Kunsthandwerk
Der Glaube in Steinen
Natürlich darf die Taube als Symbol des Heiligen Geistes nicht fehlen.
Natürlich darf die Taube als Symbol des Heiligen Geistes nicht fehlen.
Foto: Marion Krüger-Hundrup
Bamberg – Mit Mosaiken zeigt der Bamberger Wilhelm Dorsch seinen Glauben.

Monatelang hat Wilhelm Dorsch an diesem Kunstwerk für das Pfingstfest gearbeitet. Immer dann, „wenn ich Lust dazu hatte“, wie er sagt. Und wenn ihn seine Aufgabe als Leiter der Bamberger Tafel die Zeit ließ. Herausgekommen sind große Mosaike aus farbigen Natursteinen. Allein der auferstandene Christus verbrauchte etwa 1800 Einzelsteine aus oberfränkischem Dolomit. Nicht gezählt sind die „Puzzleteile“, aus denen Wilhelm Dorsch das „Auge Gottes“ und natürlich die Taube legte – die Taube als neutestamentliches Symbol für den Heiligen Geist schlechthin.

Diese drei Mosaike hat der 76-Jährige augenfällig vor seinem Haus in der Dieselstraße 11 arrangiert. Kerzen in Glasbehältern bilden davor einen Halbkreis: Die brannten am Pfingstsonntag und -montag. „Ich verbinde Hoffnung, Kraft und Glaube mit Pfingsten“, erklärt Katholik Dorsch. Und überhaupt sei es ihm ein Bedürfnis, „Glaube in Stein auszudrücken, es fasziniert mich, Glauben rüberzubringen“.

Ein Meister seines Faches

Denn auch zu den anderen christlichen Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern produziert der Hobby-Kunsthandwerker Mosaike: „Die Motive finde ich in Kirchenzeitungen“, erzählt der gelernte Terrazzoleger und Betonsteinmeister. Er habe also schon immer mit Steinen zu tun gehabt und wisse, wie diese ohne Maschinen per Hand bearbeitet und mit Beton ausgegossen werden müssten.

Er führt in seine Werkstatt, zeigt auf eine Auswahl von Werken auch mit profanen Motiven. Wunderschön sind zum Beispiel die runden Tischplatten mit geometrischen Formen. Oder die Wanddekorationen mit floralen Mustern.

Und dann weist Wilhelm Dorsch mit einem Augenzwinkern doch wieder auf ein frommes Stück: „Meine Ehefrau heißt Michaela, und sie hat sich den Erzengel Michael gewünscht!“ So mutet dieser Engel in seinen Gesichtszügen und Körperformen doch recht weiblich an.

Die Pfingstinstallation wird voraussichtlich auch in der Woche nach den Feiertagen zu sehen sein.