Frankens Profis
So lief Bundesliga-Finale für Wolf, Teuchert & Co.
Marius Wolf (oben) und seine Kölner Teamkollegen freuten sich hier zu früh. Das vermeintliche 1:0 von Sebastian Andersson wurde aberkannt. Später durften sich die Rheinländer aber über den 1:0-Sieg freuen.
Marius Wolf (oben) und seine Kölner Teamkollegen freuten sich hier zu früh. Das vermeintliche 1:0 von Sebastian Andersson wurde aberkannt. Später durften sich die Rheinländer aber über den 1:0-Sieg freuen.
Foto: Thilo Schmuelgen, Reuters-Pool/dpa
Bamberg – Last-Minute-Glücksgefühle für die beiden Oberfranken: Marius Wolf steht mit Köln in der Relegation, Cedric Teuchert spielt mit Union international.

Wie präsentieren sich die Fußballprofis mit Geburtsort in Franken Spieltag für Spieltag in der Bundesliga und im Ausland? In der wöchentlichen Rubrik „Frankens Profis“ nimmt fraenkischertag.de die besten Kicker der Region unter die Lupe. Von Europa-Quali, Relegation, Aufstieg und Klassenerhalt: Der letzte Spieltag in der 1. und 2. Bundesliga hatte für die meisten Franken ein Happy End parat.

Europa: Coburger erreicht mit Union die UEFA Conference League

Ein Oberfranke wird in der kommenden Saison international spielen: Der Coburger Stürmer Cedric Teuchert hat mit Union Berlin im wahrsten Sinne des Wortes in der letzten Sekunde den Einzug in die UEFA Conference League geschafft. In der zweiten Minute der Nachspielzeit köpfte Berlins Star Max Kruse die Eisernen mit dem 2:1 gegen RB Leipzig auf Platz 7 und damit in den neu gegründeten internationalen Wettbewerb. Teuchert trug sich zwar nicht in die Torschützenliste ein, feierte aber mit seiner Einwechslung in der 64. Minute sein Comeback. Der 24-Jährige hatte sich Ende April beim 3:1-Sieg über Werder Bremen am Knie verletzt – eine längere Pause wurde befürchtet.

Der FC Union Berlin spielt nächste Saison dank des Last-Minute-Treffers von Max Kruse (links) international. Der Coburger Cedric Teuchert (Zweiter von rechts) feierte mit.
Der FC Union Berlin spielt nächste Saison dank des Last-Minute-Treffers von Max Kruse (links) international. Der Coburger Cedric Teuchert (Zweiter von rechts) feierte mit.
Foto: John Macdougall, AFP-Pool/dpa

Mit 24 Bundesliga-Einsätzen (achtmal von Beginn an) und drei Toren sowie einer Vorlage war Teuchert ein wichtiger Ergänzungsspieler der Berliner und wird dies wohl auch in der kommenden Spielzeit sein. Sein Vertrag in der Hauptstadt läuft noch bis Sommer 2022. Mit Joel Pohjanpalo (zu Bayer Leverkusen) und Petar Musa (zu Slavia Prag) kehren zwei Konkurrenten von Teuchert im Offensivbereich zu ihren Heimatvereinen zurück.

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Relegation: Wolf und der 1. FC Köln ziehen Kopf aus der Schlinge

Platz 16 und damit die Relegation war für den 1. FC Köln um den Einberger Marius Wolf (geboren in Kronach) das höchste der Gefühle am letzten Bundesliga-Spieltag. Und das Team von Trainer Friedhelm Funkel ließ seine treuen Anhänger im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 lange zittern – bis Sebastiaan Bornauw in der 86. Minute die Rheinländer mit dem 1:0 erlöste. Wolf stand in unmittelbarer Nähe zum Belgier, beschäftigte zwei Schalke-Verteidiger und schuf so etwas Platz für seinen Teamkollegen. Den Schlusspfiff erlebte Wolf nicht mehr auf dem Rasen, er wurde in der 88. Minute ausgewechselt. In diesen 88 Minuten gab der Einberger aber Vollgas, brach immer wieder auf der rechten Außenbahn durch und gehörte zu den besten Kölner Akteuren. Er harmonierte bestens mit Rechtsverteidiger Benno Schmitz. Das Duo kombinierte sich mit Doppelpässen immer wieder in den Strafraum der Schalker.

