Basketball
Brose Bamberg muss sich in den Play-offs steigern
Der nach seiner Knieverletzung wieder einsatzfähige Michele Vitali zieht gegen den Ludwigsburger Jaleen Smith zum Korb. Der Italiener im Bamberger Team kam auf sieben Punkte, der Bundesliga-MVP auf 21.
Der nach seiner Knieverletzung wieder einsatzfähige Michele Vitali zieht gegen den Ludwigsburger Jaleen Smith zum Korb. Der Italiener im Bamberger Team kam auf sieben Punkte, der Bundesliga-MVP auf 21.
Foto: Heiko Becker via Daniel Löb/Loeb - Pool
Bamberg – Die Bamberger verlieren das erste Spiel der Viertelfinalserie bei den MHP Riesen Ludwigsburg mit 69:83. Nach gutem Beginn lassen die Gäste stark nach.

Mindestens einen Gang hochschaltenmüssen die Basketballer von Brose Bamberg, wenn sie in den Play-offs der Basketball-Bundesliga kein frühes Aus hinnehmen wollen. Bei der 69:83-Niederlage am Mittwochabend in Ludwigsburg konnte der Tabellenachte im ersten Spiel der Viertelfinalserie den gastgebenden Hauptrunden-Ersten nicht in Verlegenheit bringen. Die Oberfranken offenbarten sowohl offensiv wie defensiv Defizite, die sie im zweiten Duell am Freitag (20.30 Uhr) an gleicher Stelle abstellen sollten, um nicht in Spiel 3 am Sonntag (15 Uhr) in der Brose-Arena mit dem Rücken zur Wand zu stehen.

Die Ludwigsburger holten 20 Offensivrebounds und hatten nur acht Ballverluste, die Bamberger verloren dagegen das Spielgerät 15 Mal. Daher kamen die Schwaben zu 17 Würfen mehr als ihr Gegner und hatten auch die bessere Dreierquote.

Bundesliga

MHP Riesen Ludwigsburg –Brose Bamberg 83:69

(18:22, 23:11, 17:17, 25:19)

Mit einem Vier-Punkte-Spiel von Dominic Lockhart, der beim Dreier vom frischgebackenen Bundesliga-MVP Jaleen Smith gefoult wurde und den Freiwurf traf, erwischten die Bamberger einen Start nach Maß. Einen 8:0-Lauf der Gäste beantworteten die zunächst nervösen Ludwigsburger erst nach drei Minuten mit ihrem ersten Korberfolg. Die Oberfranken behaupteten im ersten Viertel aber ihre Führung, weil die Schwaben zunächst viele Chancen liegen ließen. Von 18 Würfen trafen sie nur fünf (Trefferquote 28 Prozent). Die Bamberger brachten dagegen 50 Prozent ihrer Würfe unter, weil sie geduldig spielten und im richtigen Moment abschlossen.

Chase Fieler, dem sich hier der Ludwigsburger Yorman Polas Bartolo, fand erst spät seinen Rhythmus und erzielte sieben Punkte.
Chase Fieler, dem sich hier der Ludwigsburger Yorman Polas Bartolo, fand erst spät seinen Rhythmus und erzielte sieben Punkte.
Foto: Heiko Becker via Daniel Löb/Loeb - Pool

Das änderte sich jedoch ab dem zweiten Abschnitt. Die Ludwigsburger intensivierten ihre Verteidigungsarbeit und waren vor allem unter dem Bamberger Brett sehr aggressiv. Immer wieder schnappten sie sich den Offensivrebound und kamen so zu neuen Wurfchancen. Insgesamt 19 Punkte erzielten sie im zweiten Anlauf, Bamberg dagegen nur vier.

