Fußball
Bayreuth siegt im fränkischen Derby beim Club
Stefan Maderer erzielt den 3:0-Endstand gegen den Nürnberger Torhüter Patric Klandt.
Stefan Maderer erzielt den 3:0-Endstand gegen den Nürnberger Torhüter Patric Klandt.
Foto: Peter Mujlarczyk
Nürnberg – Die SpVgg Bayreuth knüpft nach der Heimpleite gegen Burghausen an ihre zuvor gezeigten Leistungen an: 3:0 beim 1. FC Nürnberg II.

Vier Tage nach der ersten Saisonniederlage (2:3 gegen Wacker Burghausen) und vier Tage vor der Rückkehr auf die bundesweite Fußballbühne hat die SpVgg Bayreuth in der Fußball-Regionalliga Bayern in die Erfolgsspur zurückgefunden: Die Altstädter gewannen auch ihr viertes Auswärtsspiel der noch jungen Saison klar: 3:0 beim 1. FC Nürnberg II.

Daniel Steininger erzielt das  2:0 für die SpVgg Bayreuth.
Daniel Steininger erzielt das 2:0 für die SpVgg Bayreuth.
Foto: Peter Mularczyk

Regionalliga Bayern

1. FC Nürnberg II –

SpVgg Bayreuth 0:3 (0:1)

Wenig überraschend reagierte Trainer Timo Rost nach der 2:3-Niederlage gegen Wacker Burghausen und verpasste seiner Startformation einen für ihn eher ungewöhnlich großen Umbruch: Mit Tim Danhof, Cemal Kaymaz und Stefan Maderer rückten drei zuletzt auf der Bank zu findende Akteure in die Startformation, Tobias Weber stand nach seiner Sperre ebenfalls wieder auf dem Feld, Ex-Kapitän Anton Makarenko feierte von der Bank kommend an alter Wirkungsstätte sein Saisondebüt.

Alexander Nollenberger (links) gegen den Nürnberger Tim Steinmetz.
Alexander Nollenberger (links) gegen den Nürnberger Tim Steinmetz.
Foto: Peter Mularczyk

Aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Chris Wolf und Benedikt Kirsch überraschte Rost auch im taktischen Bereich: Zum einen mit einem Zweimannsturm - neben Stefan Maderer rückte Tim Danhof in die Spitze -, zum anderen mit Ivan Knezevic und Cemal Kaymaz als offensiv ausgerichtete Sechser vor der Abwehr. Eine Maßnahme, die gegen ebenfalls sehr offensiv aufgestellte Nürnberger ein probates Gegenmittel war. „Wir haben heute von der ersten Minute an unser Spiel auf die Wiese gebracht“, sagte ein freudestrahlender Coach nach Spielende, „und wenn wir das tun, dann sind wir extrem unangenehm zu bespielen.“

Tim Danhof setzt sich gegen den Nürnberger Seid Korac durch.
Tim Danhof setzt sich gegen den Nürnberger Seid Korac durch.
Foto: Peter Mularczyk

In der Tat. Schon nach einer knappen Minute hätte Maderer treffen können, mit vereinten Kräften klärte die Club-Abwehr die Situation. Dass die Fiel-Truppe alles andere als ein schwacher Gegner ist, zeigte der kleine Club hernach. Angetrieben vom Ex-Löwen Kilian Fischer, der in Abwesenheit des rotgesperrten Linus Rosenlöcher die linke Abwehrseite bearbeitete, zeigte die Zweitliga-Reserve ihre Qualität. Fischer, eine von fünf Leihgaben aus der Zweitligamannschaft, scheiterte gleich zwei Mal am stark reagierenden Ex-Clubberer Sebastian Kolbe (15./17.), der einen überragende Leistung bot und seine Vorderleute lautstark dirigierte.

