Frankens Profis
Desolate Geißböcke, enttäuschender Wolf
Redebedarf nach einer ganz schwachen Vorstellung: Marius Wolf und der 1.FC Köln unterlagen gegen den SC Freiburg.
Redebedarf nach einer ganz schwachen Vorstellung: Marius Wolf und der 1.FC Köln unterlagen gegen den SC Freiburg.
Foto: imago
Bamberg – Rückschlag im Abstiegskampf für den Coburger Marius Wolf und den 1. FC Köln. So lief das Wochenende für die anderen fränkischen Profis.

Wie präsentieren sich die Fußballprofis mit Geburtsort in Franken Spieltag für Spieltag in der Bundesliga und im Ausland? In der wöchentlichen Rubrik „Frankens Profis“ nimmt fraenkischertag.de die besten Kicker der Region unter die Lupe. Diesmal steht der Saisonendspurt in der Bundesliga im Fokus.

Marius Wolf und der 1.FC Köln desolat

„Ich habe das noch im Hinterkopf, weil ich in meinem Leben nur einmal vorher so hoch verloren hatte – mit Hertha gegen den FC. So ein Spiel will man nicht erleben, das wollen wir wiedergutmachen“, sagte Marius Wolf dem Kölner „Express“ vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg. Der Einberger (Landkreis Coburg) wurde gefragt, ob das 0:5 aus dem Hinspiel eine Zusatzmotivation sei. Nach dem Spiel gab es die Antwort: Es war keine.

Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel kassierte einen Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg. Mit 1:4 verloren die Kölner gegen den SC, der unter der Woche 0:3 in Berlin unterlegen war, – und sich offenbar nicht nachsagen lassen wollte, sich gegen Abstiegskandidaten nicht wehren zu wollen. Auf die Verliererstraße geriet der FC im ersten Durchgang. Der FC spielte desolate 45 Minuten, auch Wolf blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten.

Wolf und die Kölner bleiben auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen.
Wolf und die Kölner bleiben auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen.
Foto: Archiv, imago

Vom „Express“ bekam der Einberger die Note 5 verpasst, und Trainer Funkel ließ Wolf zur Halbzeit in der Kabine. Ein gebrauchter Tag für den sonst starken Wolf. Für seinen „Effzeh“ lief es nach der Pause besser. Der 1:2-Anschlusstreffer gelang schnell – doch nach rund einer Stunde der Knackpunkt des Spiels. Ondrej Duda rutschte bei einem Foulelfmeter weg und drosch den Ball über das Tor statt zum 2:2 in die Maschen. In der Nachspielzeit machte Freiburg mit zwei Kontern zum 4:1-Endstand alles klar.

Starkes Comeback: Hertha BSC verschafft sich Luft

Während der Oberfranke Wolf mit den Kölnern auf dem direkten Abstiegsplatz 17 bleibt, verschafften sich der Mittelfranke Niklas Stark und Hertha BSC etwas Luft. Nach ihrer zweiwöchigen Quarantäne blieben die Berliner in drei Spielen ungeschlagen und holten fünf Punkte. Der Lohn: Der in Neustadt an der Aisch geborene Stark sprang mit der „Alten Dame“ auf Rang 14.

Der Aufwärtstrend der Hertha liegt vor allem an der verbesserten Defensive. Nur ein Gegentor kassierte die von Kapitän Stark organisierte Abwehr in den vergangenen drei Spielen. Während gegen den SC Freiburg (3:0) auch die Offensive funktionierte, ging gegen Armina Bielefeld im Spiel nach vorne wenig (0:0). Dennoch: Die Quarantäne scheinen Stark und seine Berliner gut überstanden zu haben.

Die Abwehr der Hertha ist stabiler geworden. Daran hat der Mittelfranke Niklas Stark (links) seinen Anteil.
Die Abwehr der Hertha ist stabiler geworden. Daran hat der Mittelfranke Niklas Stark (links) seinen Anteil.
Foto: John Macdougall, dpa

Mit dem Spiel gegen die abgestiegenen Schalker steht am Mittwochabend das vierte Spiel in neun Tagen für Berlin an. Dem Mittelfranken Stark ist die hohe Taktung egal. Es sei „scheißegal“, ob die Mannschaft alle drei Tage oder jeden Tag spiele. „Wir geben hier alles und werden dann nicht absteigen“, sagte Stark dem rbb. Ein Sieg gegen Königsblau und die Hertha hätte fünf Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz.