Bamberger Ballbewegung zu langsam

Zudem kamen die MHP Riesen nun an der Dreierlinie auf Touren, zur Pause hatten sie acht von 18 Distanzwürfen getroffen. Bei den Bambergern lief dagegen offensiv nur noch wenig zusammen. Der indisponierte Aufbauspieler Tyler Larson (zwei Treffer bei zehn Wurfversuchen) stand zwar lange auf dem Parkett, war aber zu keiner Zeit in der Lage, das Angriffsspiel zu organisieren. Die Bamberger bewegten den Ball zu langsam, so dass sie oft mit Einzelaktionen abschließen mussten. Lediglich vier Assists hatten sie zur Pause zu Buche stehen. Das Resultat waren nur elf erzielte Punkte im zweiten Viertel und ein 33:41-Halbzeitrückstand.

Ogbe übernimmt Verantwortung

Kenny Ogbe, der nach dem Ausfall von Topscorer Devon Hall sichtlich mehr Verantwortung übernehmen wollte und oft den Ball in der Hand hatte, spielte mit viel Energie, konnte seine Teamkameraden aber nicht mitreißen. Daher wuchs der Rückstand der Gäste auf 13 Punkte an (40:53, 27. Minute). Urplötzlich gelang den Gästen aber ein 10:0-Lauf, und sie waren wieder im Geschäft. Smith mit einem Drei-Punkte-Spiel und Tremmell Darden verschafften den Riesen aber vor Beginn des Schlussabschnitts wieder Luft.

Christian Sengfelder (links)  zeigte mit zehn Punkten und sieben Rebounds eine solide Leistung, wies aber nur eine Trefferquote von 36 Prozent auf.
Christian Sengfelder (links) zeigte mit zehn Punkten und sieben Rebounds eine solide Leistung, wies aber nur eine Trefferquote von 36 Prozent auf.
Foto: Heiko Becker via Daniel Löb/Loeb - Pool

Die Bamberger waren zwar bemüht, aber nicht in der Lage, noch einmal zurückzukommen. Ludwigsburg hatte die Partie im Griff und behauptete meist einen zweistelligen Vorsprung, weil das Offensivspiel ihres Gegners zu eindimensional und vorhersehbar war. Mit Michele Vitali und David Kravish waren zwar zwei zuletzt verletzt fehlende Leistungsträger wieder an Bord und spielten solide, aber als Team überzeugten die Oberfranken an diesem Abend nicht. Von daher ging der Sieg der Ludwigsburger, die ihre Stärken zur Geltung bringen konnten, auch in der Höhe in Ordnung.

Spieler des Spiels

Kenny Ogbe war mit 16 Punkten bester Bamberger Werfer und der aktivste Spieler seiner Mannschaft. Sechsmal wurde er gefoult, von seinen elf Freiwürfen gingen aber nur sechs in den Korb. Auch aus dem Feld war seine Trefferquote von 40 Prozent (vier von zehn) nur durchschnittlich. Zu drei Rebounds, einem Steal und einem Assist gesellten sich drei Ballverluste.

Die Statistik

Ludwigsburg: Smith (21 Punkte/3 Dreier), McLean (14), Warren (11/3), Polas Bartolo (9/1), Radebaugh (8/1), Ja. Patrick (6/2), Herzog (5/1), Darden (4), Hulls (3/1), Wohlfarth-Bottermann (2), Da Silva, Jo. Patrick

Bamberg: Ogbe (16/2), Sengfelder (10), Kravish (7), Fieler (7/2), Vitali (7/1), Plescher (5/1), Hundt (5/1), Larson (4), Lockhart (4/1), Thompson (4), Seric

Schiedsrichter: Fritz, Reiter, Madinger

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Ludwigsburg 40 Prozent (75 Treffer/30 Versuche), Bamberg 40 (23/58)

Dreierquote: Ludwigsburg 39 Prozent (12/31), Bamberg 32 (8/25)

Freiwurfquote: Ludwigsburg 73 (11/15), Bamberg 71 (15/21)

Rebounds: Ludwigsburg 44 (24 defensiv/20 offensiv), Bamberg 39 (27/12)

Ballgewinne/-verluste: Ludwigsburg 8/8, Bamberg 2/15

Assists: Ludwigsburg 12 / Bamberg 14

Fouls: Ludwigsburg 20 / Bamberg 21

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