Basketball
Brose Bamberg ist von der Rolle
Christian Sengfelder (hier bewacht von Hayden Dalton) zeigte eine starke erste Halbzeit, in der er elf seiner 13 Punkte erzielte. Nach der Pause lief bei ihm wie bei seinen Teamkameraden nicht mehr viel zusammen.
Christian Sengfelder (hier bewacht von Hayden Dalton) zeigte eine starke erste Halbzeit, in der er elf seiner 13 Punkte erzielte. Nach der Pause lief bei ihm wie bei seinen Teamkameraden nicht mehr viel zusammen.
Foto: championsleague.basketball
Bamberg – Brose Bamberg verspielt im "Heimspiel" der Champions League in Bosnien gegen ERA Nymburk einen 18-Punkte-Vorsprung und verliert mit 80:91.

Die Erfolgsserie der Basketballer von Brose Bamberg ist am Dienstagabend gerissen. Nach zuvor wettbewerbsübergreifend sechs Siegen in Folge kassierten sie in ihrem vierten Spiel der Champions-League-Zwischenrunde bereits die dritte Niederlage. Durch das 80:91 (44:32) gegen ERA Nymburk sind die Chancen auf den Einzug ist Viertelfinale auf ein Minimum gesunken. Im anderen Spiel der Gruppe L bezwang Casademont Saragasso die Italiener von Dinamo Sassari mit 105:88 und verteidigte mit sieben Punkten die Tabellenführung vor Nymburk (6) und Bamberg (5).

Die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers brach nach einer guten ersten Halbzeit, in der sie zeitweise mit 18 Punkten vorne lag, nach der Pause völlig ein und hatte den sich enorm steigernden Tschechen nichts mehr entgegenzusetzen. Das letzte Viertel ging mit 22:35 verloren.

Champions League

Brose Bamberg -

ERA Nymburk 80:91

(20:14, 24:18, 14:24, 22:35) Der Bundesliga-Achte musste sein Heimspiel gegen den tschechischen Serienmeister im bosnischen Laktasi bestreiten, da für die Gäste aus Tschechien bis vergangenen Freitag ein Einreiseverbot nach Deutschland bestanden hatte. Vor den Augen des bosnischen Staatspräsidenten Milorad Dodik, der sich zu einem Besuch in Laktasi befand, verpassten die Bamberger Revanche für die knappe 87:91-Hinspielniederlage und haben selbst bei zwei Siegen in den noch ausstehenden beiden Partien gegen Dinamo Sassari kaum noch Hoffnungen auf eine Teilnahme am Final-Eight-Turnier. Dieses erreichen nur die jeweils zwei besten Teams der vier Zwischenrundengruppen.

Bamberger starten gut in die Partie

Während die Bamberger gut in die Partie starteten, schaffte es Nymburk nie, einen Rhythmus aufzunehmen. Das lag auch daran, weil die Oberfranken gut verteidigten und ihre Gegenspieler etliche Male zu Einzelaktionen zwangen. Zudem unterliefen den Tschechen im ersten Viertel sieben Ballverluste, im zweiten sollten sieben weitere hinzukommen. Zu Beginn des zweiten Viertels gelang den Bambergern ein 7:0-Lauf, was Gäste-Coach Oren Amiel zu einer Auszeit zwang. Diese blieb ebenso ohne Wirkung wie eine zweite nur zwei Minuten später.

Ex-Bamberger Obasohan fehlt

Nach 14 Minuten hatten die Oberfranken bereits doppelt so viele Punkte erzielt wie der bis dahin harmlose Kontrahent (36:18). Insbesondere die "lange Garde" um David Kravish, Chase Fieler und Christian Sengfelder bereitete Nymburk große Probleme. Ohne den fehlenden Ex-Bamberger Retin Obasohan, der im Hinspiel mit 21 Punkten und sechs Assists bester Spieler war, fehlte den Tschechen im Spielaufbau klar die ordnende Hand.

Die Hausherren verpassten es aber, weiter davonzuziehen, im Gegenteil: Weil Brose nicht mehr konsequent den Korbabschluss suchte, gelangen dem Roijakkers-Team in den letzten vier Minuten der ersten Halbzeit nur noch vier Punkte, den Tschechen dagegen zehn.

Plötzlich reißt der Faden

Nach sieben Punkten in Folge von Devon Hall bauten die Bamberger ihren Vorsprung zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder auf 18 Punkte aus, doch dann riss der Faden plötzlich wieder. Gegen die Zonenabwehr der Tschechen fanden sie kein Mittel und verkrampften mit jedem Fehlwurf mehr. ERA Nymburk kam Punkt um Punkt heran, gewann das dritte Viertel gegen nun indisponierte Bamberger mit 24:14 und lag zu Beginn des Schlussabschnitts nur noch mit zwei Punkten zurück (56:58).

Doch es ging kein Ruck mehr durch das Team. Während Nymburk nun seine Dreier traf und damit Selbstbewusstsein tankte, lief bei den Oberfranken nichts mehr zusammen. Die Tschechen spielten sich, angeführt vom überragenden Ex-Bayreuther Lukas Palyza (26 Punkte/6 Dreier), bis zur 35. Minute eine Elf-Punkte-Führung heraus und brachten diese gegen in der zweiten Halbzeit maßlos enttäuschende Bamberger ungefährdet über die Zeit.

Spieler des Spiels

Chase Fieler stemmte sich gegen die Niederlage und erzielte neun seiner 19 Punkte im letzten Viertel. Der Power Forward traf acht seiner elf Würfe aus dem Feld, darunter drei Dreier bei sechs Versuchen. Zudem holte er vier Rebounds, gab einen Assist und blockte einen Wurf, leistete sich aber auch fünf Ballverluste.

Die Statistik

Bamberg: Fieler (19 Punkte/3 Dreier), Hall (17/2), Sengfelder (13/1), Kravish (10), Vitali (9/1), Lockhart (6/1), Larson (2), Ogbe (2), Hundt (2), Ruoff, Thompson

Nymburk: Palyza (26/6), Harding (19/1), Prewitt (13/1), Zimmerman (12), Dalton (10/1), Benda (4), Tuma (3), Hruban (2), Kriz (2), Kovar

Gesamtwurfquote: Bamberg 45 Prozent (30 Treffer/66 Versuche), Nymburk 46 (33/72)

Dreierquote: Bamberg 24 Prozent (8/33), Nymburk 31 (9/29)

Freiwurfquote: Bamberg. 92 Prozent (12/13), Nymburk 76 (16/21)

Rebounds: Bamberg 32 (21 defensiv/ 11 offensiv), Nymburk 42 (25/17)

Ballgewinne/-verluste: Bamberg 4/18, Nymburk 8/18

Assists: Bamberg 18 / Nymb. 17

Fouls: Bamberg 23 / Nymburk 16