Entwarnung bei Cedric Teuchert

Mit dem Abstiegskampf haben der Coburger Cedric Teuchert und Union Berlin nichts zu tun. Die „Eisernen“ liegen auf Rang 8 und werden im schlechtesten Fall auf Platz 10 einlaufen. Es ist aber sogar eine Teilnahme am europäischen Geschäft möglich. Ob Teuchert dazu beitragen kann, ist fraglich.

Bange Blicke bei den Profis von Union Berlin. Cedric Teuchert hatte sich offenbar so schwer verletzt. Millerweile gibt es Entwarnung für den Coburger.
Bange Blicke bei den Profis von Union Berlin. Cedric Teuchert hatte sich offenbar so schwer verletzt. Millerweile gibt es Entwarnung für den Coburger.
Foto: Annegret Hilse, dpa

Beim 3:1-Sieg gegen Werder Bremen Ende April verletzte sich der Oberfranke am Knie, musste mit der Trage vom Feld gebracht werden. Ein Kreuzbandriss wurde befürchtet. Mittlerweile gibt es Entwarnung. Nach Angaben des „Kicker“ habe der Coburger Glück im Unglück gehabt. Teuchert soll sich „doch nicht so schlimm am Knie verletzt“ sein, wie befürchtet wurde. Beim 0:3 in Wolfsburg stand Teuchert aber nicht im Kader.

Achterbahnfahrt für Lukas Görtler

Mit einem Traumtor für das Tor des Monats nominiert, Einzug ins Schweizer Cupfinale, Rückschlag im Abstiegskampf. Der gebürtige Bamberger Lukas Görtler erlebt mit dem FC St. Gallen ein Wechselbad der Gefühle. Mit einem 1:0-Sieg gegen Servette Genf zog St. Gallen unter der Woche ins Pokalfinale ein. Wenige Tage später folgte in der Liga ein Dämpfer. Gegen Schlusslicht FC Sion zeigten Görtler und der FCSG eine miserable zweite Halbzeit und gingen mit 0:3 unter.

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Der in Kemmern aufgewachsene Görtler zeigte kämpferisch eine gute Vorstellung und lieferte in der ersten Halbzeit das eine oder andere gute Zuspiel in den Strafraum. Was fehlte, war ein kaltschnäuziger Abnehmer. Die beste Möglichkeit der Gastgeber, ein Freistoß von Victor Ruiz klatschte an die Latte. Nach dem Seitenwechsel ging aber nicht mehr viel zusammen. Binnen elf Minuten stellte Sion die Weichen auf Sieg.

Müssen sich zerreißen: Lukas Görtler und der FC St. Gallen stecken tief im Abstiegskampf.
Müssen sich zerreißen: Lukas Görtler und der FC St. Gallen stecken tief im Abstiegskampf.
Foto: Archiv, imago

Nach der 14. Saisonniederlage wird die Luft für den FCSG im Abstiegskampf immer dünner. Nur noch einen Punkt haben Görtler und seine Schweizer Mannschaftskollegen Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz. Und das Polster auf den direkten Abstiegsplatz, den Sion belegt, ist auf drei Zähler zusammen geschmolzen. Dem Oberfranken steht mit dem FC St. Gallen ein nervenaufreibender Abstiegskampf bevor.

1. Bundesliga

Marius Wolf (1. FC Köln, geboren in Kronach)

Startelf (bis 46.): 1:4 gegen Freiburg / Ligaeinsätze: 29 (2 Tore, 3 Vorlagen)

Cedric Teuchert (Union Berlin, Coburg)

Nicht im Kader: 0:3 in Wolfsburg / Ligaeinsätze: 23 (3 Tore, 1 Vorlage)

Niklas Stark (Hertha BSC, Neustadt. a. d. Aisch)

Startelf: 0:0 gegen Bielefeld / Ligaeinsätze: 31 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Max Grün (Borussia Mönchengladbach, Karlstadt)

Nicht im Kader: 0:6 in München / Ligaeinsätze: 0

Philipp Tschauner (RB Leipzig, Schwabach)

Nicht im Kader: 2:3 in Dortmund/ Ligaeinsätze: 0

2. Bundesliga

Enrico Valentini (1. FC Nürnberg, geboren in Nürnberg)

Montagabend gegen Hamburg / Ligaeinsätze: 27 (1 Tore, 3 Vorlagen)

Johannes Geis (1. FC Nürnberg, Schweinfurt)

Montagabend gegen Hamburg / Ligaeinsätze: 31 (3 Tore, 7 Vorlagen)

Tim Latteier (1. FC Nürnberg, Kitzingen)

