Frankens Profis
Wechsel? So geht’s für Wolf, Stark & Dorsch weiter
Erlebte eine turbulente Saison beim 1. FC Köln mit spätem Happy End in der Relegation: der Einberger Marius Wolf.
Erlebte eine turbulente Saison beim 1. FC Köln mit spätem Happy End in der Relegation: der Einberger Marius Wolf.
Foto: Ina Faßbender, dpa
Bamberg – Den drei wertvollsten fränkischen Fußballprofis steht ein interessanter Sommer bevor. Wer wechselt und wer bleibt seinem alten Klub treu?

Wie präsentieren sich die Fußballprofis mit Geburtsort in Franken Spieltag für Spieltag in der Bundesliga und im Ausland? In der regelmäßigen Rubrik „Frankens Profis“ nimmt fraenkischertag.de die besten Kicker der Region unter die Lupe. Die Spielzeit 2020/21 ist zumindest in Europa beendet. Wie geht es für die fränkischen Profis in der kommenden Saison weiter?

Marius Wolf

Nach einer Energieleistung im Relegations-Rückspiel bei Holstein Kiel (5:1) hat der gebürtige Kronacher und in Einberg aufgewachsene Marius Wolf (Marktwert: 5 Millionen Euro) den Klassenerhalt mit seinem 1. FC Köln noch eingetütet. Für Wolf persönlich lief die Saison 2020/21 bei seinem Leihverein ordentlich. Nach seinem Wechsel aus Dortmund nach dem zweiten Spieltag kam der 26-Jährige in möglichen 32 Bundesliga-Spieltagen 31 Mal (28 Mal in der Startelf) zum Einsatz.

Wolf wurde auf diversen Positionen eingesetzt: im offensiven Mittelfeld, als Mittelstürmer, als rechter Verteidiger oder rechter Außenbahnspieler. In offensiven Rollen fühlte sich der Einberger merklich wohler, als Rechtsverteidiger zeigte er sich gelegentlich anfällig. Wie es für ihn in der kommenden Spielzeit weitergeht, steht noch nicht fest. Sein Einjahresvertrag in Köln auf Leihbasis läuft aus. Ein Verbleib in der Domstadt ist nicht ausgeschlossen. Nach Informationen der Sport Bild würden die Kölner Verantwortlichen die Leihe gerne um ein weiteres Jahr verlängern. Aus wirtschaftlicher Sicht könnte das aber schwierig werden.

Vor knapp drei Jahren jubelte Marius Wolf (vorne) mit Mahmoud Dahoud und Axel Witsel im Signal-Iduna-Park. Gibt es ein Wiedersehen?
Vor knapp drei Jahren jubelte Marius Wolf (vorne) mit Mahmoud Dahoud und Axel Witsel im Signal-Iduna-Park. Gibt es ein Wiedersehen?
Foto: Archiv/dpa

Sein Vertrag bei seinem Stammverein, Borussia Dortmund, läuft noch bis Juni 2023. Wolf selbst strebt eine Rückkehr nach Dortmund an. „Ich will es noch einmal versuchen und mich unter dem neuen Coach Marco Rose durchsetzen“, sagte er jüngst dem Express. Offizielle Aussagen, wie der BVB mit Wolf plane, gibt es noch nicht.

Was für eine Wolf-Rückkehr spricht: Mit Vereinsikone Lukasz Piszczek hat sich ein Rechtsverteidiger verabschiedet, mit dem Spanier Mateu Morey wird ein weiterer Rechtsverteidiger mit einem Kreuzbandriss wohl den Großteil der Saison 2021/22 verpassen. Trotzdem dürfte Wolf nach seinen gezeigten Unsicherheiten im Defensivbereich wohl nicht Dortmunds erste Wahl auf dieser Position sein. Im Offensivbereich wäre der Konkurrenzkampf für Wolf enorm. Ein weiteres Leihgeschäft oder ein endgültiger Abschied aus Dortmund scheinen also realistisch.