Mit diesem Kopfballtreffer in der 86. Minute rettete der Belgier Sebastiaan Bornauw den Kölnern die Relegation. Teamkollege Marius Wolf hält ihm zwei Schalker von der Pelle.
Mit diesem Kopfballtreffer in der 86. Minute rettete der Belgier Sebastiaan Bornauw den Kölnern die Relegation. Teamkollege Marius Wolf hält ihm zwei Schalker von der Pelle.
Foto: Thilo Schmuelgen, Reuters-Pool/dpa

In der 53. Minute hatte Wolf nach einem verunglückten Rückpass-Versuch des Schalkers Florian Flick das 1:0 selbst auf dem Fuß. Doch sein Linksschuss wurde sichere Beute für Ralf Fährmann. Wolf wurde bei seinem Abschluss von Shkodran Mustafi an der Strafraumgrenze bedrängt und auch leicht am Fuß getroffen. Für einen Elfmeter war der Kontakt allerdings zu wenig. Letztlich wird es Wolf nach dem späten 1:0 egal sein. Bereits am Mittwoch geht es für den 25-Jährigen, dessen Zukunft offen ist, und den 1. FC Köln in der Relegation gegen Holstein Kiel weiter.

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Aufstieg: Raum & Co. machen die Überraschung perfekt

Nicht weniger dramatisch ging es in der 2. Bundesliga zu. Während die Kölner noch um ihre Erstklassigkeit bangen müssen, hat die SpVgg Greuther Fürth diese nach acht Jahren Abstinenz bereits sicher in der Tasche. Das Kleeblatt zeigte im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf trotz Unterzahl und zweimaligem Rückstand eine enorme Moral und sicherte sich noch einen 3:2-Heimsieg. Der Schütze des goldenen Treffers war „Edeljoker“ Dickson Abiama in der 83. Minute. Die Entwicklung des 22-jährigen Aufstiegshelden, dem sieben Saisontore gelangen, ist einfach nur erstaunlich. Als A-Jugendlicher spielte der Nigerianer vor vier Jahren noch in der Kreisklasse für Mögeldorf, ehe er sich über die Stationen Quelle Fürth und Eltersdorf für ein Zweitliga-Engagement in Fürth empfahl. Jetzt darf sich Abiama seinen Bundesliga-Traum erfüllen.

Dickson Abiama (unten) jubelt mit seinem Teamkollegen Abdourahmane Barry (r)  über den perfekten Bundesliga-Aufstieg. Der 22-jährige Nigerianer, der vergangene Saison noch in der Bayernliga spielte, schoss das entscheidende 3:2 gegen Düsseldorf.
Dickson Abiama (unten) jubelt mit seinem Teamkollegen Abdourahmane Barry (r) über den perfekten Bundesliga-Aufstieg. Der 22-jährige Nigerianer, der vergangene Saison noch in der Bayernliga spielte, schoss das entscheidende 3:2 gegen Düsseldorf.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Diesen darf in der Saison 2021/22 auch der gebürtige Nürnberger David Raum leben – allerdings nicht im Kleeblatt-Trikot, sondern bei der TSG Hoffenheim. Trotz seines bereits seit längerer Zeit feststehenden Wechsels zu den Kraichgauern lieferte der U21-Nationalspieler bis zuletzt ab. Den 2:2-Ausgleich von Julian Green leitete Raum mit einer Flanke von der linken Seite ein. Dem 23-Jährigen glückten  überragende 15 Assists in 34 Zweitliga-Partien. Die zwei anderen gebürtigen Franken im Fürther Kader, Timothy Tillman (Nürnberg, 24 Spiele) und Jamie Leweling (Nürnberg, ebenfalls 24 Spiele),  kamen insbesondere in der Rückrunde nicht mehr über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Beide sollen aber im Fürther Trikot in der 1. Liga den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gehen.

