Fußball
Politik bleibt hart: Stehplätze verboten
Dicht gedrängt auf einem Sportplatz stehen, wie beim Relegationssspiel des FSV Buttenheim gegen die SpVgg Lettenreuth im Mai 2019? Aktuell sind Stehplätze noch komplett verboten, der Verband hofft aber auf eine zeitnahe Lösung vor Saisonbeginn.
Dicht gedrängt auf einem Sportplatz stehen, wie beim Relegationssspiel des FSV Buttenheim gegen die SpVgg Lettenreuth im Mai 2019? Aktuell sind Stehplätze noch komplett verboten, der Verband hofft aber auf eine zeitnahe Lösung vor Saisonbeginn.
Foto: sportpress
Bamberg – Kein Steh-, sondern weiter nur festgewiesene Sitzplätze: Der Verband ist aber zuversichtlich, zeitnah zu einer Lösung zu kommen.

Es bleibt (noch) dabei: Auf den bayerischen Amateur-Fußballplätzen ist auch weiterhin keine begrenzte Zahl an Zuschauern auf Stehplätzen erlaubt.

Das ist das Ergebnis einer sehr emotional geführten Debatte im bayerischen Landtag, an deren Ende die Regierungskoalition zwei Dringlichkeitsanträge zur Änderung der aktuell geltenden Regelungen im „Rahmenkonzept Sport“ abgelehnt hat.

Bei der Plenarsitzung hieß es aber auch, dass das für den Sport zuständige Innenministerium „in den nächsten Tagen eine praxistaugliche Regelung finden wird und wir zu Lösungen kommen werden“.

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV), der das Rahmenkonzept bereits bei Inkrafttreten kritisiert und Nachbesserungen für seine fast 4600 Mitgliedsvereine gefordert hatte, reagiert enttäuscht.

„Der Frust bei den Vereinen ist enorm – und er wird mit jedem Tag weiter wachsen, an dem diese unsinnige, weil nicht mehr erklärbare Regelung Gültigkeit besitzt“, sagt Präsident Rainer Koch: „Wir haben gerade in den vergangenen Tagen nochmals intensive Gespräche mit Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsminister Klaus Holetschek sowie Ministerpräsident Markus Söder geführt. Dass unsere Vereine aber mit dieser Entscheidung des Landtags weiter vertröstet werden, ist alles andere als schön. Wichtig ist es jetzt, dass in jedem Falle die angekündigten Taten folgen, daran muss sich die Regierung messen lassen.“

Nur feste Sitzplätze

Die aktuelle Regelung sieht ausschließlich bis zu 500 Zuschauer im Freien auf zugewiesenen Sitzplätzen vor, deren Kontaktdaten sitzplatzgenau erfasst werden müssen. In der Halle sind hingegen bis zu 1000 Stehplätze ohne feste Zuordnung gestattet.

Für BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, im Präsidium für den Spielbetrieb in Bayern zuständig, ist es „extrem bitter, dass die erlösende Nachricht jetzt ausgeblieben ist. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Wer die Debatte verfolgt hat, der weiß, dass sich in der Sache alle einig sind, aber leider überlagern politische Ränkespiele den Kern und werden auf dem Rücken der Vereine ausgetragen. Wir alle sind bereit, verantwortungsbewusst den nächsten Schritt in Richtung mehr Normalität zu machen. Schon mit 100 Stehplätzen, selbstverständlich unter Einhaltung des Mindestabstands und zur Not auch mit Maske, wäre den meisten unserer Vereine in einem ersten Schritt geholfen gewesen. Fußballplätze sind groß genug, um zumindest eine begrenzte Zahl an Zuschauern auf Stehplätzen zulassen zu können, zumal die meisten Gelände gar keine Sitzplatztribünen haben“.

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