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Niklas Stark

Niklas Stark (Marktwert: 10 Millionen Euro) aus Neustadt a. d. Aisch ist seit 2015 bei der Hertha und somit eine der wenigen Konstanten bei der Alten Dame. Sein Vertrag läuft noch bis 2022, deshalb stellt sich in diesem Sommer die obligatorische Frage: Vertrag verlängern oder vorzeitiger Abschied aus der Hauptstadt? Und die Zeichen stehen aktuell eher auf Vertragsverlängerung. Wie die Bild-Zeitung berichtet, möchten die Berliner den 26-Jährigen langfristig an sich binden. „Niklas ist vorangegangen, hat andere mitgezogen, einen richtig guten Job gemacht“, bilanziert Coach Pal Dardai.

Seit Jahren einer der Leistungsträger bei Hertha BSC Berlin: Niklas Stark.
Seit Jahren einer der Leistungsträger bei Hertha BSC Berlin: Niklas Stark.
Foto: Archiv/Zink

Der Mittelfranke war bei den Berlinern gesetzt, verpasste nur ein Bundesliga-Spiel. In 30 Partien stand Stark in der Startformation, entweder als Innenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler. 18 Mal führte er seine Mannschaft in Abwesenheit des verletzten Dedryck Boyata als Kapitän aufs Feld. Und das könnte in der nächsten Spielzeit zum Dauerzustand werden. Denn der Belgier Boyata (Vertrag ebenfalls bis 2022) darf den Klub laut Medienberichten bei einem entsprechenden Angebot verlassen.

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Niklas Dorsch

Der zweite fränkische Niklas ist in diesen Tagen hierzulande in aller Munde. Mit seinen starken Auftritten als Taktgeber der deutschen U21-Nationalmannschaft im Halbfinale und Finale der EM hat Niklas Dorsch (Marktwert: 8 Millionen Euro) aus Baiersdorf (Landkreis Lichtenfels) einen gewichtigen Anteil am Titelgewinn der DFB-Elf. Doch bei welchem Verein spielt der 23-Jährige in der kommenden Saison? Die Jagd auf den defensiven Mittelfeldspieler scheint eröffnet. Auf dem Papier steht Dorsch noch bis 2024 beim belgischen Klub KAA Gent unter Vertrag.

So bejubelte Niklas Dorsch das zwischenzeitliche 2:0 der deutschen Mannschaft gegen die Niederlande.
So bejubelte Niklas Dorsch das zwischenzeitliche 2:0 der deutschen Mannschaft gegen die Niederlande.
Foto: Marton Monus, dpa

Die abgelaufene Saison lief sowohl für den Klub als auch für Dorsch durchwachsenen. Der Lichtenfelser verlor seinen Stammplatz trotz solider Leistungen in der Endphase der Spielzeit. Nach der Vorrunde der U21-EM Ende März stand Dorsch in keinem der neun Ligaspiele mehr in der Startelf. Insgesamt kam der 23-Jährige auf 43 Pflichtspieleinsätze für die Belgier, erzielte vier Treffer und bereitete vier Tore vor.

Auffällig: Ein echtes Bekenntnis zu Gent gab Dorsch in diversen Interviews in den vergangenen Wochen nicht ab. Stattdessen bekräftigte er immer wieder, dass mittelfristig die Bundesliga sein Ziel sei.

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Und ein solcher Wechsel könnte schon in den nächsten Wochen erfolgen. Als heißester Bundesliga-Abnehmer gilt Hertha BSC Berlin, aber auch dem SC Freiburg und dem VfL Wolfsburg wird bzw. wurde Interesse am Oberfranken nachgesagt.

Wie das Online-Portal transfermarkt.de berichtet, soll auch LOSC Lille um Dorsch werben. Beim französischen Meister könnte der Lichtenfelser dann seine Champions-League-Premiere feiern. Als mögliche Ablösesumme stehen etwa sechs Millionen Euro im Raum. Das nächste Ziel für Dorsch sind aber die Olympischen Spiele in Tokio. Für mich ist jedes Spiel im Nationaltrikot besonders, und ich wäre sehr froh, da auch wieder dabei zu sein. Aber das liegt nicht in meiner Hand. Ich wäre bereit“, sagte der 23-Jährige im Interview mit Sky Sport News.