Kultur
Im Tanz lassen sich Grenzen überschreiten
Das Gewerbegelände in der  Bamberger Jäckstraße 35 war Schauplatz des ersten Tanzfestivals.
Das Gewerbegelände in der Bamberger Jäckstraße 35 war Schauplatz des ersten Tanzfestivals.
Foto: privat
Bamberg – Ein Kollektiv um Johanna Knefelkamp-Storath will Menschen durch Tanz verbinden. Das gelang jetzt auch auf einem Festival.

Drei Bühnen verteilen sich über das Gelände, Kunstwerke von Elisabeth Kraus finden ihren Platz in den Zwischenräumen, kleine Ruheoasen unter Bäumen laden dazu ein zu verweilen und ins Gespräch zu kommen. Das Gewerbegelände in der Bamberger Jäckstraße 35 bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Jetzt verwandelten sich die grauen Betonflächen zum ersten Mal in Bewegungsräume für das connect-Tanzfestival unter freiem Himmel. Ausgehend vom dort verorteten CON Bamberg (Raum für Bewegung) hat das Tanzkollektiv contweedancecollective mit lokalen und überregionalen Künstler und Künstlerinnen ein vielfältiges Programm zusammengestellt: von Tanz über Musik bis hin zu bildender Kunst.

Mit viel Schwung katapultieren uns die vier Superheldinnen des Mneme Kollektivs Münster mit ihrer Performance TURBOGIGAMANIPOWERISTISCH in den Nachmittag. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre gehen den Heldinnen ihre besonderen Fähigkeiten verloren, und so machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach den Kräften. In einem anschließenden Workshop konnten Kinder ihre eigenen Stärken tänzerisch erforschen. Eine Interventionsperformance von der Tänzerin Laura Schabacker und der Künstlerin Elisabeth Kraus überraschte mit neuen Perspektiven auf das Gelände.

Am Abend gab es gleich zwei Premieren: Zuerst zeigte die Tänzerin und Choreografin Johanna Knefelkamp-Storath „Ich-Facetten“ in einer Mischung von Videoinstallation und Liveperformance. Die ausdrucksvolle und persönliche Beschäftigung mit der Vielschichtigkeit der Psyche wurde begleitet von der eigens dafür komponierten Musik von Nomansland.

Johanna Knefelkamp-Storath
Johanna Knefelkamp-Storath
Foto: Stadt Bamberg

Johanna Knefelkamp-Storath, die diesjährige Preisträgerin des Kunststipendiums von Stadt und Landkreis Bamberg, erzählt e im Publikumsgespräch von ihren Bedenken, zum ersten Mal mit Video zu arbeiten. Es sich dennoch zu trauen, hat sich gelohnt. Das Publikum zeigte sich begeistert, es gab sogar Standing Ovations.

Die zweite Premiere: ein Duo von dem Musiker Stefan Goldbach und der Tänzerin Laura Saumweber. In „Silhouettes“ überschritten sie ihre jeweiligen Disziplinen: Sie spielten beide Kontrabass und tanzen. Auch hier zeigte sich, wie bereichernd das Überwinden von Grenzen sein kann. Der Auftritt der Band The See See Riders sorgte für eine ausgelassene Stimmung am Abend und rundete den Festivaltag ab.

Das contweedancecollective hat sich zur Aufgabe gemacht, Menschen durch Tanz zu verbinden. Das erste Tanzfestival in Bamberg hat dies definitiv eingelöst.