Klassenerhalt: Jahn Regensburg um Jann George behält die Nerven

Der SSV Jahn Regensburg bleibt die fünfte Spielzeit in Folge zweitklassig. Nach dem Formtief der vergangenen Wochen berappelten sich die Oberpfälzer am 34. Spieltag gegen den FC St. Pauli. Mit dem 3:0-Heimerfolg sicherte sich Regensburg Platz 14 und vermied die Relegation. Eingeleitet hat den Erfolg der gebürtige Nürnberger im Jahn-Trikot, Jann George, mit seinem 1:0 in der 14. Minute. Der 28-jährige Deutsch-Amerikaner kam im Laufe der Rückrunde immer besser in Fahrt, erzielte fünf Tore und bereitete in 25 Ligapartien drei Treffer vor. Unvergessen bleibt sein Tor im Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Köln.

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Bereits vor dem letzten Spieltag war Hertha BSC Berlin um den Mittelfranken Niklas Stark (geboren in Neustadt a. d. Aisch) in der 1. Bundesliga gerettet. Die 1:2-Niederlage bei der TSG Hoffenheim war für die Alte Dame also zu verkraften. Co-Kapitän Stark spielte in der Innenverteidigung neben Kapitän Dedryck Boyata. Doch am Samstagnachmittag trug keiner der beiden Abwehrspieler die Binde. In seinem letzten Profispiel überhaupt wurde diese Ehre Ex-Nationalspieler Sami Khedira zuteil. Stark & Co. bereiteten dem Weltmeister, unter anderem mit eigens angefertigten T-Shirts mit Khediras Nummer 6, einen würdigen Abschied von der großen Fußball-Bühne. Für Stark ist nun erstmal Urlaub angesagt. Der zweifache A-Nationalspieler wurde bekanntlich nicht von Jogi Löw für die Europameisterschaft berücksichtigt.

Große Geste für einen großen Spieler: Niklas Stark (rechts) und seine Hertha-Teamkollegen verabschiedeten Sami Khedira (links) mit eigens angefertigten T-Shirts aus der Bundesliga.
Große Geste für einen großen Spieler: Niklas Stark (rechts) und seine Hertha-Teamkollegen verabschiedeten Sami Khedira (links) mit eigens angefertigten T-Shirts aus der Bundesliga.
Foto: Uli Deck, dpa

1. Bundesliga

Marius Wolf (1. FC Köln, geboren in Kronach)

Startelf (bis 88.): 1:0 gegen Schalke / Ligaeinsätze: 31 (2 Tore, 3 Vorlagen)

Cedric Teuchert (Union Berlin, Coburg)

Eingewechselt (ab 64.): 2:1 gegen Leipzig / Ligaeinsätze: 24 (3 Tore, 1 Vorlage)

Niklas Stark (Hertha BSC, Neustadt. a. d. Aisch)

Startelf (bis 64.): 1:2 in Hoffenheim / Ligaeinsätze: 33 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Max Grün (Borussia Mönchengladbach, Karlstadt)

Nicht im Kader: 4:2 in Bremen / Ligaeinsätze: 0

Philipp Tschauner (RB Leipzig, Schwabach)

Ohne Einsatz im Kader: 1:2 bei Union Berlin/ Ligaeinsätze: 0

2. Bundesliga

Enrico Valentini (1. FC Nürnberg, geboren in Nürnberg)

Startelf: 2:1 in Hannover / Ligaeinsätze: 30 (1 Tore, 4 Vorlagen)

Johannes Geis (1. FC Nürnberg, Schweinfurt)

Startelf: 2:1 in Hannover / Ligaeinsätze: 34 (3 Tore, 9 Vorlagen)

Tim Latteier (1. FC Nürnberg, Kitzingen)

Startelf (bis 89.): 2:1 in Hannnover / Ligaeinsätze: 9 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Erik Shuranov (1. FC Nürnberg, Bamberg)

Startelf (bis 89./2 Tore): 2:1 in Hannover / Ligaeinsätze: 14 (5 Tore, 1 Vorlage)

Franken-Jubel: Der gebürtige Bamberger, Erik Shuranov (rechts) lässt sich vom Kitzinger Tim Latteier für sein 1:0 gegen Hannover 96 feiern.
Franken-Jubel: Der gebürtige Bamberger, Erik Shuranov (rechts) lässt sich vom Kitzinger Tim Latteier für sein 1:0 gegen Hannover 96 feiern.
Foto: Hauke-Christian Dittrich, dpa

