Fußball
In ganz Europa: Diese Franken zittern vorm Abstieg
Der gebürtige Würzburger Thorsten Kirschbaum (hier noch im Trikot von Bayer Leverkusen) spielt seit 2019 für VVV Venlo in den Niederlanden.
Der gebürtige Würzburger Thorsten Kirschbaum (hier noch im Trikot von Bayer Leverkusen) spielt seit 2019 für VVV Venlo in den Niederlanden.
Foto: Archiv/Zink
Bamberg – Ob in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz oder hierzulande: Der Abstiegskampf für einige fränkische Fußballer spitzt sich zu.

Wie präsentieren sich die Fußballprofis mit Geburtsort in Franken Spieltag für Spieltag in der Bundesliga und im Ausland? In der wöchentlichen Rubrik „Frankens Profis“ nimmt fraenkischertag.de die besten Kicker der Region unter die Lupe. Diesmal betrachten wir nur Spieler, die sich mit ihrem Klub in akuter Abstiegsgefahr befinden.

Ein fränkischer Keeper in den Niederlanden im Sturzflug

Ende Januar war für den niederländischen Fußball-Erstligisten VVV Venlo um ihren fränkischen Stammtorwart Thorsten Kirschbaum (geboren in Würzburg) die Welt noch in Ordnung. Der Klub aus der Provinz Limburg mit Grenznähe zu Deutschland erarbeitete sich nach vier Siegen und einem Remis im Januar ein Polster von acht Punkten auf den Abstiegsrelegationsrang in der Eredivisie. Die Bilanz seitdem: 11 Niederlagen in Folge mit einem Torverhältnis von 7:31.

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Nach dem 0:2 bei Sparta Rotterdam ist der Verein aus der 100.000 Einwohner zählenden Stadt auf Platz 17, einen direkten Abstiegsplatz, abgerutscht. Bei der jüngsten Niederlage in Rotterdam vor 2000 Zuschauern wurde der Ex-Clubberer Kirschbaum von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Beim 0:1 wurde ein Fernschuss unhaltbar von einem Venlo-Abwehrspieler abgefälscht, beim 0:2 durfte ein Angreifer aus Rotterdam nach einer Flanke aus wenigen Metern gegen Kirschbaum einschieben.

Nur einmal in 26 Ligaspielen konnte Kirschbaum, der vergangenen Dienstag 34 Jahre alt wurde, zu Null spielen. Frustrierend!

Dabei versucht der Klub alles, um gegen den Trend anzukämpfen, und die Zweitklassigkeit nach vier Jahren am Stück in der Eredivisie zu verhindern. Mitte März wurde Jos Luhukay, bestens bekannt von zahlreichen Engagements in der Bundesliga, als Feuerwehrmann angestellt. Für Luhukay, der in Venlo geboren ist und für den es die erste Trainer-Station in seinem Heimatland ist, eine Herzensangelegenheit.

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Sein Systemwechsel vom 4-3-3 auf ein 3-5-2 zeigt noch  keine Wirkung. Unter der Regie von Luhukay wurde neben der löcherigen Defensive auch noch der Angriff zum Problem: nur ein Tor in vier Spielen. Noch fünf Spieltage hat VVV Venlo Zeit für den Umschwung. Die persönliche Zukunft von Kirschbaum, der seit 2019 in Venlo das Tor hütet, ist derweil noch offen.

Bamberger verschafft sich in der Schweiz Luft

Während der Abstiegskampf für den Würzburger Kirschbaum in den Niederlanden nicht wirklich überraschend kommt, hätte sich der Bamberger Lukas Görtler sicher etwas ganz anderes von der Saison 2020/21 versprochen. Sein Klub, der FC St. Gallen, bleibt in der Schweizer Super League weit hinter den Erwartungen zurück – Abstiegskampf statt Titelkampf. Am zurückliegenden Wochenende empfing St. Gallen den FC Vaduz zu einem Sechs-Punkte-Spiel.

Görtler führte sein Team zum dritten Mal in der laufenden Saison als Kapitän an und leitete den einzigen Treffer des Tages ein. Der 26-jährige Mittelfeldspieler wurde Mitte der ersten Halbzeit im Mittelfeld gefoult und führte den Freistoß gedankenschnell aus.

Da sich der Keeper und ein Abwehrspieler der Liechtensteiner auf Slapstick-Art behinderten, musste Görtlers Teamkollege Adamu Chukwubuike den Ball nur noch einschieben. Es blieb beim hart umkämpften 1:0-Sieg gegen den Tabellenneunten.

„Es war sicher nicht unsere beste Leistung fußballerisch, aber wichtig ist, dass wir gewonnen haben“, sagte Görtler im Gespräch mit nau.ch. „Wir haben uns ein kleines Polster verschafft. Aber wir wissen, dass es noch ein steiniger Weg ist. Wir müssen am besten nächste Woche nachlegen.“

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Bei noch fünf ausstehenden Partien hat St. Gallen (37 Punkte) nun vier Punkte Vorsprung auf den FC Vaduz, der den Relegationsrang bzw. auf schweizerisch Barrageplatz belegt.