Das 1:0 durch Alexander Nollenberger, der Club-Torhüter Patric Klandt ausgespielt  hat.
Das 1:0 durch Alexander Nollenberger, der Club-Torhüter Patric Klandt ausgespielt hat.
Foto: Peter Mularczyk

Auch an vorderster Front zeigten sich die Bayreuther spielfreudig. Immer wieder lauschten Knezevic, Kaymaz und Dennis Lippert die Nürnberger Angriffe ab, um die tief laufenden Offensivkräfte als Zielspieler zu suchen. Kapitän Knezevic war es letztlich, der mit einem dieser Bälle den extrem starken Alexander Nollenberger fand: Der umkurvte Keeper Patrick Klandt und vollstreckte überlegt.

Vor der Pause wurde es schließlich vor den Augen zahlreicher altgedienter Fußballrecken und FCN-Cheftrainer Robert Klauß turbulent: Erst klärten Steffen Eder mit seinem Hinterteil und Keeper Kolbe gegen zwei Steinmetz-Versuche (46.), ehe Daniel Steininger die Führung hätte erhöhen müssen. Nach einem doppelt per Kopf verlängerten Knezevic-Eckball scheiterte er aber an Klandt. Club-Trainer Christian Fiel sagte: „Die Jungs haben heute gesehen, was es bedeutet, gegen eine gestandene Männermannschaft zu spielen. Ich hoffe, wir ziehen schnell unsere Lehren daraus.“ Was Kritik an seiner Mannschaft war, war auch ein Kompliment für die Bayreuther.

Tim Danhof behauptet sich  gegen Seid Korac.
Tim Danhof behauptet sich gegen Seid Korac.
Foto: Peter Mularczyk

Die machten es nach der Pause besser. Daniel Steininger, einst umjubelter Siegtorschütze der SpVgg Greuther Fürth im Bundesligaderby gegen den Club, knallte einen starken Angriff über Stefan Maderer und Tim Danhof humorlos in den kurzen Winkel (50.) - ein Treffer der Marke Traumtor.

Die defensiv mit Herzblut und Leidenschaft verteidigenden Bayreuther ließen die Hausherren nun im gegnerischen Strafraum kaum mehr zur Entfaltung kommen. Mit seinem ersten Ballkontakt bediente der pfeilschnell in die Spitze stoßende Tobias Stockinger schließlich Stefan Maderer, der die Entscheidung herbeiführte. „Wir waren nach vorne brutal effizient“, sagte Rost, dem nach der Niederlage gegen Burghausen vor allem die Art und Weise des Auftritts seiner Mannschaft imponierte. „Jetzt freuen wir uns auf Bielefeld“, blickte er auf das Pokalspiel am Samstag.

Alexander Nollenbergers Schuss kann von Kilian Fischer nicht geblockt werden.
Alexander Nollenbergers Schuss kann von Kilian Fischer nicht geblockt werden.
Foto: Peter Mularczyk

Verletzungen trüben die Freude

Bitter dabei: Mit Steffen Eder (Oberschenkel), Cemal Kaymaz (Wade) und Alexander Nollenberger (Knöchel) mussten gleich drei Spieler angeschlagen das Feld verlassen, Ivan Knezevic spielte zwar durch, hat sich allerdings an der Schulter verletzt. „Wir werden Lösungen finden“, sagte Rost, der auf die Rückkehr von Benedikt Kirsch und Patrick Weimar hoffen kann.

Dainel Steiningers Jubel.
Dainel Steiningers Jubel.
Foto: Peter Mularczyk

Nürnberg: Klandt - Steinmetz, Korac, Komljenovic (61. Schlößer), Fischer - Suver, Wähling (71. Goß) - Satkus, Latteier - Sausen (82. Ismail), Schleimer / Bayreuth: Kolbe - Götz, T. Weber, Eder (60. F. Weber), Lippert - Knezevic, Kaymaz (80. Moos) - Nollenberger (77. Stockinger), Steininger (63. Makarenko) - Maderer (84. Ziereis), Danhof / Tore: 0:1 Nollenberger (32.), 0:2 Steininger (52.), 0:3 Maderer (79.) / Schiedsrichter: Steigerwald (TSV Karlburg) / Zuschauer: 200