Montagabend gegen Hamburg / Ligaeinsätze: 6 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Erik Shuranov (1. FC Nürnberg, Bamberg)

Montagabend gegen Hamburg / Ligaeinsätze: 11 (2 Tore, 0 Vorlagen)

David Raum (Greuther Fürth, Nürnberg)

Eingewechselt (ab 78.): 2:2 gegen Karlsruhe / Ligaeinsätze: 32 (1 Tor, 14 Vorlagen)

Jamie Leweling (Greuther Fürth, Nürnberg)

Ohne Einsatz im Kader: 2:2 gegen Karlsruhe / Ligaeinsätze: 24 (1 Tor, 2 Vorlagen)

Timothy Tillman (Greuther Fürth, Nürnberg)

Eingewechselt (ab 86.): 2:2 gegen Karlsruhe / Ligaeinsätze: 24 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Dominik Meisel (Würzburger Kickers, Kulmbach)

Eingewechselt (ab 46.): 1:3 gegen Osnabrück / Ligaeinsätze: 14 (0 Tore, 1 Vorlage)

Manuel Wintzheimer (Hamburger SV, Arnstein)

Montagabend in Nürnberg / Ligaeinsätze: 29 (3 Tore, 11 Vorlagen)

Jann George (Jahn Regensburg, Nürnberg)

Eingewechselt (ab 84.): 1:5 in Bochum / Ligaeinsätze: 22 (4 Tore, 2 Vorlage)

Felix Burmeister (Eintracht Braunschweig, Würzburg)

Nicht im Kader: 2:2 in Düsseldorf / Ligaeinsätze: 2 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Patrick Kammerbauer (Eintracht Braunschweig, Raitenbuch)

Eingewechselt (ab 87.): 2:2 in Düsseldorf / Ligaeinsätze: 23 (0 Tore, 2 Vorlagen)

Europa

Österreich:

Julian Wießmeier (SV Ried, geboren in Nürnberg)

Startelf: 1:1 bei Hartberg / Ligaeinsätze: 25 (4 Tore, 0 Vorlagen)

Andrew Wooten (Admira Wacker, Bamberg)

Eingewechselt (ab 70.): 2:0 gegen St. Pölten / Ligaeinsätze: 17 (3 Tore, 2 Vorlagen)

Maximilian Breunig (Admira Wacker, Würzburg)

Startelf (bis 70.): 2:0 gegen St. Pölten / Ligaeinsätze: 21 (4 Tore, 0 Vorlagen)

Schweiz:

Lukas Görtler (FC St. Gallen, Bamberg)

Startelf: 0:3 gegen Sion / Ligaeinsätze: 30 (1 Tor, 2 Vorlagen)

Niederlande:

Thorsten Kirschbaum (VV Venlo, Würzburg)

Startelf: 3:3 gegen Waalwijk / Ligaeinsätze: 28 (62 Gegentore, 1 zu Null)

Belgien:

Niklas Dorsch (KAA Gent, Lichtenfels)

Eingewechselt (ab 82.): 1:2 bei Lüttich / Ligaeinsätze: 31 (3 Tore, 2 Vorlagen)

Luxemburg:

Dominik Stolz (Swift Hesperingen, Neuendettelsau)

Startelf: 1:1 bei Mondorf / Ligaeinsätze: 25 (15 Tore, 11 Vorlagen)

Ungarn:

Thomas Meißner (Puskas Akademia, Schweinfurt)

Ohne Einsatz im Kader: 5:0 gegen Budafoki / Ligaeinsätze: 21 (1 Tor, 0 Vorlagen)

Türkei (2. Liga):

Tolga Ünlü (Altay SK, Erlenbach am Main)

Startelf: 4:3 gegen Bandirmaspor / Ligaeinsätze: 27 (0 Tore, 2 Vorlagen)

Cem Ekinci (Keciörengücü, Nürnberg)

Startelf: 3:0 bei Bursaspor / Ligaeinsätze: 34 (11 Tore, 3 Vorlagen)

Welt

Australien:

Nicolai Müller (Western Sydney Wanderers, geboren in Lohr am Main)

Ohne Einsatz im Kader: 5:0 gegen Western United / Ligaeinsätze: 16 (2 Tore, 0 Vorlagen)

USA:

Julian Gressel (DC United, Neustadt/Aisch)

Startelf: 1:3 in Columbus / Ligaeinsätze: 4 (0 Tore, 1 Vorlage)

Philippinen:

Stephan Schröck (United City FC, Schweinfurt)

Saisonpause