Brose Bamberg
Ein Vorgeschmack auf die Play-offs
Bennet Hundt wird das Opfer der Ludwigsburger Verteidigung. Hier rennt sich der Bamberger Aufbauspieler gleich in einem Quartett um den im Hinspiel mit 26 Punkten überragenden Jordan Hulls (links)  fest.
Bennet Hundt wird das Opfer der Ludwigsburger Verteidigung. Hier rennt sich der Bamberger Aufbauspieler gleich in einem Quartett um den im Hinspiel mit 26 Punkten überragenden Jordan Hulls (links) fest.
Foto: Daniel Löb
Bamberg – Brose Bamberg empfängt den Bundesliga-Spitzenreiter MHP Riesen Ludwigsburg. Dieses Duell wird es in dieser Saison wohl noch häufiger geben.

Der 31. Spieltag in der Basketball-Bundesliga ist bereits ein kleiner Appetithappen für die in drei Wochen beginnenden Play-offs. Denn mit Brose Bamberg und den MHP Riesen Ludwigsburg stehen sich am Freitagabend (20.30 Uhr) zwei Mannschaften gegenüber, die zu 99 Prozent auch in der Viertelfinal-Serie aufeinandertreffen werden.

Daher wird die Partie in der Brose-Arena darüber Aufschluss geben, wie groß die Leistungsunterschiede zwischen dem gastgebenden Tabellenachten und dem Spitzenreiter kurz vor dem Beginn in die entscheidende Saisonphase tatsächlich sind.

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„Über die Qualitäten der Ludwigsburger braucht man nicht diskutieren. Sie stehen zurecht da, wo sie stehen“, zollt der Bamberger Nationalspieler Dominic Lockhart den Schwaben, die erst zwei Niederlagen hinnehmen mussten, seinen Respekt. 28 Siege haben sie bereits eingefahren, fast doppelt so viele als die Oberfranken (15). Einer fehlt ihnen aus den verbleibenden vier Spielen noch, um die Hauptrunde als Tabellenführer abzuschließen und sich damit den Heimvorteil in den Play-offs bis zu einem möglichen Finale zu sichern.

MVP-Kandidat ist verletzt

Dies wäre die Krönung der bislang besten Spielzeit der Vereinsgeschichte. 18 Siege in Folge hatten die Ludwigsburger zwischenzeitlich eingefahren, und auch nach Bamberg kommen sie mit einer Serie von acht Erfolgen am Stück. Zuletzt fertigten sie die – allerdings aus einer zweiwöchigen Quarantäne gekommenen – Frankfurt Skyliners mit 106:69 ab. Den Ausfall ihres besten Spielers kompensierten die Schwaben mühelos. MVP-Kandidat Jaleen Smith hat sich eine Fußverletzung zugezogen, sein Einsatz in Bamberg ist fraglich.

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Der US-Amerikaner hat großen Anteil am Höhenflug der Schwaben, denn mit 16,5 Punkten im Schnitt (5.), 5,6 Rebounds (12.), 5,5 Assists (2.) und 1,7 Ballgewinnen (1.) zählt er in allen wichtigen Kategorien zu den Besten der Bundesliga.

Über 34 Minuten steht der 26-Jährige pro Partie auf dem Parkett. Das ist ein Beleg dafür, dass Smith auch ein guter Verteidiger sein muss, einem zentralen Element der Basketball-Philosophie des Ludwigsburger Coaches John Patrick.

Im Pokalwettbewerb trafen Brose Bamberg und die MHP Riesen Ludwigsburg in dieser Saison schon einmal aufeinander. Die Schwaben gewannen klar mit 99:72. Hier  verteidigen Yorman Polas Bartolo (links) und Barry Brown jr. gegen den Bamberger Chase Fieler.
Im Pokalwettbewerb trafen Brose Bamberg und die MHP Riesen Ludwigsburg in dieser Saison schon einmal aufeinander. Die Schwaben gewannen klar mit 99:72. Hier verteidigen Yorman Polas Bartolo (links) und Barry Brown jr. gegen den Bamberger Chase Fieler.
Foto: Daniel Löb

Der langjährige Bundesliga-Trainer hat sich in dieser Saison aber ein Stück weit neu erfunden, denn sein Team glänzt nun auch in der Offensive. Bestes Beispiel dafür ist Yorman Polas Bartolo. Der gebürtige Kubaner, zweimal als bester Verteidiger der Bundesliga ausgezeichnet – setzt im reifen Alter von 35 Jahren mit 10,3 Punkten im Schnitt und einer Dreierquote von 40 Prozent nun auch im Angriff Akzente. Korbgefährlicher aus der Distanz ist nur Aufbauspieler Jordan Hulls mit 45,7 Prozent (13,0 Punkte im Schnitt).

Dank fünf Spielern, die durchschnittlich zweistellig punkten, stellen die Ludwigsburger mit 89,2 Zählern pro Partie die zweitbeste Offensive hinter den EWE Baskets Oldenburg (93,6).

„Dennoch kann man sie schlagen, das haben andere Teams bereits bewiesen. Das bedeutet für uns, dass wir ab Sekunde eins voll fokussiert ins Spiel gehen, sie ständig unseren Atem spüren lassen müssen. Nur so werden wir eine Chance haben“, sagt Lockhart.

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Zuletzt zweimal verloren

Die ungewöhnliche lange Zeit von neun Tagen hatten die Bamberg, sich auf das Duell gegen den Spitzenreiter vorzubereiten, da die für den 25. April vorgesehene Partie gegen die BG Göttingen aufgrund zweier Corona-Fälle bei den Niedersachsen verschoben werden musste.

Zuvor hatte es für die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers Niederlagen in Oldenburg und Würzburg gegeben, wodurch die Play-off-Teilnahme der Bamberger noch immer nicht in trockenen Tüchern ist.

Brose Bamberg quasi im Dauereinsatz

Die Partie gegen die Ludwigsburger ist für die Brose-Basketballer die erste eines Doppelspieltags. Am Sonntag sind sie um 15 Uhr bei den Braunschweiger Löwen zu Gast. Und in der letzten Woche der Bundesliga-Hauptrunde geht es mit den Heimpartien gegen die Gießen 46ers (Dienstag), die BG Göttingen (Freitag) und die Crailsheim Merlins (Sonntag) fast im Zwei-Tages-Rhythmus weiter.