Brose Bamberg
Doreth: Man muss den Hut vor den Bambergern ziehen
Auf dem Feld und auf der Spielerbank gab es für die Bamberger am Pfingstsonntag im Heimspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg reichlich Grund zum Jubeln.
Auf dem Feld und auf der Spielerbank gab es für die Bamberger am Pfingstsonntag im Heimspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg reichlich Grund zum Jubeln.
Foto: Daniel Löb
Bamberg – Ludwigsburgs Trainer geht mit seinem Team hart ins Gericht. Brose-Point-Guard Hundt erwartet in Playoff-Spiel 4 einen ganz anderen Gegner.

Bastian Doreth, Kapitän des Basketball-Bundesligisten Medi Bayreuth, befand sich am Pfingstsonntag in der Bamberger Brose-Arena nach eigener Aussage „auf feindlichem Gebiet“. Als TV-Experte für Magentasport im Einsatz, tippte er wie schon zuvor sein Trainer Raoul Korner auf einen „Sweep“ der Ludwigsburger im Play-off-Viertelfinale. Beide haben die Brose-Basketballer eines Besseren belehrt. Sie verhinderten mit ihrem beeindruckenden 96:60-Heimerfolg den vorzeitigen Einzug der Schwaben ins Halbfinale. „Man muss den Hut vor den Bambergern ziehen. Sie haben unfassbaren Charakter gezeigt, bärenstark gespielt und waren besser in allen Belangen“, zollte Doreth dem oberfränkischen Rivalen seinen Respekt. Nachfolgend weitere Stimmen zum dritten Spiel der „Best-of-five“-Serie und die Einschätzungen für das vierte Duell am Dienstag (18.30 Uhr/Brose-Arena).

Die Bamberger Bennet Hundt (links) und Christian Sengfelder freuen sich nach einem weiteren erfolgreichen Dreier, während sich der Ludwigsburger Jacob Patrick enttäuscht abwendet.
Die Bamberger Bennet Hundt (links) und Christian Sengfelder freuen sich nach einem weiteren erfolgreichen Dreier, während sich der Ludwigsburger Jacob Patrick enttäuscht abwendet.
Foto: Daniel Löb

Johan Roijakkers (Trainer von Brose Bamberg): „ Wir haben schon im zweiten Spiel in Ludwigsburg viele Dinge richtig gemacht, aber es lief nicht in unsere Richtung. Darauf hat meine Mannschaft heute gut reagiert. Wir haben unsere Dreier getroffen, das hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Das Ergebnis ist völlig unwichtig.“

John Patrick (Trainer der MHP Riesen Ludwigsburg): „Wir waren nicht bereit für dieses Spiel. Bamberg war viel aggressiver. Ich habe davor gewarnt, wie gut die Bamberger sein können. Heute waren sie mindestens 40 Punkte besser als wir. Es ist das zweite Mal in dieser Saison, dass wir mit einer schlechten Einstellung ins Spiel gegangen sind. Das erste Mal war in Crailsheim, da haben wir auch verloren. Unser Auftritt war arrogant und wir haben entsprechend verdient verloren. Vielleicht ist das ganz gut für uns.“

Beim Betreten der Halle empfing die Bamberger Spieler eine Rote Wand der anderen Art. Der Verein hatte 1000 rote Luftballons bestellt und diese auf der Südtribüne aufgehängt.
Beim Betreten der Halle empfing die Bamberger Spieler eine Rote Wand der anderen Art. Der Verein hatte 1000 rote Luftballons bestellt und diese auf der Südtribüne aufgehängt.
Foto: Daniel Löb

Christian Sengfelder (Nationalspieler von Brose Bamberg): „Wir wollten nicht mit 0:3 untergehen, sondern 40 Minuten Vollgas geben und den Heimvorteil nutzen, das haben wir heute geschafft. In den ersten beiden Spielen haben wir den Dreier nicht so gut getroffen, deshalb war es jetzt umso wichtiger, dass sie heute gefallen sind. Wir haben viel Energie aufs Feld gebracht, gut gereboundet und ihnen daher wenig zweite Chance geboten. Offensiv haben wir sehr gut exekutiert. Es kann gut sein, dass die Ludwigsburger nach so einer Klatsche etwas angeschlagen sind, aber John Patrick wird seine Spieler dahin bringen, dass sie in 48 Stunden wieder bereit für das nächste Spiel sind. Aber das sind wir auch.“

