Brose Bamberg
Tomas Kyzlink ersetzt Trevis Simpson
Tomas Kyzlink
Tomas Kyzlink
Foto: Michele Nucci/imago
Bamberg – Weil Simpson den Basketball-Bundesligisten verlassen wollte, wurde der Verein noch einmal aktiv. Fündig wurde er in Tschechien.

Brose Bamberg hat einen sich seit Tagen anbahnenden Spielerwechsel vollzogen. Der Basketball-Bundesligist teilte am Montagabend mit, dass der Vertrag mit Flügelspieler Trevis Simpson aufgelöst worden ist. Als dessen Nachfolger verpflichteten die Oberfranken den Tschechen Tomas Kyzlink.

Der 28-Jährige traf gestern Abend in Bamberg ein und absolviert am Dienstag den obligatorischen Medizincheck. Am Mittwoch begleitet er sein neues Team zum Auswärtsspiel beim Mitteldeutschen BC. Ob er dort bereit zum Einsatz kommen wird, wird sich wohl kurzfristig entscheiden.

Der 1,98 Meter große Shooting Guard spielte zuletzt bei USK Prag. Für den tschechischen Hauptstadtklub erzielte der Nationalspieler im Schnitt etwas mehr als 18 Punkte pro Partie.

„Tomas ist ein athletischer Spieler, der uns vorne und hinten Energie bringen wird und der sich darauf freut, für Bamberg spielen zu dürfen. Er wird uns defensive Stabilität geben und uns offensiv als Ballhandler und Schütze verstärken“, sagt Brose-Trainer Oren Amiel in einer Mitteilung des Vereins. Der Israeli kennt den Neuzugang aus seiner langjährigen Zeit in der Tschechischen Republik bestens. Amiel war insgesamt neun Jahre Trainer beim Rekordmeister CEZ Nymburk.

In Spanien und Italien aktiv

Kyzlink begann seine professionelle Basketballkarriere im Jahr 2009 bei USK Prag. Nach drei Jahren wechselte er für eine Saison zu Estudtiantes Madrid. Anschließend spielte Kyzlink drei Jahre lang für Blu Basket Treviglio in Italien. Nach jeweils einjährigen Stationen in Domzale (Slowenien) und Bourg-en-Bresse (Frankreich) ging er wieder nach Italien – diesmal zu Reyer Venedig – zurückkehrte.

Tomas Kyzlink (links) verteidigt in einem Testspiel zwischen USK Prag und den Nürnberg Falcons im vergangenen August gegen Dupree McBrayer.
Tomas Kyzlink (links) verteidigt in einem Testspiel zwischen USK Prag und den Nürnberg Falcons im vergangenen August gegen Dupree McBrayer.
Foto: Sportfoto Zink

Nach Venedig blieb er der Lega A treu und wechselte 2019 zunächst zu Virtus Rom und anschließend nach Reggio Emilia. Vor Beginn dieser Saison ging der tschechische Nationalspieler zurück in seine Heimat nach Prag. Dort überzeugte er mit einer Feldwurfquote von knapp 60 und einer Dreierquote von rund 38 Prozent.

In der tschechischen Auswahl ist Kyzlink gesetzt, dort erzielt er durchschnittlich 17 Zähler. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Ich bin ein energiegeladener Spieler, der auf beiden Seiten des Parketts seine Stärken einbringen kann. Ich bin für meine Größe schnell und kann Dinge gut antizipieren. Das hilft mir vor allem beim Rebound. Ich will versuchen, mich so schnell wie möglich zu integrieren, um der Mannschaft zu helfen“, sagt Kyzlink, der für Brose Bamberg im Trikot mit der Nummer 77 auflaufen wird. Der Tscheche ist die dritte Nachverpflichtung der Bamberger während der Saison, somit ist jetzt laut BBL-Regularien nur noch eine Ergänzung des Kaders möglich.

Vertrag mit Simpson aufgelöst

Die Verpflichtung von Kyzlink wurde nach Angaben von Brose Bamberg nötig, weil Simpson mit dem Wunsch auf den Verein zugekommen sei, diesen zu Verlassen. Daraufhin wurde der Einjahreskontrakt mit dem 30-Jährigen einvernehmlich aufgelöst.

Trevis Simpson (links) kam in neun Bundesligaspielen für die Bamberger im Schnitt auf 8,9 Punkte pro Partie.
Trevis Simpson (links) kam in neun Bundesligaspielen für die Bamberger im Schnitt auf 8,9 Punkte pro Partie.
Foto: Daniel Löb

Simpson war vor Saisonbeginn vom türkischen Erstligisten Gaziantep nach Bamberg gekommen. Aufgrund verschiedener Blessuren hatte er große Teile der Vorbereitung auf die Saison verpasst und konnte nur neun der bislang absolvierten zwölf Partien bestreiten. In diesen erzielte der US-Amerikaner im Schnitt 8,9 Punkte.

Galewski: war anders geplant

„Natürlich ist es in der momentanen Situation mit der langwierigen Verletzung von Dominic Lockhart nicht optimal und war von uns auch komplett anders geplant. Es macht andererseits jedoch keinen Sinn, einen Spieler im Verein zu behalten, wenn er eine andere Herausforderung annehmen möchte“, sagte Geschäftsführer Philipp Galewski.

Simpson wird seit einigen Tagen mit dem griechischen Erstligisten und Champions-League-Vertreter Promitheas Patras in Verbindung gebracht.

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