Frankens Profis
Tor des Monats: Dieser Bamberger ist nominiert
Lukas Görtler aus Kemmern ist einer der fünf Nominierten für das Tor des Monats der ARD-Sportschau.
Lukas Görtler aus Kemmern ist einer der fünf Nominierten für das Tor des Monats der ARD-Sportschau.
Foto: Imago
Bamberg – Lukas Görtler vom FC St. Gallen ist einer der Kandidaten für die Sportschau-Auszeichnung. So lief das Wochenende für die anderen fränkischen Profis.

Wie präsentieren sich die Fußballprofis mit Geburtsort in Franken Spieltag für Spieltag in der Bundesliga und im Ausland? In der wöchentlichen Rubrik „Frankens Profis“ nimmt fraenkischertag.de die besten Kicker der Region unter die Lupe. Da die 1. und 2. Bundesliga aufgrund des DFB-Pokal-Halbfinales pausierte, liegt in dieser Woche der Fokus auf den fränkischen Profis im Ausland.

Tor des Monats für Lukas Görtler?

Der Einsatz und Kampf war dem FC St. Gallen am Tag der Arbeit nicht abzusprechen, die Wende brachte der 1. Mai für die Ostschweizer aber nicht. Das Team um den gebürtigen Bamberger Lukas Görtler verlor am 32. Spieltag (von 36) der Schweizer Super League mit 0:1 beim Tabellenzweiten FC Basel. Vier Spieltage vor Rundenende bleibt die Situation für St. Gallen (37 Punkte) mit nur vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang angespannt.

Lukas Görtler ist einer der fünf Nominierten für das Tor des Monats im April
Lukas Görtler ist einer der fünf Nominierten für das Tor des Monats im April
Foto: Screenshot/sportschau.de

Tor des Monats April: Alle Tore und die Abstimmung

Für etwas Aufheiterung im stressigen Abstiegskampf dürfte für Lukas Görtler eine Nachricht aus Deutschland gesorgt haben. Denn der Mann aus Kemmern ist mit einem Treffer aus dem Viertelfinale des Schweizer Pokals für das Tor des Monats April der ARD-Sportschau nominiert.

Der 26-Jährige muss es dabei unter anderem mit Sascha Mölders (TSV 1860 München) und Ondrej Duda (1. FC Köln) aufnehmen. Görtlers Traumtor aus 18 Metern per Direktabnahme bei den Grasshopper Zürich in der 5. Minute (siehe Video unten ab 0:17 Minuten) ebnete St. Gallen den Weg ins Halbfinale (Endstand: 2:1).

Dieses findet am Mittwoch statt: Gegner ist der Tabellendritte Servette Genf. Da die bereits seit längerem als Meister fest stehenden Young Boys Bern als auch der FC Basel bereits ausgeschieden sind, scheint der Titel für die Ostschweizer durchaus realistisch.

Für Görtler wäre es der zweite Titelgewinn seiner Profikarriere – nach der Meisterschaft mit dem FC Bayern München im Jahr 2015. Damals kam der Mittelfeldspieler immerhin zu einem 20-minütigen Bundesliga-Einsatz gegen Bayer Leverkusen.

Play-off-Start für Dorsch in Belgien

Groß geworden bei den Bayern ist auch der Altenkunstadter Niklas Dorsch. Der aktuell für den KAA Gent auflaufende Mittelfeldspieler möchte den Sprung in die 1. Bundesliga schaffen. „Langfristig gesehen ist Deutschland schon ganz klar mein Ziel, dort will ich mich durchsetzen. Die Bundesliga ist somit auch mein nächstes Ziel“, sagte Dorsch jüngst in einem Interview mit transfermarkt.de.

Vor gut zwei Wochen hatte die Bild-Zeitung über ein Interesse des VfL Wolfsburg an einer Verpflichtung des Altenkunstadters berichtet. Doch der Klub aus der Autostadt dementierte die Gerüchte. Dorsch besitzt noch einen Vertrag bis 2024 in Gent, interessierte Klubs müssten mindestens sechs Millionen Euro auf den Tisch legen.

