Kulturgut
Das Museum platzt aus den Nähten
Viele Objekte des Bauernmuseums sind derzeit in einem Zwischendepot gelagert.
Viele Objekte des Bauernmuseums sind derzeit in einem Zwischendepot gelagert.
Foto: Bauernmuseum Bamberger Land
Frensdorf – Das Bauernmuseum Bamberger Land in Frensdorf sehnt endlich Erweiterungsmöglichkeiten herbei.

Kirstin Zapf vom Bauernmuseum Bamberger Land stellte dem Kultur- und Sportausschuss des Landkreises den aktuellen Sachstand zum Depotbau für das Museum in Frensdorf vor. Im Oktober 2020 hatten sich die Ausschussmitglieder selbst ein Bild davon machen können, dass ein neues Depot zwingend notwendig ist. Viele der Exponate, unter anderen unzählige land- und hauswirtschaftliche Geräte, können nicht adäquat gelagert werden. Ein Teil der Sammlungsstücke ist sogar halb im Freien unter dem Dach eines Nebengebäudes untergebracht.

Eine Scheune auf einem Nachbargrundstück, die bereits als Depot genutzt werden konnte, ist im Frühjahr 2021 angekauft worden. Es wurde mittlerweile entschieden, hier einen Ersatzneubau zu schaffen. Ein Antrag auf Bauvorbescheid wurde erstellt. Die bestehende Grundfläche der Scheune Messingschlager ist als Bemessungsgrundlage herangezogen worden. Die betroffenen Nachbarn hatten keine Einwände gegen die Grenzbebauung. Über die genaue Gebäudekubatur und die Raumaufteilung des Depotneubaus wurde noch nicht beraten und muss noch entschieden werden.

Zwischendepot gefunden

Inzwischen wurde ein mögliches Zwischendepot gefunden, das man für fünf Jahre anmieten möchte. Die Museumsleitung würde sich auch noch über weitere Angebote freuen. In dieser Zwischenlagerungsphase soll ein mobiler Arbeitsplatz auf dem Gelände der Messingschlagerscheune für die Schnellerfassung der Objekte eingerichtet werden. Die Gegenstände will man dann sichten, auf Schädlingsbefall untersuchen, fotografieren und mithilfe der Datenbank Vino eine Kurzinventarisierung vornehmen. Nichtinventarisierte Exponate bekommen eine Inventarnummer und werden ebenfalls in die Datenbank aufgenommen, zerstörte Objekte in diesem Zusammenhang gleich aus dem Bestand genommen.

Für die fachlich fundierte Inventarisierung aller musealen Objekte im Bestand des Bauernmuseums während und nach der Bauphase benötigt man eine wissenschaftliche Fachkraft und einen Museumswart in Teilzeit für die Dauer von circa fünf Jahren und eventuell auch Praktikanten. Im Anschluss daran sei die Beschäftigung eines Depotverwalters in Teilzeit wünschenswert.

Suche nach Fördermöglichkeiten

Kirstin Zapf erläuterte dem Ausschuss, dass es zeitnah einen Ortstermin mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen geben wird. In diesem Zusammenhang erhofft man sich eine Beratung hinsichtlich der Bauweise und der technischen Ausstattung des neuen Depots und einer finanziellen Förderung von projektbezogenen zusätzlichen Stellen. Dabei will man sich auch über weitere Fördermöglichkeiten, wie zum Beispiel durch die Oberfrankenstiftung, informieren.

Das Bauernmuseum Bamberger Land und sein Depot verstehen sich, so die stellvertretende Museumsleiterin, „als Gedächtnis des Landkreises“. Spenden und Schenkungen können dort sachgerecht und dauerhaft für die Nachwelt bewahrt werden. Es ist ganz wichtig, so Kirstin Zapf, dass man mit den Objekten auch die Geschichte dahinter dokumentieren kann. Mit dem neuen Sammlungskonzept sei man auf einem guten Weg dahin. Zukünftig will man einen Museumsblog erstellen, der sich speziellen Gegenständen oder Themen widmet. Es wird Depotführungen geben und ein „Depot-Schaufenster“ eingerichtet, das zu unterschiedlichen Themen bespielt werden kann.