Würzburger schießt Mödling einen Platz nach oben

Bereits in der österreichischen Relegationsrunde befindet sich der FC Admira Wacker Mödling mit den beiden gebürtigen Franken Maximilian Breunig (Würzburg) und Andrew Wooten (Bamberg). Nach einem wichtigen 1:0-Sieg in Altach vor einer Woche gab der Partnerklub der Würzburger Kickers seit langer Zeit mal wieder die Rote Laterne ab. Den Treffer des Tages erzielte der Würzburger Breunig.

Am Wochenende setzte es aber wieder eine Niederlage: 0:2 gegen Austria Wien. 13 Punkte aus 27 Spielen ist eine abstiegsreife Ausbeute. Doch nur eine Mannschaft muss den Weg in die 2. Liga antreten, und das wäre aktuell St. Pölten (11 Punkte).

Der Partnerklub aus Deutschland, die Würzburger Kickers, erkämpften sich am Freitagabend immerhin ein 2:2 beim Karlsruher SC und schoben durch einen Last-Minute-Treffer den sicheren Abstieg noch auf. Bei neun Punkten Rückstand auf den Relegationsrang und noch drei Spieltagen sind die Rettungsmöglichkeiten der Unterfranken nur theoretischer Natur. Erfreulich aus oberfränkischer Sicht: der Kulmbacher Dominik Meisel, der im Februar und März auf keine einzige Zweitliga-Minute kam, spielte zuletzt zweimal in zentralen Mittelfeld von Beginn an.

"Eineinhalb" Vorlagen für Einberger

Neues Leben im Abstiegskampf der Bundesliga hat Neu-Trainer Friedhelm Funkel dem 1. FC Köln eingehaucht. Nach dem 2:1-Sensationserfolg über RB Leipzig am Dienstag folgte am Freitag ein 3:2-Auswärtssieg in Augsburg. Mit nun 29 Punkten stehen die Rheinländer wieder auf  Abstiegsrelegationsplatz 16 (29 Punkte). Verfolger Hertha BSC Berlin (26) hat allerdings quarantänebedingt drei Partien weniger absolviert.

Marius Wolf war einer der Kölner Aktivposten beim 3:2-Erfolg in Augsburg.
Marius Wolf war einer der Kölner Aktivposten beim 3:2-Erfolg in Augsburg.
Foto: Matthias Balk, dpa

Einen großen Anteil am Triumph in Augsburg hatte der Einberger Marius Wolf mit „eineinhalb“ Assists. Vor dem 2:0 seines Teams durch Florian Kainz ließ er die flache Hereingabe von Lukas Schmitz geistesgegenwärtig durch seine Beine passieren.

Zehn Minuten später bereitete Wolf das 3:0 durch Ondrej Duda direkt vor. Im zweiten Durchgang hatte der 25-Jährige nach dem zwischenzeitlichen 1:3 sogar den vierten Kölner Treffer auf dem Fuß.

Danach musste das Funkel-Team noch um die drei Punkte zittern. „Die Partie mit unterschiedlichen Halbzeiten ist schwer zu erklären. Wir hatten uns zur Pause vorgenommen, genauso weiterzumachen und aggressiv zu bleiben. Das ist uns nicht so gut gelungen. Nach dem 2:3 haben wir wieder ins Spiel gefunden, besser verteidigt und letztlich gewonnen. Funkel hat viele Gespräche mit uns geführt und uns zusätzliche Motivation gegeben“, sagte Wolf nach der Partie.

1. Bundesliga

Marius Wolf (1. FC Köln, geboren in Kronach)

Startelf: 3:2 in Augsburg / Ligaeinsätze: 28 (2 Tore, 3 Vorlagen)

Cedric Teuchert (Union Berlin, Coburg)

Eingewechselt (ab 72.): 3:1 gegen Bremen / Ligaeinsätze: 23 (3 Tore, 1 Vorlage)

Niklas Stark (Hertha BSC, Neustadt. a. d. Aisch)

Quarantäne / Ligaeinsätze: 28 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Max Grün (Borussia Mönchengladbach, Karlstadt)

Nicht im Kader: 5:0 gegen Bielefeld / Ligaeinsätze: 0

Philipp Tschauner (RB Leipzig, Schwabach)

Nicht im Kader: 2:0 gegen Stuttgart / Ligaeinsätze: 0

2. Bundesliga

Enrico Valentini (1. FC Nürnberg, geboren in Nürnberg)

Startelf: 3:1 gegen Heidenheim / Ligaeinsätze: 26 (1 Tore, 3 Vorlagen)

