Homosexualität
Niemanden zum Coming-out drängen
Die Co-Trainerin des Basketball-Drittligisten BBC Coburg, Jessica Miller, stünde ihren Spielern im Fall der Fälle auch als Ratgeberin in Sachen Homosexualität zur Verfügung.
Die Co-Trainerin des Basketball-Drittligisten BBC Coburg, Jessica Miller, stünde ihren Spielern im Fall der Fälle auch als Ratgeberin in Sachen Homosexualität zur Verfügung.
Foto: sportpress
Bamberg – Die Kampagne "Ihr könnt auf uns zählen" soll es schwulen Teamsportlern erleichtern, sich zu outen. Basketball-Trainerin Jessica Miller ist vorsichtig.

Jessica Miller aus Bamberg ist Co-Trainerin des ProB-Ligisten BBC Coburg. Ihren Spielern würde die US-Amerikanerin im Zweifel auch als Ratgeberin zur Verfügung stehen. Denn die 32-Jährige ist offen lesbisch, seit gut einem Jahr mit ihrer Freundin verheiratet und seit drei Wochen Mutter des gemeinsamen Sohnes Luca.

Wie und wann hatten Sie Ihr Coming-out?

Jessica Miller: Ich kann mich nicht an einen bestimmten Tag erinnern. Ich wollte und will es auch nicht der ganzen Welt erzählen. Man muss den Moment abwarten, zu dem man sich wohlfühlt. Wenn ich öffentlich darüber spreche, trete ich wiederum aus meiner Komfortzone, um anderen, die noch nicht so weit sind, vielleicht zu helfen.

Jessica Miller stünde ihren Spielern als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Jessica Miller stünde ihren Spielern als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Foto: sportpress

Würden Sie einem Spieler aus Ihrer Mannschaft zu einem Coming-out raten?

Wenn einer aus der Mannschaft schwul wäre, könnte er jederzeit zu mir kommen. Ich würde ihn nicht dazu drängen, es öffentlich zu machen, aber ihm Tipps geben, was das Beste für ihn ist. Es ist ein sehr privates Thema. Ich hoffe jedenfalls, dass derjenige mit mir darüber sprechen würde.

Co-Trainerin Jessica Miller mit BBC-Cheftrainer Valentino Lott.
Co-Trainerin Jessica Miller mit BBC-Cheftrainer Valentino Lott.
Foto: Hagen Lehmann

Was ist in so einer Situation wichtig?

Wie man mit der eigenen Homosexualität umgeht, ist bei jedem Menschen verschieden und eine persönliche Entscheidung. Man muss sich der Unterstützung von Freunden oder Familie sicher sein. Man sollte wissen, dass man nicht der Einzige ist. Man muss sich nicht verstecken, denn für Homosexualität muss man sich nicht schämen. Meine wahren Freunde werden danach auch noch meine Freunde sein.

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