Bennet Hundt (Bamberger Aufbauspieler): „Wir haben selbst nicht erwartet, dass das Ergebnis so deutlich ausfällt. Aber wir sind schon mit einem guten Gefühl aus dem letzten Spiel herausgekommen, weil wir ja schon in Ludwigsburg am Sieg geschnuppert haben. Deshalb haben wir heute gesagt: Denen zeigen wir es jetzt. Wir wollten mit 200 Prozent spielen, das hat gut geklappt. Immer, wenn wir die Dreier treffen, kommen wir generell in einen guten Rhythmus und Spielfluss. Das hilft uns enorm. Defensiv haben wir versucht, ihre beiden Ballhandler Smith und Hulls unter Druck zu setzen und ihnen das Leben schwer zu machen. Das haben wir gut gemacht. Ludwigsburg hat zu Beginn der zweiten Halbzeit noch einmal alles in die Waagschale geworfen, aber das hat nicht geklappt, weil wir gut dagegengehalten haben. Das war wichtig, weil wir wussten, dass sie noch einmal richtig aggressiv sein werden. Dass sie sich dann aufgegeben haben und sich schon auf für das vierte Spiel geschont haben, kann man verstehen, weil bei ihnen ein paar Leute in den ersten beiden Spielen richtig viele Minuten gegangen sind. Wie die Ludwigsburger mit dieser Niederlage umgehen, ist uns ziemlich egal. Wir erwarten am Dienstag ein ganz anderes und spannenderes Spiel. Und dann schauen wir, was möglich ist.“

Eine kleine Fanschar empfing die Bamberger Spieler, hier Chase Fieler, nach dem Kantersieg beim Verlassen der Halle.
Eine kleine Fanschar empfing die Bamberger Spieler, hier Chase Fieler, nach dem Kantersieg beim Verlassen der Halle.
Foto: Petra Bierlein

Tremmell Darden (Ludwigsburger Routinier): „Die Intensität der Bamberger war viel höher als unsere. Das zeigt auch das Ergebnis an der Anzeigetafel. Das Gute ist an den Play-offs ist aber, das nicht der Punkteunterschied zählt, sondern nur der Sieg. Das Team, das sich physisch und psychisch ausgeruhter ins Spiel am Dienstag geht, hat einen Vorteil.“

Philipp Galewski (Geschäftsführer von Brose Bamberg): „Wir wollten den Sieg von der ersten Sekunde an, weil die Serie für uns bislang frustrierend lief. Im ersten Spiel war das Ergebnis deutlicher als der Spielverlauf, im zweiten waren wir schon gefühlter Sieger. Jetzt haben wir gezeigt, dass wir es nicht verdient haben, mit 0:3 nach Hause geschickt zu werden. Ich glaube nach wie vor, dass wir ins Halbfinale kommen können, wenn wir uns weiter zusammenreißen. Wir müssen keine besonderen Dinge machen, sondern nur eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigen. Die Ludwigsburger sind die Partie seriös angegangen, aber wir haben sie mit unserer Energie aus der Halle gefegt, ähnlich wie Saragossa. Vielleicht zahlt sich jetzt einfach aus, dass wir in dieser Saison immer den schweren Weg gehen mussten, oft viele Spiele innerhalb kürzester Zeit hatten und lernen mussten, nach Niederlagen weiterzumachen. Aber nach wie vor gilt: Wenn wir das nächste Spiel verlieren, sind wir raus. Wir haben zwar versucht, am Dienstag ein paar Fans in die Halle zu bekommen, aber seitdem in Bayern die neue Regelung in Kraft ist, nach der im Freien 250 Zuschauer erlaubt sind, ist das gleichbedeutend damit, dass in der Halle weiterhin keine Zuschauer erlaubt sind.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: