Fußball
Das ist der EM-Kader der FT-Sportredaktion
Wenn Joachim Löw (links) seinen Kader für die Europameisterschaft benennt, ist Thomas Müller wohl dabei. Für die FT-Sportredaktion steht indes fest: Der 31-Jährige muss mit zum Turnier.
Wenn Joachim Löw (links) seinen Kader für die Europameisterschaft benennt, ist Thomas Müller wohl dabei. Für die FT-Sportredaktion steht indes fest: Der 31-Jährige muss mit zum Turnier.
Foto: Christian Charisius, dpa
EM 2021
Herzogenaurach – Ehe Joachim Löw am Mittwoch seinen vorläufigen EM-Kader bekanntgibt, wählte die Sportredaktion ihr Aufgebot – Überraschungen inklusive.

Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft fällt in weniger als vier Wochen der Startschuss für die Europameisterschaft. Am 15. Juni trifft die DFB-Elf in München auf Weltmeister Frankreich.

26 Spieler darf Bundestrainer Joachim Löw nominieren, wegen der Corona-Pandemie drei mehr als üblich. Viele Plätze scheinen bereits fest vergeben, doch in der Vergangenheit hatte Löw immer wieder eine Überraschung in petto.

So stand 2018 beispielsweise Nils Petersen im vorläufigen WM-Aufgebot, wurde aber kurz vor Turnierbeginn noch gestrichen. Auch diesmal könnte der Bundestrainer am Mittwochmittag wieder Spieler präsentieren, die nicht jeder Fan auf dem Zettel hat.

Die FT-Sportredaktion ist in die Rolle des Bundestrainers geschlüpft und würde folgende Spieler nach Herzogenaurach einladen, wo das Team während der EM wohnen wird.

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Ist Stefan Ortega eine Alternative?

Torhüter: Manuel Neuer (12 Stimmen), Bernd Leno (10), Kevin Trapp (8)

Im Tor gibt es keine Überraschungen. An Kapitän Manuel Neuer (FC Bayern München) gibt es kein Vorbeikommen. Der 35-Jährige erhielt zwölf von zwölf möglichen Stimmen. Durch den Ausfall von Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona komplettieren Bernd Leno (Arsenal London) und Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) das Torhüter-Trio.

An ihm gibt es im Tor der DFB-Elf kein Vorbeikommen: Kapitän Manuel Neuer
An ihm gibt es im Tor der DFB-Elf kein Vorbeikommen: Kapitän Manuel Neuer
Foto: Toto Marti/blick, Witters

Immerhin auf fünf Stimmen kommt der Bielefelder Schlussmann Stefan Ortega. Der 28-Jährige hat öfter die Null gehalten als Manuel Neuer (10 zu 9) und dabei prozentual mehr Schüsse abgewehrt (69,9 Prozent zu 66,9 Prozent). Auf Twitter stellte Philipp Köster, Chefredakteur des Fachmagazins 11 Freunde und Arminia-Fan, eine mögliche Nominierung bereits in den Raum. Wirkliche Chancen hat der Schlussmann aber nicht.

DFB-Kader: nur ein Linksverteidiger

Abwehr: Mats Hummels, Antonio Rüdiger, Niklas Süle (je 11), Robin Gosens (10), Emre Can (9), Niklas Stark, Jerome Boateng (je 7), Ridle Baku, Lukas Klostermann (je 6)

Die Defensive des FT-Kaders ist mit nominell neun Abwehrspielern im Vergleich zum finalen Kader von Löw wohl etwas dünn aufgestellt. Mit Robin Gosens (Atalanta Bergamo) schafft nur ein Linksverteidiger den Sprung ins Aufgebot. Mit Emre Can (Borussia Dortmund) und Lukas Klostermann (RB Leipzig) stünden Alternativen für diese Position zur Verfügung, ihre Stammposition ist es allerdings nicht.

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Hummels und Boateng kehren zurück

Ein Comeback im DFB-Dress feiern Mats Hummels (Borussia Dortmund) und Jerome Boateng (FC Bayern München). Das Duo bildete über viele Jahre die Stamminnenverteidigung in der Nationalelf und war am WM-Triumph in Brasilien entscheidend beteiligt.

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Antonio Rüdiger (Chelsea London) und Niklas Süle (FC Bayern München) sind weitere Alternativen für die Innenverteidigung. Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach) ist mit fünf Stimmen knapp herausgefallen. Der 27-Jährige würde damit das erste Mal seit Juni 2017 keine Einladung zur Nationalmannschaft erhalten.

