Digitalisierung
Arbeit unter Palmen: Das tun digitale Nomaden
So stellt sich manch einer seinen Arbeitsalltag vor.
So stellt sich manch einer seinen Arbeitsalltag vor.
Foto: Illustration: Robu_s – stock.adobe
F-Signet von Nikolas Pelke Fränkischer Tag
Nürnberg – Robin Lerch hat eine Firma für digitale Nomaden gegründet – um selbst zum modernen Arbeiter unter tropischen Palmen zu werden.

Wer träumt nicht von einem Büro unter Palmen? Tagsüber an feinen Sandstränden arbeiten, abends tropische Nächte an der Beachbar genießen. Robin Lerch aus Nürnberg sorgt dafür, dass die wachsende Schar der digitalen Nomaden im Ausland den nötigen Versicherungsschutz bekommt.

Ein solcher „digitaler Nomade“ ist Timo B. aus Franken, der aktuell auf Haiti lebt. Die meiste Zeit des Tages verbringt er in einer Hängematte, nur sein Laptop verrät, dass der 34-Jährige „nebenbei“ arbeitet. „Corona hat mich zum Weltenbummler gemacht“, sagt Timo B. am Telefon. „Meine Firma arbeitet weltweit, ich bin für die Kundenakquise zuständig. Wo ich meinen Job mache, ist ganz egal.“ Vor der Abreise sei ihm nur wichtig gewesen, „dass ich ordentlich versichert bin“.

Was das bedeutet, weiß Robin Lerch. Von der internationalen Haftpflicht- bis zur weltweiten Krankenversicherung vermittelt der gelernte Versicherungsmakler Auswanderern die passenden Policen. Der Renner seien internationale Krankenversicherungen. Ein guter Schutz koste durchschnittlich 250 Euro pro Monat. Häufig nachgefragt würden auch weltweite Haftpflichtversicherungen.

Für sein Start-up-Unternehmen „Grenzenlos sicher“ ist Robin Lerch kürzlich mit dem „Jungmakler Award“ ausgezeichnet worden.
Für sein Start-up-Unternehmen „Grenzenlos sicher“ ist Robin Lerch kürzlich mit dem „Jungmakler Award“ ausgezeichnet worden.
Foto: Alex Muchnik / bbg

Mittlerweile beschäftigt Lerch knapp zehn Berater auf Honorarbasis, um die hohe Nachfrage überhaupt noch bewältigen zu können. „Bei uns im Büro klingelt ständig das Telefon“, sagt Lerch und lacht.

Mit seiner Geschäftsidee hat Lerch offensichtlich einen Nerv getroffen. „Ich hatte noch nicht einmal eine eigene Website und bin schon mit Anfragen aus ganz Deutschland bombardiert worden“, erinnert sich der Firmengründer an den Start vor fast genau zwei Jahren. „Die Corona-Pandemie war der perfekte Startpunkt für mein Geschäftsmodell.“ Auf einen Schlag hätten weite Teile der arbeitenden Gesellschaft die Chance bekommen, mit dem Laptop in der Tasche das Home-Office unter Palmen zu verwirklichen, Arbeit und Urlaubsabenteuer zu verbinden.

Für seine Geschäftsidee ist Robin Lerch, der nach seiner Ausbildung zum Versicherungsmakler noch ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg absolviert hat, jetzt sogar mit dem 1. Preis des renommierten „Jungmakler-Awards“ ausgezeichnet worden. „Als Makler für internationale Versicherungen sorgt er dafür, dass seine Kunden ihren Traum von der Vereinbarkeit von Reisen und Arbeit leben können“, heißt es in der Jury-Begründung des Fachmagazins AssCompact, das von den Bayreuther Finanz- und Versicherungsexperten der bbg Betriebsberatungs GmbH herausgegeben wird.

Hat gut lachen: Robin Lerchs  Firmenplan ist aufgegangen.
Hat gut lachen: Robin Lerchs Firmenplan ist aufgegangen.
Foto: Carina Kaindl.

Traum-Inseln wie Bali oder Traum-Städte wie Dubai seien unter den arbeitenden Globetrottern derzeit besonders beliebt. Lerch zufolge locken viele exotische Länder moderne Arbeitsnomaden mittlerweile gezielt mit günstigen Steuertarifen und dauerhaften Visa.

„Viele meiner Kunden sind selbstständig und zählen zu den Leistungsträgern in ihren Berufen“, sagt Lerch. Neben Computerspezialisten oder Finanzfachleuten seien auch erfolgreiche Paradiesvögel unter seinen Kunden, die das nötige Kleingeld beispielsweise mit Yogavideos für Vierbeiner verdienen. „Alle modernen Nomaden brauchen eine Versicherung“, bringt Lerch das Rezept seines Erfolges auf den Punkt.

Robin Lerch aus Nürnberg versorgt moderne Nomaden mit den nötigen Versicherungen.
Robin Lerch aus Nürnberg versorgt moderne Nomaden mit den nötigen Versicherungen.
Foto: Carina Kaindl

„Ich wollte schon immer die Welt sehen“, sagt Lerch, der bereits als kleiner Junge auf einem Bauernhof in einem 300-Seelen-Dorf von fernen Ländern und fremden Kulturen geträumt hat. Und wann folgt der Firmengründer der Nomadenherde mit Notebook & Co. im Reisegepäck in die Sonne? „Das Flugticket habe ich schon in der Tasche. Im Januar geht es endlich los nach Thailand“, freut sich der freiheitsliebende Franke.

Sieben Jahre unterwegs

„Nach meinem Abflug bin ich erst einen Monat auf Kuh Phangan.“ Auf der thailändischen Pazifikinsel will Lerch das neue Leben zwischen Arbeitsalltag, Traumständen und Vollmondpartys ausprobieren. „Und danach will ich einfach die Welt sehen.“ Die Reisekasse dürfte dank des florierenden Unternehmens unterwegs nicht so schnell versiegen. „Wie lange ich bleibe, ist noch offen.“ Sieben Jahren seien moderne Nomaden im Durchschnitt meistens schon unterwegs, sagt er zum Abschied und lacht. Dann muss er los. Die Koffer warten schon.

INFO:

„Grenzenlos sicher“

Mit seinem jungen Unternehmen „Grenzenlos sicher“ hilft der 26-jährige Robin Lerch aus Nürnberg digitalen Nomaden dabei, den Traum vom exotischen Büroalltag in fernen Ländern mit dem passenden Versicherungsschutz tatsächlich verwirklichen zu können.

Für seine Geschäftsidee mit dem digitalen Maklerbüro für die wachsende Zielgruppe von modernen Arbeitsnomaden hat Robin Lerch kürzlich den ersten Preis beim Jungmakler Award bekommen. (np)

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