Basketball
Offiziell: Brose Bamberg feuert Roijakkers
Nicht mehr Trainer von Brose Bamberg: Johan Roijakkers
Nicht mehr Trainer von Brose Bamberg: Johan Roijakkers
Foto: Daniel Löb
Bamberg – Nach tagelangen Spekulationen bestätigt der Bundesligist die Trennung von Coach Johan Roijakkers. Sein Nachfolger steht schon fest.

Nach einer Woche Funkstille hat Brose Bamberg den Spekulationen am Montagvormittag ein Ende gesetzt: Johan Roijakkers ist nicht mehr Trainer des oberfränkischen Basketball-Bundesligisten.

Seinen Nachfolger haben die Verantwortlichen bereits gefunden. Wie vermutet, übernimmt  Oren Amiel das Amt des Niederländers. Der 49 Jahre alte Israeli erhält einen Kontrakt bis Ende der kommenden Saison. Allerdings gibt es eine beiderseitige Ausstiegsoption nach Ablauf dieser Spielzeit.

„Ich danke Johan für seine Arbeit in den letzten 16 Monaten. Er begann in Bamberg unmittelbar vor meiner Berufung zum Geschäftsführer und wir sind zusammen durch eine nicht nur durch die Corona-Pandemie sehr herausfordernde Zeit gegangen. Wir haben uns deshalb die Entscheidung – vor allem vor dem Hintergrund der angestrebten Kontinuität auf der Cheftrainerposition – nicht leicht gemacht. Allerdings konnten wir in den letzten Wochen vor allem defensiv keine Fortschritte erkennen, die uns überzeugt hätten, die Abwärtsspirale mit vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen zu verlassen. Wir wünschen Johan weiterhin alles Gute“, wird Philipp Galewski, Geschäftsführer von Brose Bamberg, in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Assistenztrainer dürfen bleiben

Roijakkers Co-Trainer Hylke van der Zweep und Mate Jakab sowie Athletikcoach Domenik Theodorou und Teammanager Enzo Neck müssen ihren Hut nicht nehmen.  „Sie können bleiben, wenn sie wollen", teilte Mediendirektor Thorsten Vogt auf Anfrage mit. Amiel bringe keinen Assistenten seiner Wahl mit nach Bamberg.

Mit ERA Nymburk hat Oren Amiel in der Champions League vier Siege über die Bamberger gefeiert.
Mit ERA Nymburk hat Oren Amiel in der Champions League vier Siege über die Bamberger gefeiert.
Foto: Daniel Löb

Der 49 Jahre alte Amiel wurde Ende Oktober nach nur dreimonatiger Tätigkeit und drei Niederlagen in der Champions League in Folge bei Hapoel Jerusalem gefeuert. Zuvor war er neun Jahre Trainer beim tschechischen Serienmeister ERA Nymburk, die ersten fünf als Assistenzcoach, danach als Cheftrainer.

 

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In den Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 führte Amiel, der mit Nymburk vier tschechische Meistertitel in Serie feierte,  sein Team zudem jeweils ins Viertelfinale der Basketball-Champions-League (BCL) und wurde von seinen Amtskollegen zum „BCL-Trainer des Jahres 2020“ gewählt.

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Amiel: Wir haben die richtigen Spieler

„Ich wollte schon immer in der BBL coachen. Wenn man dann die Chance hat, das für Brose zu tun, ein Verein mit dieser Historie, ist das eine großartige Gelegenheit. Meine Philosophie: Ich will ein Team sehen, das kämpft, das nie aufgibt, das uneigennützigen Tempobasketball spielt“, sagte Amiel. „Wir haben dafür die richtigen Spieler. Ich habe mir alle Partien auf Video angesehen, dabei wurde deutlich: Jeder unterstützt jeden, die Teamchemie stimmt. Jetzt müssen wir gemeinsam wieder in die richtige Richtung gehen.“

Als Spieler war Amiel in seinem Heimatland  für Elyon, Hadere und Ha’emek aktiv. Seine Trainerkarriere startete er 2004 als Assistenztrainer  in Elyon. Es folgten weitere Co-Trainer-Stationen unter anderem bei Maccabi Tel Aviv und in Nymburk, wo er 2017 zum Chef befördert wurde.

Roijakkers war 515 Tage im Amt

Der Israeli ist seit der Trennung von Andrea Trinchieri im Januar 2018 bereits der sechste Chefcoach beim neunfachen deutschen Meister. Sein Vorgänger Roijakkers war zur Saison 2020/21 nach Bamberg gekommen.
„Mein Staff und ich wollen hier unseren Stempel aufdrücken. Und natürlich wollen wir erfolgreich sein und den Bamberger Basketball zurückbringen: ein Spiel mit Leidenschaft, Intensität und Siegen", hatte Roijakkers gesagt, nachdem er das Amt seines glücklosen Vorgängers Roel Moors antrat. Der Niederländer wurde mit einem Vertrag bis 2023 ausgestattet, musste  nun aber nach 515 Tagen im Amt seinen Posten räumen. 

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In 65  Pflichtspielen in Bundesliga, Pokal und Champions League verbuchte Roijakkers 34 Siege und 31 Niederlagen, zuletzt zwei deutliche gegen die EWE Baskets Oldenburg und die Telekom Baskets Bonn. Aktuell steht Brose Bamberg nach einem Viertel der Saison auf Rang 8  und damit dem letzten Play-off-Platz.

Center Mitchell verpflichtet

Brose Bamberg ist zudem auf der Suche nach einem neuen Center fündig geworden und hat Akil Mitchell verpflichtet. Der 29-jährige US-Amerikaner mit panamaischem Pass kommt vom türkischen Erstligisten Pinar Karsiyaka und hat einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben.

Akil Mitchell sagt: „Ich freue mich sehr hier zu sein. Meine Zeit in Karsiyaka war nicht einfach, daher ist es schön, dass ich mich jetzt neu beweisen kann. Ich kenne einige ehemalige Bamberger Spieler und aus dem aktuellen Team Shannon Scott. Alle haben mir nur das Beste von Brose erzählt.“

Mitchell begann seine Karriere an der renommierten University of Virginia. Seine erste Profistation hatte er 2014 für das G-League-Team der Rio Grande Valley Vipers. Es folgten Stationen in Neuseeland, Frankreich, Italien und Israel, ehe er zu Beginn dieser Saison zu Pinar Karsiyaka wechselte. Neben diversen Ex-Bambergern wie Ricky Hickman und dem jetzt für Chemnitz aktiven Darion Atkins spielte der 2,06 m große und 106 kg schwere Center auch bereits mit einem aktuell im Brose-Trikot auflaufenden Akteur zusammen: 2017/18 spielte Mitchell gemeinsam mit Shannon Scott für das G-League-Team der Long Island Nets.

 

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