Basketball
Nervenschwache Bamberger belohnen sich nicht
Christian Sengfelder (rechts) machte ein starkes Spiel und erzielt hier drei seiner 16 Punkte. Hier kommt der Liga-MVP Jaleen Smith zu spät.
Christian Sengfelder (rechts) machte ein starkes Spiel und erzielt hier drei seiner 16 Punkte. Hier kommt der Liga-MVP Jaleen Smith zu spät.
Foto: Heiko Becker via Daniel Löb/Pool
Bamberg – Das Brose-Team führt im zweiten Viertelfinal-Spiel in Ludwigsburg zwei Minuten vor Schluss mit 83:77 und verliert noch mit 83:86.

Können die Bundesliga-Basketballer von Brose Bamberg zwei Ludwigsburger Matchbälle abwehren und ein fünftes Spiel um den Halbfinal-Einzug erzwingen? Nach der bitteren 83:86 (36:43)-Niederlage im zweiten Viertelfinal-Play-off-Spiel am Freitagabend bei den MHP Riesen stehen die Oberfranken jedenfalls mit dem Rücken zu Wand. Am Sonntag (15 Uhr) spielt das Team von Brose-Trainer Johan Roijakkers in der eigenen Halle, will dort das Saison-Aus abwenden und mit einem Sieg ein Spiel 4 am Dienstag (18.30 Uhr) an gleicher Stelle erzwingen. Ein entscheidendes fünftes Match fände dann am Donnerstag wieder beim Hauptrundenersten statt.

Play-off-Viertelfinale, Spiel 2

MHP Riesen Ludwigsburg – Brose Bamberg 86:83

(24:16, 19:20, 20:28, 23:19)

Beide Trainer schickten die gleiche Fünf aufs Feld wie am Mittwoch. Den besseren Start erwischten jedoch die Gastgeber (5:0). Nach nur zwei Minuten brachte Roijakkers David Kravish für Shevon Thompson und Alex Ruoff für Kenneth Ogbe, der zweimal den Ball verloren hatte. Kravish zeigte dann auch gleich, warum er als effektivster Spieler der Liga ausgezeichnet wurde. Der Center erzielte binnen drei Minuten acht Punkte in Folge zur ersten Führung (10:11).

Bamberg zeigt Physis

Klar zu erkennen war bereits zu diesem Zeitpunkt, dass die Gäste physischer zu Werke gingen und härter um die Bälle kämpften. Sie zeigten die Play-off-Intensität, wie sie Roijakkers von seinem Team verlangt hatte. Der Holländer wechselte auch zügiger durch als noch in Spiel 1. Doch nach dem 15:13 durch Bennet Hundt, unterliefen den Gästen zu viele Fehler, ob Ballverluste oder Fehlwürfe, die der Hauptrundenmeister zu einem 9:2-Lauf nutzte (24:15).

Der Brose-Truppe hielt im ersten Viertel diesmal im Rebound besser dagegen (7:7), mit sieben war jedoch die Anzahl der Ballverluste zu hoch. Zudem fiel kein Dreier. Hundt eröffnete den zweiten Abschnitt nach 1:30 Minuten mit den ersten Punkten – einem Dreier – und legte per Korbleger zum 26:21 nach. Die Bamberger waren nun im Spiel und reduzierten ihre Ballverluste. Kravish verkürzte auf 27:29 (15.) und Ruoff besorgte per Dreier das 36:39 (19.).

Kleine Fehler bestrafen die Ludwigsburger

Dennoch verpassten es die Gäste, die Partie offener zu gestalten, da ihnen in der Abwehr einige kleine Fehler unterliefen. Die bestrafte der Liga-MVP Jaleen Smith per Dreier, Jonas Wohlfahrth-Bottermann per Dunking und der unter den Brettern dominierende Jamel McLean, der zur Pause bereits elf seiner 21 Zähler erzielt hatte. So ging das Team des Trainers des Jahres, John Patrick, mit einem Sieben-Punkte-Polster in die Kabine.

Mit Ruoff und Hundt auf der Aufbauposition hatte das Brose-Spiel mehr Struktur. Das Pick-and-Roll-Spiel mit Kravish funktionierte, Ogbe attackierte beherzt, zog Fouls und Ruoff traf seinen nächsten Dreier. Die Ludwigsburger strauchelten etwas gegen die aggressive Brose-Defensive, so dass die Gäste mit einem 14:0-Lauf zum 48:52 (25.) das Blatt erneut wendeten. Doch Jordan Hulls (2) und Smith antworteten mit Dreiern (57:52). Auf der Gegenseite explodierte nun Chase Fieler, reboundete, punktete und blockte. Nach Freiwürfen von Christian Sengfelder führte der Gast wieder (57:61) und ging mit einer 64:63-Führung ins letzte Viertel.

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Kravish muss mit fünf Fouls vom Feld

Bei einigen Situationen kamen die Bamberger in der Schlussphase bei den Schiedsrichtern schlecht weg. Kravish musste nach 17 Punkten und neun Rebounds acht Minuten vor Schluss mit fünf Fouls vom Feld. Dennoch hielt der Gast dagegen und brachte den Favoriten ins Wanken. Für Kravish sprangen nun Sengfelder und Ruoff in die Bresche, die mit Tyler Larson für das 83:77 zwei Minuten vor Schluss sorgten.

Smith mit den entscheidenden Aktionen

Smith zeigte anschließend, warum er als wertvollster Spieler ausgezeichnet wurde. Seine drei Freiwürfe nach einem Foul verwandelte er sicher und beim 83:83 sprang er in einen Pass von Hundt und sorgte für das 85:83. Neun Sekunden hatten die Gäste noch, doch Michele Vitali versuchte einen schwierigen Dreier, der nicht sein Ziel fand.

Der enttäuschte Roijakkers meinte: „Wir hatten die richtige Intensität, haben unsere Ballverluste im Lauf des Spiels reduziert. Leider produzierte Bennet, der toll gespielt hat, einen Fehlpass, der nicht passieren darf.“

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Spieler des Spiels

Alex Ruoff spielte nach fast sechswöchiger verletzungsbedingter Pause ein starkes Match. Als Spielleiter an der Seite von Bennet Hundt gab er fünf Assists bei nur einem Ballverlust und erzielte zwölf Punkte. Der Amerikaner erzielte drei Dreier. Bitter, dass sich sein letzter Versuch 45 Sekunden vor Schluss wieder aus dem Korb drehte.

Die Statistik des Spiels

Ludwigsburg: McLean (21 Punkte), Hulls (19/5 Dreier), Smith (17/3), Darden (11/1), Polas Bartolo (10/1), Wohlfarth-Bottermann (4), da Silva (2), Radebaugh (2), Warren, Herzog, Jo. Patrick

Bamberg: Kravish (17), Sengfelder (16/1), Ogbe (14/2), Ruoff (12/3), Hundt (11/1), Fieler (5), Vitali (3), Larson (3), Seric (2), Lockhart, Thompson

Schiedsrichter: Panther, Barth, Hack

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Ludwigsburg 44 Prozent (28 Treffer/64 Versuche), Bamberg 45 (29/65)

Dreierquote: Ludwigsburg 42 Prozent (10/24), Bamberg 26 (7/27)

Freiwurfquote: Ludwigsburg 83 (20/24), Bamberg 72 (18/25)

Rebounds: Ludwigsburg 33 (23 defensiv/10 offensiv), Bamberg 38 (27/11)

Ballgewinne/-verluste: Ludwigsburg 6/12, Bamberg 8/14

Assists: Ludwigsburg 16 / Bamberg 18

Fouls: Ludwigsburg 19 / Bamberg 21