Basketball
Brose Bamberg erzwingt ein fünftes Spiel
Die Bamberger freuen sich nach dem zweiten Sieg über die Ludwigsburger, der ihnen die Chance auf den Einzug ins Halbfinale am Leben erhielt.
Die Bamberger freuen sich nach dem zweiten Sieg über die Ludwigsburger, der ihnen die Chance auf den Einzug ins Halbfinale am Leben erhielt.
Foto: Daniel Löb
Bamberg – Die Bamberger gewinnen das vierte Viertelfinal-Spiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg mit 87:84. Die Entscheidung in der Serie fällt am Donnerstag.

Die Bundesliga-Basketballer von Brose Bamberg haben auch den zweiten Matchball der MHP Riesen Ludwigsburg abgewehrt und ein fünftes Spiel in der Viertelfinalserie erzwungen. Nach zwei Niederlagen bei den Schwaben und dem grandiosen 96:90-Heimerfolg am Pfingstsonntag setzte sich die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers am Dienstagabend in der Brose-Arena abermals durch. Beim 87:84 (49:46)-Erfolg mussten die Bamberger aber hart kämpfen, um das Play-off-Aus zu verhindern. Jetzt muss die Partie am Donnerstag (18.30 Uhr) die Entscheidung bringen, ob die Oberfranken oder die Schwaben ins Halbfinale einziehen. Mit dem FC Bayern München steht der Gegner dort bereits fest.

„Wir haben ein sehr starkes drittes Viertel gespielt, es aber dann spannender gemacht, als es hätte sein sollen. Heute war es wieder eine tolle Energieleistung von uns. Wir haben jetzt sehr viel Selbstvertrauen“, meinte der Bamberger Aufbauspieler Bennet Hundt, der mit 23 Punkten sein Team in der spannenden und umkämpften Partie zum Sieg führte. „Bennet hat uns heute gekillt“, zollte Gäste-Trainer John Patrick dem Brose-Point-Guard seinen Respekt.

Bennet Hundt, der hier mit Yorman Polas Bartolo den Bundesliga-Verteidiger des Jahres abschüttelt, war mit 23 Punkten der Mann des Abends.
Bennet Hundt, der hier mit Yorman Polas Bartolo den Bundesliga-Verteidiger des Jahres abschüttelt, war mit 23 Punkten der Mann des Abends.
Foto: Daniel Löb

Play-off-Viertelfinale, Spiel 4

Brose Bamberg – MHP Riesen Ludwigsburg 87:84

(24:21, 25:25, 26:16, 12:22)

Riesen-Coach Patrick veränderte im Vergleich zu den ersten drei Duellen sein Team auf zwei Ausländerpositionen. Jonah Radebaugh und Andrew Warren mussten Barry Brown jr. und Desi Rodriguez weichen. Besonders Brown tat den Bambergern weh. 16 Punkten in der ersten Halbzeit folgten 14 im letzten Viertel, mit dem der US-Amerikaner die Partie fast noch gedreht hätte.

Die Gäste kamen nach ihrer Abfuhr am Pfingstsonntag wie erwartet mit einer ganz anderen Körpersprache auf das Parkett. Sie suchten in jedem Zweikampf den Ballgewinn, was den Rhythmus der Hausherren zunächst hemmte. Hinzu kam, dass Michele Vitali bereits in den ersten zwei Minuten drei Fouls kassierte und bis zur Pause nur noch auf der Bank saß.

