Basketball
Brose Bamberg will Verfolger abschütteln
Devon Hall (links), hier in Aktion gegen Jannik Göttsche, war mit 22 Punkten beim 98:84-Hinspielsieg über die Löwen Braunschweig bester Werfer von Brose Bamberg.
Devon Hall (links), hier in Aktion gegen Jannik Göttsche, war mit 22 Punkten beim 98:84-Hinspielsieg über die Löwen Braunschweig bester Werfer von Brose Bamberg.
Foto: Daniel Löb
Bamberg – Die Bamberger sind bei den Löwen Braunschweig zu Gast. Auch die Niedersachsen haben noch eine Chance auf die Play-offs.

Der Kampf um das letzte noch zu vergebende Play-off-Ticket könnte sich am Sonntag in Niedersachsen entscheiden. Dabei ist die Rechnung ziemlich einfach. Gewinnt Brose Bamberg (Platz 8) sein Spiel bei den Löwen Braunschweig (9.) und verliert rund 100 Kilometer weiter südlich zeitgleich die BG Göttingen (10.) ihre Heimpartie gegen den FC Bayern München, ist den Oberfranken eine Woche vor dem Ende der Hauptrunde Tabellenrang 8 und damit die Play-off-Teilnahme nicht mehr zu nehmen.

Während im Duell der beiden „B“ eine hartumkämpfte Partie zu erwarten ist, bleibt abzuwarten, mit welcher Intensität die Bayern in Göttingen aufwarten werten. Schließlich hat sich der deutsche Euroleague-Teilnehmer am Freitag ein entscheidendes fünftes Spiel im Play-off-Viertelfinale gegen Armani Mailand erkämpft. In diesem können sich die Münchner am Dienstag als erster Bundesligist für das Final Four im höchsten europäischen Vereinswettbewerb qualifizieren.

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Gut möglich ist daher, dass Bayern-Trainer Andrea Trinchieri seinen Stars in Göttingen eine Pause gönnt. Andererseits kommen die Niedersachsen aus einer zweitägigen Corona-Quarantäne und sind daher sicher nicht in Topform.

Den Bambergern bringt es aber nichts, mit einem Auge nach Göttingen zu schielen. Sie müssen selbst ihre Hausaufgabe erledigen. Und diese ist alles andere als leicht, denn die Braunschweiger haben sich mit fünf Siegen in den letzten vier Partien eine kleine Play-off-Chance erhalten. Dabei gewannen die Löwen sowohl gegen die Münchner (85:83) als auch gegen den zweiten deutschen Euroleague-Klub, Alba Berlin (87:82).

Nur ein Tag Zeit zum Verschnaufen

„Braunschweig hat einen guten Lauf, den müssen wir versuchen zu brechen“, sagt Chase Fieler, Co-Kapitän der Bamberger. Nur ein Tag zum Verschnaufen blieben dem Co-Kapitän der Bamberger und seinen Teamkollegen nach dem knappen 94:93-Erfolg am Freitagabend gegen die MHP Riesen Ludwigsburg. Der Sieg über den souveränen Tabellenführer hat Kraft gekostet, andererseits aber auch Selbstvertrauen gegeben.

„Das Spiel gegen Ludwigsburg war gut, der Sieg wichtig. Er bringt uns aber nur etwas, wenn wir jetzt nachlegen“, meint Fieler. Die Fahrt nach Niedersachsen angetreten hat am Samstag auch Kenneth Ogbe. Der Nationalspieler ist am Freitagabend beim letzten Korbleger zum 94:93 unsanft auf dem Handgelenk gelandet, am Sonntag aber wohl wieder einsatzfähig.

Nur drei Ausländer im Löwen-Team

Die gegenwärtig formstarken Braunschweiger erwiesen sich schon im Hinspiel als unbequemer Gegner. Zwar gewann die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers Ende Januar mit 98:84, sie konnte sich aber erst im dritten Viertel entscheidend absetzen. Korbgefährlichster Akteur bei den Gästen war damals Karim Jallow mit 18 Zählern. Der Nationalspieler ist auch über die gesamte Saison gesehen mit 15,2 Punkten im Schnitt Topscorer seines Teams.

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Jallow ist das „Gesicht“ der Löwen, die in dieser Saison auf vielversprechende deutsche Talente setzen. Mit dem tschechischen Power Forward Martin Peterka, dem Ex-Bayreuther James Robinson und dem erst im Februar verpflichteten litauischen Nationalspieler Arnas Velicka hat Coach Pete Strobl nur drei ausländische Profis in seinem Kader.

Kenneth Ogbe hat sich beim Sieg über Ludwigsburg am Freitagabend am Unterarm verletzt, die Fahrt nach Braunschweig aber angetreten.
Kenneth Ogbe hat sich beim Sieg über Ludwigsburg am Freitagabend am Unterarm verletzt, die Fahrt nach Braunschweig aber angetreten.
Foto: Daniel Löb

Strobl hat bereits vor dem 90:80-Erfolg am Donnerstag gegen s.Oliver Würzburg angekündigt, sein Team werde so lange um die Play-offs kämpfen, wie das möglich ist. Dazu ist aber am Sonntag ein Sieg mit elf Punkten Vorsprung nötig, um zumindest im direkten Vergleich mit den Bambergern die Nase vorne zu haben. „Wir müssen auf einem hohen Niveau spielen, um eine Chance zu haben. Aber wir werden vorbereitet sein. Wir sind eine andere Mannschaft als im Hinspiel, wir haben andere Spieler und werden alles gegen sie geben“, sagt Strobl.

Es folgen drei Heimspiele

Die Partie in Braunschweig ist das letzte Auswärtsspiel der Roijakkers-Truppe in der Hauptrunde. Sollte sie es verlieren, hat sie noch in den drei ausstehenden Heimpartien gegen die Gießen 46ers (Dienstag, vorverlegt von 20.30 Uhr auf 19 Uhr), die BG Göttingen (Freitag, 19 Uhr) und die Crailsheim Merlins (Sonntag, 9. Mai, 15 Uhr) die Chance, das letzte Play-off-Ticket zu lösen.