Basketball
Bamberg wird Mekka einer neuen Olympia-Sportart
In diesem Jahr ist 3x3-Basketball zum ersten Mal olympisch. In Bamberg entsteht ein Landesstützpunkt.
In diesem Jahr ist 3x3-Basketball zum ersten Mal olympisch. In Bamberg entsteht ein Landesstützpunkt.
Foto: Sportfoto Zink/Symboldbild
Bamberg – Gemeinsam mit Nürnberg wird Bamberg neuer Landesstützpunkt für 3x3-Basketball. Ein neuer amtlicher Fiba-Court entsteht im Landkreis Bamberg.

Basketball wird bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) erstmals in zwei Disziplinen gespielt. Neben dem gewohnten Fünf-gegen-Fünf in der Halle ist in Japan zum ersten Mal „3x3-Basketball“ olympisch. Während die deutschen Männer der Welt-Elite aktuell noch etwas hinterherhinken und keine Chance mehr auf die Olympia-Teilnahme haben, steht das Qualifikations-Turnier für die deutschen Frauen kurz bevor. Vom 26. bis 30. Mai duellieren sich die DBB-Damen um WNBA-Spielerin Satou Sabally in Gruppe A mit den USA, Frankreich, Uruguay und Indonesien. Zwei dieser Teams kommen ins Viertelfinale, insgesamt drei Mannschaften schaffen es nach Tokio.

WNBA-Spielerin Satou Sabally will die deutsche 3x3-Nationalmannschaft der Frauen zu den Olympischen Spielen führen.
WNBA-Spielerin Satou Sabally will die deutsche 3x3-Nationalmannschaft der Frauen zu den Olympischen Spielen führen.
Foto: Archiv

Ein deutscher Erfolg könnte der neuen Basketball-Disziplin hierzulande sicher zu mehr Popularität verhelfen. Mittelfristig gesehen hält Wolfgang Heyder, Vizepräsident des Bayerischen Basketball-Verbands (BBV) und Jugendkoordinator bei Brose Bamberg, einen Boom des Freiluftsports für möglich: „Man erhofft sich eine ähnliche Entwicklung wie im Beachvolleyball. Es sollen neue Zielgruppen erreicht werden, die sich im 3x3, in einem etwas freieren und weniger taktikgeprägten Basketballspiel, wiederfinden können.“ Die Verbände, sei es der Deutsche Basketball-Bund (DBB) oder der Bayerische Basketball-Verband (BBV), versuchen die Voraussetzungen für einen Boom zu schaffen. Und der Standort Bamberg soll hier eine wichtige Rolle einnehmen.

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Gemeinsam mit Nürnberg wird Bamberg nämlich neuer Landesstützpunkt für 3x3-Basketball. In beiden Städten sollen künftig Lehrgänge, Turniere und andere Events stattfinden – und das auf zwei nagelneuen amtlichen Fiba-Courts. In Bamberg war die Errichtung des Freiplatzes ursprünglich am Aufseesianum geplant. Wegen möglicher Lärmschutz-Bedenken entschied man sich letztlich aber für Breitengüßbach als Standort. Dort ist der neue Court Teil der umfassenden Sanierung des Sportgeländes. Die Einweihung ist für Mitte Juli geplant. Inklusive der Korbanlagen kostet der Platz etwa 34 000 Euro. Ein Projekt, das zu 90 Prozent vom Bayerischen Landessport-Verband (BLSV) gefördert wird. Bis 2022 sollen weitere Courts in München, Regensburg und eventuell Augsburg und Würzburg entstehen. Nach Möglichkeit sollen die Plätze auch für den Breitensport zugänglich sein.

Das Sportgelände in Breitengüßbach ist aktuell eine Großbaustelle. Mitte Juli soll  hier ein amtlicher Fiba-Court für „3x3-Basketball“ eingeweiht werden. Das Projekt schlägt mit rund 34 000 Euro zu Buche.
Das Sportgelände in Breitengüßbach ist aktuell eine Großbaustelle. Mitte Juli soll hier ein amtlicher Fiba-Court für „3x3-Basketball“ eingeweiht werden. Das Projekt schlägt mit rund 34 000 Euro zu Buche.
Foto: Maximilian Glas

Ein bislang noch nicht feststehender Stützpunkttrainer wird am 1. Juli seine Arbeit in Nürnberg bzw. Bamberg aufnehmen. Der positive Nebeneffekt für das Brose-Nachwuchsprogramm: Von Oktober bis April wird der neue Coach zur Hälfte den Bamberger und zur Hälfte den Nürnberger Talenten als Individualtrainer zur Verfügung stehen.

In der Saison 2018/19 hatte Brose Bamberg sogar einen ehemaligen 3x3-Nationalspieler in seinen Reihen. Kraftpaket Cliff Alexander repräsentierte Team USA 2013 bei der Amerika-Meisterschaft und der Weltmeisterschaft der U18-Junioren. Den Eindruck, den er im Brose-Trikot hinterließ, war damals allerdings kein Bleibender.