Kultur trotz Corona
Blues- und Jazzfestival: ein Open-Air mit Wagnis
„The Voice-of-Germany“-Gewinner Andreas Kümmert wird auch auftreten.
„The Voice-of-Germany“-Gewinner Andreas Kümmert wird beim Blues- und Jazzfestival 2021 in Bamberg auftreten.
Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Bamberg – 60 Bands und neue Auflagen: Auf welche Bands sich Besucher beim beliebten Bamberger Festival freuen können und - wie man dabei sein kann.

Rund 60 Bands, ein Gutteil aus der Region, verteilt auf Spielorte in Stadt und Landkreis Bamberg – das soll die 14. Ausgabe des Tucher Blues- & Jazzfestivals bieten.

„Wir wollen ein Signal aussenden: Die Open-Air-Saison geht wieder los“, betont Klaus Stieringer. Der Geschäftsführer des Bamberger Stadtmarketings habe mit seinem Team „im dichtesten Nebel gearbeitet“ – immer wieder wurden Termine verschoben und abgesagt.

Die Coronapandemie hat alles durcheinander gewürfelt. Nun steht er stolz auf der Pressekonferenz mit der saftig grünen Böhmerwiese im Hintergrund. Das Motto in diesem Jahr: „The Blues is back“.

The Blues is back: Die Beteiligten freuen sich schon darauf.
The Blues is back: Die Beteiligten freuen sich schon darauf.
Foto: Julian Megerle

Zwischen dem 30. Juli und 8. August soll es nun endlich klappen, damit die Kulturschaffenden wieder auf die großen Bühnen klettern dürfen, um nach aktueller Lage vor bis zu 500 Besucher spielen zu können. Möglicherweise könnte München diese Zahl bis Anfang August auf 1000 setzen.

Musikalisch schlägt das Festival den Bogen von Künstlern wie Tony Bullock, die zum festen Inventar gehören, über Neuzugänge wie die Hamburger Sängerin Miu oder die Band Frontm3n aus Großbritannien bis hin zum hier verwurzelten Kollektiv Bambägga, welches sich längst einen Namen gemacht hat.

Andreas Kümmert gibt sich die Ehre

Das Herz von Festival-Moderator Michael Ehlers schlägt höher, als er von Gruppen wie Drumaturgia erzählt, die mit Fusion Jazz, einem breiten Spektrum zwischen Klassik, Breakbeat, Latin, fernöstlichen Klängen und Polyrhythmik, reüssiert. Voice-of-Germany-Gewinner Andreas Kümmert gibt sich genauso die Ehre wie Mayito Rivera & Sons of Cuba oder Vanja Sky mit Gitarrenklang aus Kroatien.

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Mit der Kufa als Bühne in der Ohmstraße kommen die Zuschauer in den Genuss der inklusiven Bands und Gruppen bestehend aus Menschen mit und ohne Beeinträchtigung von der Lebenshilfe Bamberg. Diesmal fällt zwar der Gabelmann als Auftrittsort weg, aber dafür kommt das Weingut Laufer in Lisberg im Landkreis dazu.

Warum gab’s einen Online-Shitstorm?

Allein die erste Ankündigung zum Festival hat für einen Online-Shitstorm gesorgt. „Warum dürft ihr stattfinden und andere Sachen nicht?“, fragten sich viele laut Stieringer. Das Geheimnis liegt im Konzept, welches die „3G-Regel“ in einem abgrenzbaren Bereich vorschreibt: Das heißt, dass nur mitlauschen kann, wer entweder negativ getestet, nachweisbar vollständig geimpft oder vom Coronavirus genesen ist. Am Platz gilt keine Maskenpflicht, aber es sieht nach fester Platzwahl aus.

Schutzgebühr: zehn Euro pro Platz

Wer sich für Konzerte interessiert, muss sich über die Plattform „tucher-festival.de“ anmelden. Allerdings ist das dank Sponsoren als kostenlos angekündigte Festival nur noch bedingt kostenfrei. Anders als sonst fällt eine Schutzgebühr von zehn Euro pro Platz an, welche jedoch in Verzehrgutscheine umgemünzt werden. „Damit wollen wir verhindern, dass Plätze einfach weggeschnappt werden.“

Sollten die Infektionszahlen doch wieder durch die Decke gehen und das Festival erneut abgesagt werden müssen, gibt es die Schutzgebühr wieder zurück.

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