An Michele Vitali (rechts), hier im Duell mit Riesen-Center Jonas Wohlfarth-Bottermann, lief das Spiel vorbei. Der Italiener saß nach drei Fouls in den ersten zwei Minuten lange auf der Bank und stand nur 8:30 Minuten auf dem Parkett.
An Michele Vitali (rechts), hier im Duell mit Riesen-Center Jonas Wohlfarth-Bottermann, lief das Spiel vorbei. Der Italiener saß nach drei Fouls in den ersten zwei Minuten lange auf der Bank und stand nur 8:30 Minuten auf dem Parkett.
Foto: Daniel Löb

Nach dem 9:16-Rückstand fanden die Oberfranken aber besser in die Partie. Zwar kamen sie nicht zu so vielen Dreiern wie in der zweiten Partie, doch der Distanzwurf fiel mit guter Quote. Unter dem Korb hatten die Bamberger klare Vorteile. David Kravish und Christian Sengfelder setzten sich in der Zone ein ums andere Mal durch. Nach der Bamberger 40:32-Führung in der 15 Minute geriet aber etwas Sand ins Getriebe, was die Schwaben sofort ausnutzten und bis zur Pause auf 49:43 herankamen.

Ludwigsburg ist übermotiviert

Der Mann des dritten Viertels war Bennet Hundt. Mit 13 der 26 Bamberger Punkte in diesem Abschnitt war er maßgeblich daran beteiligt, dass sich sein Team erstmals zweistellig absetzen konnte. Die Ludwigsburger ließen offensiv nun einige Chancen aus und waren in der Abwehr übermotiviert, was zu zwei Technischen Fouls und leichten Bamberger Punkten an der Freiwurflinie führte.

Auf einmal werden die Bamberger nervös

Trotz einer scheinbar beruhigenden 75:63-Führung zu Beginn des Schlussabschnitts wurde die Hausherren auf einmal nervös. Ihnen gelang viereinhalb Minuten kein Korberfolg. Zudem ließen sie sich siebenmal den Ball abnehmen. Die MHP Riesen kamen bis auf 77:76 heran (35.). Die Bamberger fingen sich aber einigermaßen und behaupteten in der spannenden Schlussphase die knappe Führung. Ihr Sieg stand aber erst fest, als Smiths Dreier zum Ausgleich 0,1 Sekunden vor der Schlusssirene sein Ziel verpasste.

David Kravish punktet vom Rand der Zone aus. Der Bamberger Center war mit 20 Zählern und fünf Rebounds unter dem Brett der dominante Spieler.
David Kravish punktet vom Rand der Zone aus. Der Bamberger Center war mit 20 Zählern und fünf Rebounds unter dem Brett der dominante Spieler.
Foto: Daniel Löb

Spieler des Spiels

Bennet Hundt war Dreh- und Angelpunkt im Bamberger Spiel. Er traf sieben seiner zwölf Würfe aus dem Feld, darunter fünf Dreier bei neun Versuchen. Seine Trefferquote betrug 58 Prozent. Zu seinen vier Defensivrebounds und vier Assists gesellten sich aber auch drei Ballverluste. Von der Freiwurflinie warf der 22-Jährige fehlerfrei (vier Treffer).

Die Statistik

Bamberg: Hundt (23 Punkte/5 Dreier), Kravish (20), Sengfelder (13/1), Ogbe (10/3), Fieler (6), Larson (6/2), Lockhart (5/1), Ruoff (2), Vitali (2)

Ludwigsburg: Brown (32/3), Hulls (13/3), Darden (8), Polas Bartolo (7/1), da Silva (7), McLean (6),Smith (5/1), Rodriguez (4), Ja. Patrick (2), Herzog, Wohlfarth-Bottermann

Schiedsrichter: Lottermoser, Reiter, Mutapcic

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Bamberg 50 Prozent (31 Treffer/62 Versuche), Ludwigsburg 45 (33/74)

Dreierquote: Bamberg 40 Prozent (12/30), Ludwigsburg 33 (8/24)

Freiwurfquote: Bamberg 93 (13/14), Ludwigsburg 100 (10/10)

Rebounds: Bamberg 35 (25 defensiv/10 offensiv), Ludwigsburg 36 (21/15)

Ballgewinne/-verluste: Bamberg 3/15, Ludwigsburg 7/9

Assists: Bamberg 18 / Ludwigsburg 10

Fouls: Bamberg 20 / Ludwigsburg 22

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