Stattdessen entschied sich die FT-Sportredaktion mit Niklas Stark (Hertha BSC Berlin) für einen gebürtigen Franken. Der in Neustadt an der Aisch geborene 26-Jährige wäre im Fall einer Nominierung der erste Franke seit Heiko Westermann, der zu einer Endrunde mitfahren würde. Westermann, im unterfränkischen Alzenau geboren, stand 2008 im EM-Kader von Löw, kam jedoch nicht zum Einsatz.

Ridle Baku (links) qualifizierte sich mit dem VfL Wolfsburg für die Champions League. Geht es nach der FT-Sportredaktion, ist der 23-Jährige Teil des EM-Kaders.
Ridle Baku (links) qualifizierte sich mit dem VfL Wolfsburg für die Champions League. Geht es nach der FT-Sportredaktion, ist der 23-Jährige Teil des EM-Kaders.
Foto: Swen Pförtner/dpa

Sollte Ridle Baku (VfL Wolfsburg) den Sprung in den finalen Kader schaffen, wäre es eine Belohnung für eine starke Saison. Der 23-Jährige könnte die Position des Rechtsverteidigers einnehmen und sich mit Klostermann um einen Stammplatz streiten.

Mit Rückkehrer Thomas Müller im Angriff

Mittelfeld/Angriff: Ilkay Gündogan, Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Leroy Sane, Thomas Müller (je 12), Toni Kroos, Timo Werner, Kevin Volland (je 11), Kai Havertz (10), Jamal Musiala (9), Marco Reus (8), Florian Wirtz (7), Lars Stindl (6)

Im Mittelfeld und Angriff tummelt sich im deutschen Team viel Potenzial. Bei gleich sechs Spielern herrschte in der Sportredaktion Einigkeit. Ilkay Gündogan (Manchester City) sowie Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Leroy Sane und Rückkehrer Thomas Müller (alle FC Bayern München) sind gesetzt.

Überraschend wäre eine Nominierung von Kevin Volland (AS Monaco). Der 28-Jährige spielt in Frankreich eine starke Saison, wurde aber bereits seit Ende 2016 nicht mehr zur Nationalmannschaft eingeladen. Vielleicht ändern seine 16 Saisontore etwas an Löws Denkweise. In der FT-Sportredaktion wollen elf von zwölf Redakteuren den Ex-Leverkusener im Kader sehen.

Kevin Volland (Mitte) traf für den AS Monaco 16 Mal in 34 Spielen. Im Kader der Sportredaktion hat der 28-Jährige seinen Platz sicher.
Kevin Volland (Mitte) traf für den AS Monaco 16 Mal in 34 Spielen. Im Kader der Sportredaktion hat der 28-Jährige seinen Platz sicher.
Foto: Philippe Desmazes/AFP/dpa

Toni Kroos wurde positiv auf Corona getestet

Ihren Platz ebenfalls sicher haben Timo Werner, Kai Havertz (beide Chelsea London). Auch Toni Kroos (Real Madrid) ist fester Bestandteil der Nationalmannschaft. Jedoch wurde der 31-Jährige am Montag positiv auf das Coronavirus getestet. Damit könnte er den Auftakt des Trainingslagers in Seefeld/Tirol am 28. Mai verpassen.

Die Offensive komplettieren die erfahrenen Marco Reus (Borussia Dortmund) und Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach) sowie die Jungstars Jamal Musiala (FC Bayern München) und Florian Wirtz (Bayer Leverkusen).

Marco Reus zeigte sich in den vergangenen Wochen formverbessert, während Lars Stindl mit 13 Treffern der beste deutsche Bundesliga-Torschütze ist. Die jungen Jamal Musiala und Florian Wirtz könnten erstmals Turniererfahrung sammeln und mit ihrer Unbekümmertheit für überraschende Momente sorgen.

Diese Franken müssen noch warten

Aktuell nicht im Blickfeld der Nationalmannschaft sind die Franken Marius Wolf (1. FC Köln), Cedric Teuchert (Union Berlin) und Niklas Dorsch (KAA Gent). Wolf galt bei der WM 2018 als Überraschungskandidat, fand damals aber keine Berücksichtigung. Cedric Teuchert trug bislang acht Mal das Trikot der deutschen U21-Nationalmannschaft. In dieser spielte sich Dorsch im März in der EM-Gruppenphase in den Fokus. Ende Mai wird er beim U21-Finalturnier um den Titel kämpfen.

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