstraße. Wegen der Coronamaßnahmen hatten Clubs und Diskotheken ja von Haus aus geschlossen, aber auch etliche andere Gaststätten (Bischofsmühle, Hofbräu, Schlenkerla, und so weiter) hatten ihre Türen zu.

Gute Laune auf der Straße
Gute Laune auf der Straße
Foto: Joseph Beck

Laura und Sabrina aus der Gartenstadt und Bamberg-Mitte hatten nirgends reserviert und wussten auch noch nicht so genau, wie und wo sie Silvester verbringen sollten. „Im Zweifelsfall ist es halt nur ein schöner Spaziergang gewesen.“ Ähnlich locker sahen es auch Stefan und Daniel aus der Gartenstadt und Bamberg-Ost, die sich mit auf das Foto mit den zwei Mädels stellten.

Auf den Brücken trafen sich die Menschen.
Auf den Brücken trafen sich die Menschen.
Foto: Joseph Beck

Die wenigen geöffneten Lokale mussten sich an die strengen 2G-Maßnahmen halten, führten am Eingang die Kontrollen durch und hielten sich auch innen an die Bestimmungen. Essen und Trinken zu Hintergrundmusik. Und die Gäste aus der Stadt und dem Landkreis, aber auch aus anderen Städten und Bundesländern, freuten sich, dass sie Silvester hier reindurften.

Zum Jahreswechsel kurz ins Freie

Um die Stunde des Jahreswechsels zog es dann doch die meisten auf die Straßen – denn jeder war gespannt, wie karg das Feuerwerk heuer ausfällt. Nach den gegenseitigen Glückwünschen konnte man dann doch einige Raketen entdecken. Einen sehr guten Blick hatten die Besucher der Kettenbrücke: Hinter der Konzerthalle stand eine Batterie und schoss Lichterkörper in den Nachthimmel, zwei oder drei konnte man auf der Gegenseite neben dem alten Rathaus entdecken.

Die meisten aber wurden hinter dem Alten Krankenhaus etwa eine halbe Stunde lang abgefeuert, wo irgendwo eine gut gefüllte Batterie mit Silvesterraketen stand. War das noch Stadtgebiet oder schon Gaustadt? Schwer zu sagen.

Sandstraße
Sandstraße
Foto: Joseph Beck

Durch ihre Höhe, Leuchtkraft und vielfältigen Formen und Farben gaben sie den Zuschauern doch etwas Freude und Hoffnung auf ein besseres Jahr. Übervoll war die Brücke aber im Vergleich zu vergangenen Jahren nicht. In normalen Silvesternächten ergattert man hier kurzfristig keinen Platz am Geländer mehr.

Auch auf den beiden Brücken am Alten Rathaus war was los. Auf der Unteren Brücke genossen einige Nachtschwärmer den Ausblick. So war der berühmt-berüchtigte Partyhotspot in Bamberg wieder einmal belebt. Und auch auf der Oberen Brücke genossen Menschen die ungewöhnlich warme Nacht.

Sandstraße nach 0.30 Uhr
Sandstraße nach 0.30 Uhr
Foto: Joseph Beck

Um 0.30 Uhr war das Bamberger Silvestertreiben im Freien dann aber auch schon wieder beendet. Nach etwa einer halben Stunde verliefen sich die Zuschauer, gingen wieder in die Lokale oder traten den Heimweg an.

Polizei hatte nicht viel zu tun

Ein Polizeiquartett forderte die wenigen Ausharrenden freundlich, aber bestimmt auf, die Untere Brücke zu verlassen. Dem kamen sie dann auch nach. Zurück ließen sie aber wie zu Hot-Spot-Zeiten jede Menge Flaschen.

Die Polizei Bamberg-Stadt meldet insgesamt eine ruhige Nacht ohne größere Einsätze. Unbekannte haben gegen 1.30 Uhr die Schranke der Tiefgarage Georgendamm abmontiert. Ein 24-Jähriger hatte in der Zollnerstraße einen Joint dabei.

Und ein 38-Jähriger wurde in der Oberen Sandstraße aggressiv, bedrohte einen Mann – die Polizei nahm den Unruhestifter in Gewahrsam. In der Geisfelder Straße besprühten Unbekannte mehrere Mauern, und in der Hirschbühlstraße wurde ein Auto durch einen Feuerwerkskörper beschädigt. Nichts Gravierendes also. Ein ruhiger Start in ein hoffentlich gutes Jahr.