David Raum (Greuther Fürth, Nürnberg)

Startelf: 3:2 gegen Düsseldorf / Ligaeinsätze: 34 (1 Tor, 15 Vorlagen)

Jamie Leweling (Greuther Fürth, Nürnberg)

Ohne Einsatz im Kader: 3:2 gegen Düsseldorf / Ligaeinsätze: 24 (1 Tor, 2 Vorlagen)

Timothy Tillman (Greuther Fürth, Nürnberg)

Ohne Einsatz im Kader: 3:2 gegen Düsseldorf / Ligaeinsätze: 24 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Dominik Meisel (Würzburger Kickers, Kulmbach)

Startelf: 1:1 gegen Paderborn / Ligaeinsätze: 16 (0 Tore, 1 Vorlage)

Manuel Wintzheimer (Hamburger SV, Arnstein)

Startelf (bis 45.): 4:0 gegen Braunschweig / Ligaeinsätze: 32 (3 Tore, 13 Vorlagen)

Jann George (Jahn Regensburg, Nürnberg)

Startelf (bis 72./1 Tor): 3:0 gegen St. Pauli / Ligaeinsätze: 25 (5 Tore, 3 Vorlage)

Felix Burmeister (Eintracht Braunschweig, Würzburg)

Nicht im Kader: 0:4 beim HSV / Ligaeinsätze: 2 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Patrick Kammerbauer (Eintracht Braunschweig, Raitenbuch)

Eingewechselt (ab 77.): 0:4 beim HSV / Ligaeinsätze: 25 (0 Tore, 2 Vorlagen)

Europa

Österreich:

Julian Wießmeier (SV Ried, geboren in Nürnberg)

Startelf: 3:2 gegen Austria Wien / Ligaeinsätze: 28 (4 Tore, 0 Vorlagen)

Andrew Wooten (Admira Wacker, Bamberg)

Nicht im Kader: 1:1 gegen Altach / Ligaeinsätze: 19 (3 Tore, 2 Vorlagen)

Maximilian Breunig (Admira Wacker, Würzburg)

Startelf (1 Tor): 1:1 gegen Altach / Ligaeinsätze: 23 (5 Tore, 0 Vorlagen)

Schweiz:

Lukas Görtler (FC St. Gallen, Bamberg)

Nicht im Kader: 2:1 bei Servette Genf / Ligaeinsätze: 32 (2 Tore, 2 Vorlagen)

Niederlande:

Thorsten Kirschbaum (VV Venlo, Würzburg)

Saisonende / Ligaeinsätze: 29 (65 Gegentore, 1 zu Null)

Belgien:

Niklas Dorsch (KAA Gent, Lichtenfels)

Ohne Einsatz im Kader: 2:1 in Mechelen / Ligaeinsätze: 33 (3 Tore, 2 Vorlagen)

Luxemburg:

Dominik Stolz (Swift Hesperingen, Neuendettelsau)

Ohne Einsatz im Kader: 4:0 gegen Rodange / Ligaeinsätze: 27 (17 Tore, 12 Vorlagen)

Ungarn:

Thomas Meißner (Puskas Akademia, Schweinfurt)

Saisonende / Ligaeinsätze: 21 (1 Tor, 0 Vorlagen)

Türkei (2. Liga):

Tolga Ünlü (Altay SK, Erlenbach am Main)

Saisonende / Ligaeinsätze: 27 (0 Tore, 2 Vorlagen)

Cem Ekinci (Keciörengücü, Nürnberg)

Saisonende / Ligaeinsätze: 34 (11 Tore, 3 Vorlagen)

Welt

Australien:

Nicolai Müller (Western Sydney Wanderers, geboren in Lohr am Main)

Eingewechselt (ab 86.): 0:1 bei Sydney FC / Ligaeinsätze: 17 (2 Tore, 0 Vorlagen)

USA:

Julian Gressel (DC United, Neustadt/Aisch)

Startelf (bis 86.): 0:1 gegen Philadelphia / Ligaeinsätze: 7 (0 Tore, 1 Vorlage)

Philippinen:

Stephan Schröck (United City FC, Schweinfurt)

Saisonpause