Wenn man die überzeugenden Leistungen des 23-Jährigen bei der U21-EM-Vorrunde als Maßstab nimmt, darf Dorsch trotzdem als Schnäppchen bezeichnet werden. „Ich hatte mit der EM eine sehr gute Plattform, bei der ich mich gut zeigen konnte. Hier in Gent war es zuletzt etwas weniger Spielzeit. Mir ist natürlich auch klar: Wenn etwas Passendes kommt, werde ich mir mit Sicherheit darüber Gedanken machen. Man muss schauen, was sich in der Wechselperiode im Sommer ergibt“, sagte Dorsch zu transfermarkt.de.

Auftrieb für den Verein gaben dem Oberfranken die Leistungen unter Bundestrainer Stefan Kuntz nur bedingt. Denn nachdem er etwas angeschlagen von der U21-EM nach Belgien zurückgekehrt war, bestritt Dorsch kein einziges Pflichtspiel mehr von Anfang an. „Im Fußball geht es schnell. Die Jungs, die stattdessen für mich auf dem Platz standen, haben einen super Job gemacht. Sowas gehört dazu, deswegen werde ich vermutlich erst einmal ein bisschen kürzertreten, aber das muss man akzeptieren.“

In der deutschen U21-Nationalmannschaft eine feste Größe, in der belgischen Liga derzeit nur zweite Wahl: der Altenkunstadter Niklas Dorsch (weißes Trikot).
In der deutschen U21-Nationalmannschaft eine feste Größe, in der belgischen Liga derzeit nur zweite Wahl: der Altenkunstadter Niklas Dorsch (weißes Trikot).
Foto: Archiv/Zink

Am Wochenende wurde Dorsch im ersten Play-off-Spiel gegen Mechelen (2:2) in der 72. Minute eingewechselt. Der Modus der belgischen Jupiler Pro League ist komplex. Gent beendete die reguläre Runde als Tabellensiebter und zog damit in die Play-off-Gruppe für die Europa-League-Qualifikation ein. Dort treffen vier Teams (Tabellenfünfter bis -achter) im Modus Jeder-gegen-jeden in Hin- und Rückspielen aufeinander. Wer nach sechs Spielen auf Platz 1 steht, darf gegen den Vierten der Meisterschaftsrunde (Runde der vier Erstplatzierten) antreten und um einem Platz in der Europa League spielen.

Meisterkampf für Franken in Luxemburg

Weniger kompliziert geht es im Nachbarland Luxemburg zu. Dort spielen 16 Mannschaften in der BGL Ligue an 30 Spieltagen ihren Meister aus. Dem potenziellen Titelträger könnte dabei auch ein gebürtiger Franke angehören: Dominik Stolz aus Neuendettelsau (Landkreis Ansbach). Mit dem FC Swift Hesperingen rangiert der 30-jährige Angreifer nach 25 Spieltagen auf Platz 2 – mit einem Punkt Rückstand auf Fola Esch (ein Spiel weniger).

Dass der ambitionierte Aufsteiger, der zur Corona-Saisonpause im Oktober nur den achten Platz belegt hatte, noch um den Titel kämpft, liegt auch an der beeindruckenden Form des Mittelfranken. In den vergangenen zehn Ligapartien gelangen dem ehemaligen Regionalliga-Torschützenkönig (im Trikot der SpVgg Bayreuth) stolze zehn Treffer und fünf Vorlagen. Mit 25 Scorerpunkten (16 Tore, neun Vorlagen) liegt der 30-Jährige auf Platz 2 ligaweit. Beim 1:0-Pflichtsieg gegen Victoria Rosport am Sonntag blieb Stolz jedoch ohne Torbeteiligung.

Saisonendspurt für Niklas Stark nach Quarantäne

Seit fast vier Wochen ohne Spielbeteiligung ist Hertha BSC Berlin in der Bundesliga. Erst vor wenigen Tagen durfte das Team von Trainer Pal Dardai die Corona-Quarantäne verlassen. Die Partie am Montagabend gegen den FSV Mainz 05 bildet den Auftakt für sechs Bundesliga-Spiele in knapp drei Wochen.

