Großer Erfolg
Stegaurach sendet 30 Krankenwagen an die Front
Alexander Haas konnte dank der Stegauracher Aktion bereits über 30 Krankenwagen in die Ukraine bringen lassen.
Alexander Haas konnte dank der Stegauracher Aktion bereits über 30 Krankenwagen in die Ukraine bringen lassen.
Foto: Marion Krüger-Hundrup
Stegaurach – Über 76.000 Euro sind für die Ukraine auf dem Konto der Kirchenstiftung bereits eingegangen. Und es soll weiter gehen – im Mai ist ein Event geplant.

Im doppelten Sinne spricht Walter Ries von einem wahren „Spendenfeuerwerk“, das sein Aufruf zugunsten der Ukraine ausgelöst hat. Der katholische Pfarrer von Stegaurach ist zum einen überwältigt von der Spendensumme: Genau 76.507,60 Euro gingen bis zum 3. Mai auf das Konto der Kirchenstiftung ein.

Mit dem Geld werden dringend benötigte Krankenwagen finanziert, die der russlanddeutsche Autohändler Alexander Haas aus Gestungshausen bei Sonnefeld (Coburg) in das ukrainische Kriegsgebiet vermittelt.

Benefiz-Feuerwerk am 21. Mai in Waizendorf

„Wir müssen Leben retten!“, betont Haas, dessen ehrenamtliche Fahrer – überwiegend über 60-jährige geflüchtete Ukrainer – schon über 30 Krankenwagen an die Grenze gebracht haben. Dort nehmen mutige Frauen die Fahrzeuge entgegen, die sie unmittelbar ins umkämpfte Land bringen.

Pfarrer Ries meint zum anderen „Spendenfeuerwerk“ aber auch wörtlich. Denn zur Kerwa am 21. Mai in Waizendorf wird beim dortigen Sportverein um 22.30 Uhr ein echtes Feuerwerk entzündet – gegen Spenden für die Stegauracher Ukraine-Hilfsaktion. Initiator dieser effektvollen Schau mit ausgefeilter Choreografie ist Andreas Speil, seines Zeichens Leitender Oberarzt und Neurochirurg am Klinikum Bamberg.

„Ich habe eine pyrotechnische Ausbildung und bin nebenberuflich aktiv“, erzählt Speil über sein seltenes Hobby. Feuerwerke seien zwar „kein Kunstwerk für die Ewigkeit“, doch einsetzbar für einen guten und sinnvollen Zweck, hinter den er bei aller Besonderheit seines Hauptberufes zurücktreten wolle.

Dramatische Hilferufe

Autohändler Alexander Haas, dessen Tochter in Stegaurach wohnt, berichtet von den dramatischen Hilferufen aus der Ukraine, die ihn täglich erreichen. Er versuche, gebrauchte und voll funktionstüchtige Krankenwagen deutschlandweit aufzukaufen, so Haas. Doch es würden auch Geländewagen, sogenannte Pick-ups, erbeten: „Hinten drauf kommen Matratzen oder Sandsäcke, um Verletzte herauszuholen und Essen an die Front zu transportieren.“

Vielfältige Aktionen bringen Geld

So läuft die Stegauracher Spendenaktion weiter, ermutigt durch das bisherige Ergebnis und durch Einzelinitiativen. Pfarrer Ries freut sich zum Beispiel über seine Heimatpfarrei Zapfendorf, die einen Kuchenverkauf für das Projekt organisiert und über 3000 Euro eingenommen hat, und die Ministranten ihr Ratschengeld zur Verfügung stellten: „Noch einmal 1000 Euro!“, lobt der Pfarrer.

Er führt weitere Unterstützer an: Eine Zapfendorfer Ärztin, die ein gutes Ultraschallgerät hergab, das bereits in einem ukrainischen Krankenhaus im Einsatz ist. „Herr Haas hat es hinübergeliefert“, so Walter Ries. Und die Bäckerei Grubert aus Walsdorf habe „Corona-Stangen“ verkauft und ein kleines Spendenglas aufgestellt: Innerhalb kurzer Zeit kamen über 500 Euro zusammen.

Ein Benefizkonzert in der Stegauracher Kirche am Sonntag, 29. Mai, um 17 Uhr, rührt weiterhin die Spendentrommel für die Ukraine. Eine Vier-Mann-Band aus Steinbach am Wald wird aufspielen.

Spendenkonto für die Ukraine

Katholische Kirchenstiftung Stegaurach IBAN: DE20 7706 2014 0202 5170 94 Verwendungszweck: Ukraine.

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