Johannes Geis (1. FC Nürnberg, Schweinfurt)

Startelf (ein Tor, eine Vorlage): 3:1 gegen Heidenheim / Ligaeinsätze: 30 (3 Tore, 7 Vorlagen)

Tim Latteier (1. FC Nürnberg, Kitzingen)

Eingewechselt (ab 77.): 3:1 gegen Heidenheim / Ligaeinsätze: 6 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Erik Shuranov (1. FC Nürnberg, Bamberg)

Startelf (bis 71.): 3:1 gegen Heidenheim / Ligaeinsätze: 10 (2 Tore, 0 Vorlagen)

David Raum (Greuther Fürth, Nürnberg)

Startelf (bis 72.): 1:2 bei St. Pauli / Ligaeinsätze: 30 (1 Tor, 14 Vorlagen)

Jamie Leweling (Greuther Fürth, Nürnberg)

Eingewechselt (ab 80.): 1:2 bei St. Pauli / Ligaeinsätze: 24 (1 Tor, 2 Vorlagen)

Timothy Tillman (Greuther Fürth, Nürnberg)

Eingewechselt (ab 60.): 1:2 bei St. Pauli / Ligaeinsätze: 22 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Dominik Meisel (Würzburger Kickers, Kulmbach)

Startelf (bis 60.): 2:2 in Karlsruhe / Ligaeinsätze: 13 (0 Tore, 1 Vorlage)

Manuel Wintzheimer (Hamburger SV, Arnstein)

Startelf (bis 73.): 1:1 in Regensburg / Ligaeinsätze: 28 (3 Tore, 11 Vorlagen)

Jann George (Jahn Regensburg, Nürnberg)

Nicht im Kader: 1:1 gegen HSV / Ligaeinsätze: 21 (4 Tore, 2 Vorlage)

Felix Burmeister (Eintracht Braunschweig, Würzburg)

Nicht im Kader: 0:2 gegen Aue / Ligaeinsätze: 2 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Patrick Kammerbauer (Eintracht Braunschweig, Raitenbuch)

Eingewechselt (ab 60.): 0:2 gegen Aue / Ligaeinsätze: 20 (0 Tore, 2 Vorlagen)

Europa

Österreich:

Julian Wießmeier (SV Ried, geboren in Nürnberg)

Startelf: 2:1 gegen St. Pölten / Ligaeinsätze: 23 (4 Tore, 0 Vorlagen)

Andrew Wooten (Admira Wacker, Bamberg)

Eingewechselt (ab. 63): 0:2 gegen Austria Wien / Ligaeinsätze: 15 (3 Tore, 1 Vorlagen)

Maximilian Breunig (Admira Wacker, Würzburg)

Startelf: 0:2 gegen Austria Wien / Ligaeinsätze: 19 (4 Tore, 0 Vorlagen)

Schweiz:

Lukas Görtler (FC St. Gallen, Bamberg)

Startelf: 1:0 gegen Vaduz / Ligaeinsätze: 28 (1 Tor, 2 Vorlagen)

Niederlande:

Thorsten Kirschbaum (VV Venlo, Würzburg)

Startelf: 0:2 bei Sparta Rotterdam / Ligaeinsätze: 26 (55 Gegentore, 1 zu Null)

Belgien:

Niklas Dorsch (KAA Gent, Lichtenfels)

Spielfrei / Ligaeinsätze: 29 (3 Tore, 2 Vorlagen)

Luxemburg:

Dominik Stolz (Wift Hesperingen, Neuenedettelsau)

Startelf: 2:2 bei Fola Esch / Ligaeinsätze: 20 (12 Tore, 8 Vorlagen)

Ungarn:

Thomas Meißner (Puskas Akademia, Schweinfurt)

Ohne Einsatz im Kader: 1:4 gegen Zalaegerszeg / Ligaeinsätze: 21 (1 Tor, 0 Vorlagen)

Türkei (2. Liga):

Tolga Ünlü (Altay SK, Erlenbach am Main)

Eingewechselt (ab 73.): 0:2 bei Akhisarspor / Ligaeinsätze: 25 (0 Tore, 1 Vorlage)

Cem Ekinci (Keciörengücü, Nürnberg)

Startelf (bis 74.): 2:1 bei Balikesirspor / Ligaeinsätze: 32 (11 Tore, 3 Vorlagen)

Welt

Australien:

Nicolai Müller (Western Sydney Wanderers, geboren in Lohr am Main)

Eingewechselt (ab 61./1 Tor): 4:5 bei Melbourne Victory / Ligaeinsätze: 16 (2 Tore, 0 Vorlagen)

USA:

Julian Gressel (DC United, Neustadt/Aisch)

Startelf: 0:1 bei New England Revolution / Ligaeinsätze: 2 (0 Tore, 1 Vorlage)

Philippinen:

Stephan Schröck (United City FC, Schweinfurt)

Saisonpause

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