Für die Berliner um ihren Abwehrchef Niklas Stark (geboren in Neustadt a. d. Aisch) steht dabei als Tabellen-17. einiges auf dem Spiel. Für Stark ist die Quarantäne nichts Neues. Der Mittelfranke musste sich bereits im vergangenen Jahr (März und April) zweimal in häusliche Isolation begeben. „Es ist meine dritte Quarantäne. Jede ist ein bisschen anders, aber es ist nie schön. Man versucht, in der Quarantäne seinen Rhythmus beizubehalten: Zur gleichen Zeit aufstehen, sich gut ernähren, in der Vor- und Nachbereitung des Trainings die gleichen Sachen machen - damit man so fit wie möglich ist, wenn man rauskommt“, sagte der 26-Jährige während der Quarantänezeit in einer digitalen Medienrunde.

Dem Abstiegskampf sieht er trotz der schwierigen Umstände positiv entgegen. „Viele haben uns schon abgeschrieben und sehen uns schon als Absteiger. Das sehen wir auf jeden Fall anders. Wir haben jetzt die Chance, uns zusammenzuraffen und es denen zu zeigen, die nicht an uns glauben. So etwas kann eine Mannschaft noch mehr zusammenschweißen. Wir spielen alle drei Tage, das ist fast wie eine Turnierform über Wochen hinweg, eine WM oder EM.“

Über eine mögliche Teilnahme an der EM im Juni macht sich der zweifache deutsche A-Nationalspieler derweil noch keine Gedanken. „Das ist eine Sache, die irgendwo im Hinterkopf, aber jetzt erstmal zweitrangig ist. Wir haben ein toughes Programm und eine Aufgabe, die meine ganze Konzentration benötigt. Alles andere kommt nach der Saison.“

Europa

Österreich:

Julian Wießmeier (SV Ried, geboren in Nürnberg)

Startelf: 0:0 bei St. Pölten / Ligaeinsätze: 24 (4 Tore, 0 Vorlagen)

Andrew Wooten (Admira Wacker, Bamberg)

Startelf (bis 66.): 0:0 bei Austria Wien / Ligaeinsätze: 16 (3 Tore, 1 Vorlagen)

Maximilian Breunig (Admira Wacker, Würzburg)

Eingewechselt (ab 67.): 0:0 bei Austria Wien / Ligaeinsätze: 20 (4 Tore, 0 Vorlagen)

Schweiz:

Lukas Görtler (FC St. Gallen, Bamberg)

Startelf: 0:1 in Basel / Ligaeinsätze: 29 (1 Tor, 2 Vorlagen)

Niederlande:

Thorsten Kirschbaum (VV Venlo, Würzburg)

Startelf: 0:4 in Almelo / Ligaeinsätze: 27 (59 Gegentore, 1 zu Null)

Belgien:

Niklas Dorsch (KAA Gent, Lichtenfels)

Eingewechselt (ab 72.): 2:2 gegen Mechelen / Ligaeinsätze: 30 (3 Tore, 2 Vorlagen)

Luxemburg:

Dominik Stolz (Wift Hesperingen, Neuenedettelsau)

Startelf: 1:0 gegen Rosport / Ligaeinsätze: 24 (15 Tore, 9 Vorlagen)

Ungarn:

Thomas Meißner (Puskas Akademia, Schweinfurt)

Ohne Einsatz im Kader: 2:4 bei Paksi FC / Ligaeinsätze: 21 (1 Tor, 0 Vorlagen)

Türkei (2. Liga):

Tolga Ünlü (Altay SK, Erlenbach am Main)

Startelf: 1:0 bei Ümraniyespor / Ligaeinsätze: 26 (0 Tore, 1 Vorlage)

Cem Ekinci (Keciörengücü, Nürnberg)

Startelf (bis 71.): 4:1 gegen Menemen Spor / Ligaeinsätze: 33 (11 Tore, 3 Vorlagen)

Welt

Australien:

Nicolai Müller (Western Sydney Wanderers, geboren in Lohr am Main)

Nicht im Kader: 3:2 gegen Sydney FC / Ligaeinsätze: 16 (2 Tore, 0 Vorlagen)

USA:

Julian Gressel (DC United, Neustadt/Aisch)

Startelf: 1:4 in San Jose / Ligaeinsätze: 3 (0 Tore, 1 Vorlage)

Philippinen:

Stephan Schröck (United City FC, Schweinfurt)

Saisonpause