Basketball
Brose Bamberg patzt in Braunschweig
Der Braunschweiger Gavin Schilling verbesserte die bislang von  Christian Sengfelder (links) gehaltene Saisonbestleistung bei den Rebounds um zwei auf 19.
Der Braunschweiger Gavin Schilling verbesserte die bislang von Christian Sengfelder (links) gehaltene Saisonbestleistung bei den Rebounds um zwei auf 19.
Foto: SoulClap Media
Bamberg – Zwei Tage nach dem Sieg über Spitzenreiter Ludwigsburg sind die Bamberger nicht wiederzuerkennen. Die Playoffs sind wohl trotzdem nicht in Gefahr.

Dem starken Auftritt gegen den Tabellenführer MHP Riesen Ludwigsburg ließen die Bundesliga-Basketballer von Brose Bamberg einen sehr mäßigen folgen. Bei der 75:85 (35:47)-Niederlage in Braunschweig verpassten sie es am Sonntag, die letzten kleinen Zweifel an der Play-off-Teilnahme zu zerstreuen. Während der Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers nur noch ein Sieg aus den verbleibenden drei Heimspielen der Hauptrunde reicht, um in der entscheidenden Saisonphase dabei zu sein, ist die kleine Hoffnung der Braunschweiger auf die Playoffs trotz des Erfolgs gegen den Tabellennachbarn erloschen. Bei Punktgleichheit mit den Bambergern wären sie im direkten Vergleich schlechter. Das Hinspiel hatten die Oberfranken mit 14 Zählern Vorsprung gewonnen.

Bundesliga

Löwen Braunschweig – Brose Bamberg 85:75

(19:22, 28:13, 17:21, 21:19)

Es zieht sich wie ein roter Faden durch diese Saison, dass die Bamberger nicht in der Lage sind, konstante Leistungen abzurufen. Das Auf und Ab geht auch kurz vor Beginn der K.o.-Runde weiter. „Das ist sehr enttäuschend. Wir wollten uns eine kleine Play-off-Mentalität erarbeiten, weil jetzt jedes Spiel wichtig wird. Aber wir haben nicht mit der nötigen Energie gespielt“, sagte der Bamberger Co-Kapitän Chase Fieler und legte damit den Finger in die Wunde. Während die Braunschweiger alles taten, um ihren Play-off-Traum am Leben zu halten, hatte man nicht das Gefühl, dass die Bamberger den Sack unbedingt zu machen wollten.

Kurzes Aufbäumen

Nach einem desolaten zweiten Viertel, das sie mit 13:28 abgaben, rissen sich Gäste zwar am Riemen und glichen die Partie nach einem zwischenzeitlichen 16-Punkte-Rückstand (44:60, 25. Minute) zu Beginn des letzten Abschnitts mit einem 10:0-Lauf aus (66:66), doch entpuppte sich das kurze Aufbäumen nur als Strohfeuer. Die Löwen zeigten in der Schlussphase mehr Siegeswillen und gewannen daher hochverdient. Bezeichnend: In den letzten fünf Minuten gelangen den Oberfranken nur noch zwei Freiwurf-Punkte durch Michele Vitali, der nur zwei seiner sieben Würfe traf.

Der Bamberger Kenneth Ogbe ist mit einem Korbleger erfolgreich; rechts Gavin Schilling
Der Bamberger Kenneth Ogbe ist mit einem Korbleger erfolgreich; rechts Gavin Schilling
Foto: SoulClab Media

Doch auch bei seinen Mitspielern lief nicht viel zusammen. Nur Tyler Larson und Devon Hall (je zehn Zähler) erreichten gerade mal eine zweistellige Punktausbeute. Das lag daran, dass die Bamberger im Gegensatz zum Spiel gegen Ludwigsburg den Ball nicht gut bewegten und nur zu wenigen freien Würfen kamen. Dennoch feuerten sie 35 Dreier ab, achtmal weniger versuchten sie es aus dem Zweierbereich. Die Trefferquote rechtfertigte die vielen Distanzwürfe aber nicht.

Eine starke Quote von 43 Prozent wiesen dagegen die Braunschweiger auf, bei denen Martin Peterka fünf der insgesamt zehn Dreier versenkte. Dass die Niedersachsen zudem das Reboundduell klar für sich entschieden und fünf Offensivrebounds mehr holten als ihr Gegner, war das Verdienst von Gavin Schilling. Der Center war mit 15 Punkten und 19 Rebounds wesentlich effektiver als sein Brose-Pendant David Kravish (8/9).

Bennet Hundt versucht am Braunschweiger Garai Zeeb vorbeizuziehen.
Bennet Hundt versucht am Braunschweiger Garai Zeeb vorbeizuziehen.
Foto: SoulClap Media

„Die Braunschweiger haben in den letzten Spielen sehr guten Basketball gespielt Sie haben das heute auch wieder gemacht und uns wirklich in Schwierigkeiten gebracht. Sie waren über 40 Minuten die bessere Mannschaft, auch wenn wir nochmal rangekommen sind“, lobte Brose-Coach Roijakkers den Gegner, der aber keine überragende Leistung zeigte. Wie die Bamberger leisteten sich auch die Braunschweiger 15 Ballverluste.

Am Dienstag Heimspiel gegen Gießen

Trotz der Niederlage haben die Bamberger einen der beiden noch verbliebenen Playoff-Konkurrenten abgeschüttelt. Gewinnen sie am Dienstag (Spielbeginn vorgezogen von 20.30 Uhr auf 19 Uhr) ihre Heimpartie gegen den Vorletzten Gießen 46ers, dann kann ihnen auch der Tabellenzehnte aus Göttingen nicht mehr gefährlich werden.

Spieler des Spiels

Kenneth Ogbe traf zwar nur zwei seiner sechs Würfe, darunter einen Dreier, aber in 17:20 Minuten Einsatzzeit brachte er von allen Bambergern noch die meiste Energie aufs Parkett. Der Nationalspieler verzeichnete einen Ballgewinne, blockte einen Wurf des Gegnersn, holte einen Defensivrebound und traf vier Freiwürfe.

Die Statistik

Braunschweig: Peterka (21 Punkte/5 Dreier), Schilling (15) Jallow (14/1), Velicka (13/1), van Slooten (7/1), Wank (6/2), Turudic (4), Zeeb (3), Robinson (2), Göttsche

Bamberg: Hall (10/2), Larson (10/2), Ogbe (9/1), Lockhart (8/2), Kravish (8), Vitali (7/1), Fieler (7/1), Hundt (6/1), Sengfelder (6/1), Thompson (4), Seric

Schiedsrichter: Matip, Cici, Rey

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Braunschweig 42 Prozent (25 Treffer/59 Versuche), Bamberg 42 (26/62)

Dreierquote: Braunschweig 43 Prozent (10/23), Bamberg 31 (11/35)

Freiwurfquote: Braunschweig 76 (25/33), Bamberg 71 (12/17)

Rebounds: Braunschweig 41 (26 defensiv/15 offensiv), Bamberg 31 (21/10)

Ballgewinne/-verluste: Braunschweig 8/15, Bamberg 7/15

Assists: Braunschweig 21 / Bamberg 19

Fouls: Braunschweig 20 / Bamberg 26