Etliche Verstöße
Hotspot Untere Brücke: Alkohol, Schläge, Anzeigen
Keine Masken, kein Abstand, immer wieder Alkohol: Die Besucher der Unteren Brücke ignorieren die Regeln, die durch Infektionsschutzgesetz und Allgemeinverfügung der Stadt Bamberg gesetzt werden.
Keine Masken, kein Abstand, immer wieder Alkohol: Die Besucher der Unteren Brücke ignorieren die Corona-Regeln.
Foto: News5/Merzbach
Bamberg – Die Appelle der Stadt an die Vernunft der Besucher gehen auf der Unteren Brücke in Bamberg ins Leere. Wird der beliebte Treffpunkt jetzt gesperrt?

Der Plan von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) scheint beim Hotspot Untere Brücke fürs Erste nicht aufzugehen. Mit einem Appell an die Vernunft der Bamberger hatte das Stadtoberhaupt gemeinsam mit seinem Stellvertreter Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg) versucht, den Besuch des beliebten Regnitz-Übergangs unterhalb des Alten Rathauses einzudämmen.

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Mit Blick auf die Inzidenz-Werte, die bei einem Anstieg schnell wieder zu Einschränkungen für Schulen und Einzelhandel führen könnten, schrieben die beiden in einem offenen Brief an die Besucher: „Verhalten Sie sich besonnen, beachten Sie auf der Unteren Brücke das Alkoholverbot, tragen Sie Masken und halten Sie Abstand.“ Beachtung scheint dieser Aufruf jedoch kaum gefunden zu haben, wie das Geschehen am Wochenende zeigt.

Bereits am Freitagnachmittag habe es etliche Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gegeben, berichtet die Polizei Bamberg. Das habe sich dann in den Abend- und Nachtstunden sowie am nächsten Tag fortgesetzt. Den Personen, die gegen das Masken- und Abstandsgebot verstoßen haben, drohen nun Bußgelder.

Zwei Männer schlagen einen 36-Jährigen

Dass auch das Alkoholverbot immer wieder ignoriert wurde, beweisen Handgreiflichkeiten, zu denen es in der Nacht auf Samstag kam. Als kurz nach Mitternacht ein 36-jähriger Mann auf der Unteren Brücke von zwei ihm unbekannten Männern angepöbelt wurde, wollte dieser aus Angst vor einer weiteren Eskalation die Polizei verständigen. Da wurde ihm das Mobiltelefon aus der Hand gerissen und in die Regnitz geworfen. Anschließend schlugen die beiden Täter im Alter von 31 und 35 Jahren auf ihr Opfer ein und flüchteten. Die Schläger wurden von Polizisten aber wenig später festgenommen und hatten Alkoholwerte von 1,1 und 1,38 Promille vorzuweisen.

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Zeitgleich sollte auf der anderen Seite der Brücke ein 21-jähriger Mann wegen einer Schnittverletzung an der Hand vom Rettungsdienst behandelt werden. Dieser verweigerte jedoch jegliche Behandlung und verhielt sich gegenüber den Rettungskräften hochgradig aggressiv. Als er dann noch mehrmals gegen die Tür des Rettungswagens schlug, musste er in Gewahrsam genommen werden. Umstehende Passanten solidarisierten sich dann mit dem Mann und die aggressive polizeifeindliche Grundstimmung war nur durch Hinzuziehung weiterer Einsatzkräfte einzudämmen, heißt es. Dabei wurde ein Polizeibeamter von einem 20-Jährigen beleidigt.

Da die Appelle in Sachen Untere Brücke nicht gefruchtet haben, dürfte Oberbürgermeister Starke nun auf weitere Maßnahmen setzen, die er bereits angekündigt hatte. Dazu gehört in erster Linie eine Verstärkung der Präsenz von Polizei- und Sicherheitskräften. Zeigt auch dies keine Wirkung, ist auch eine zeitweise Sperrung der Brücke nicht ausgeschlossen.

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