Heimatgeschichte
Was die Wegkreuze zu erzählen haben
Ein Steinkreuz, gelegen an der schmalen Straße zwischen Pausdorf und Burgellern
Ein Steinkreuz, gelegen an der schmalen Straße zwischen Pausdorf und Burgellern
Foto: Archiv T. Stöhr
Scheßlitz – „Neun Kreuze am Weg“ ist der Titel des Büchleins, das steinernen Monumente im Raum Scheßlitz nachspürt

Wanderer gehen daran vorbei, Radfahrer lassen sie links liegen: Flurkreuze. Die Inschrift oft kaum zu entziffern; der Grund, warum dieses Steindenkmal gerade hier steht, unbekannt. Ein Buch erzählt nun die Geschichten zu mehreren dieser meist steinernen Monumente im Raum Scheßlitz.

„Neun Kreuze am Weg“ ist der Titel des Büchleins, das der Memmelsdorfer Autor Johannes Pelnasch veröffentlicht hat. Der Autor wollte, wie er schreibt, ursprünglich Informationen über vier bestimmte Wegkreuze in Erfahrung bringen, die auf dem Weg seiner beliebten Radstrecke zwischen Memmelsdorf und Burglesau liegen. Er hatte vor, Informationen über die Denkmäler inmitten schöner Landschaft zu sammeln „und in einer unterhaltsamen Form sich selbst und dem Leser nahebringen“, so Pelnasch. Bei seinen Recherchen förderte er dann aber viel mehr Interessantes aus der Geschichte einiger kleiner Ortschaften zutage, die man bei diesem beschaulichen Radausflug in den nordöstlichen Landkreis kennenlernen kann. Und, dass es hier viel mehr Flurkreuze gibt als nur vier.

„Als ich begann, die Geschichte zu erforschen, hätte ich nie gedacht, dass diese fünf Kilometer so geschichtsträchtig sein könnten, dass es tatsächlich zu einem Buch reichen würde, handelt es sich doch um eine ganz banale Streckenführung, aus der dann aber doch fünf besondere Kilometer wurden.“ Pelnasch erklärt detailliert, was es mit auffallenden Stein-, Metall- und Holzkreuzen entlang beliebten Rad- und Wanderwegen nahe Scheßlitz, Burgellern, Pausdorf, Ehrl, Burglesau und Schlappenreuth auf sich hat. Johannes Pelnasch hat diese Denkmäler erst nach mehrmaligem Vorbeifahren „entdeckt“. Sie haben ihn in den Bann gezogen, und er hat deren Entstehungsgeschichte aufgeschrieben. Pelnasch habe „mit diesem Werk einen wichtigen Beitrag für unsere Heimatgeschichte geliefert“, befindet der ehemalige Scheßlitzer Bürgermeister Franz Zenk, selbst leidenschaftlicher Heimatforscher.

Mehr als ein Sachbuch

Fast zwei Jahre lang recherchierte Pelnasch, sammelte fleißig Unterlagen, verwertete Dokumente und interviewte ortskundige Menschen vor Ort, die besonderen Bezug zu den Kreuzen haben. Herausgekommen ist eine mit vielen farbigen Detailfotos bebilderte interessante Zusammenfassung, eine Bereicherung für all jene aus der Region, die sich für die Heimatgeschichte interessieren.

Als reines Sachbuch oder als Chronik lassen sich die 146 Seiten aber nicht einordnen. Es ist – bei einem Werk über christliche Symbole wenig verwunderlich – auch religiös angehaucht. Mit Gebeten und eigenen Gedanken will der Autor auch zur Nachdenklichkeit und zum Innehalten animieren. Ihren Platz in das Büchlein haben aber auch Tipps für Radfahrer und Wanderer gefunden.

Das Buch kostet 14,80 Euro. Es ist erhältlich im Verlag Urlaub, Bamberg, ISBN: 978-3-933949-68-4, sowie in der Buchhandlung Collibri in Bamberg und in den Rathäusern Scheßlitz und Memmelsdorf.