Frankens Profis
Wolf kämpft mit Bänderriss und seinen Haaren
Enttäuscht verlässt der Einberger Marius Wolf am Samstagabend den Platz nach der Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart.
Enttäuscht verlässt der Einberger Marius Wolf am Samstagabend den Platz nach der Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart.
Foto: Rolf Vennenbernd, dpa
Bamberg – Erfinderisch muss der gebürtige Kronacher in Zeiten von geschlossenen Friseursalons werden. So lief das Wochenende aller fränkischen Profis.

Wie präsentieren sich die Fußballprofis mit Geburtsort in Franken Woche für Woche in der Bundesliga und im Ausland? In der neuen wöchentlichen Rubrik "Frankens Profis" nimmt fraenkischertag.de die besten Kicker der Region unter die Lupe.

1. Bundesliga

Die Profikicker und ihre gut sitzenden Frisuren: ein Thema, das in Zeiten geschlossener Friseursalons hohe Wellen schlägt. Über einen Kamm scheren sollte man die Fußballer aber nicht. Denn neben einigen Profis, die sich ihre Haare mehr oder weniger legal stylen lassen, gibt es auch gut bezahlte Kicker, die sich wie alle anderen Bundesbürger auf den 1. März freuen. Dann dürfen Friseure wieder ihrem Handwerk nachgehen. Zu Letzteren gehört auch der Einberger Marius Wolf (Landkreis Coburg), dem sein äußeres Erscheinungsbild bekanntermaßen sehr wichtig ist.

Dem Kölner "Express" beichtete er vor einigen Tagen: "Ich weiß langsam nicht mehr wohin mit meinen Haaren. Die waren in meinem ganzen Leben noch nie so lang." Daher entschied sich der 25-jährige Spieler des 1. FC Köln vor einer Woche bei der Bundesliga-Partie in Frankfurt für eine Flechtfrisur, sogenannten "Cornrows". In Kombination mit seinem Ohrstecker wurden Erinnerungen an David Beckham wach, der Anfang der 2000er Jahre eine ähnliche Frisur hatte. Nicht ganz ohne Zufall. "Meine Freundin hat mir die Frisur gemacht. David Beckham war früher mein Lieblingsspieler, bis Cristiano Ronaldo kam", so Wolf.

Auf die Flechtkunst verzichtete Wolf am Samstag beim Heimspiel seiner Kölner gegen Stuttgart (0:1), diesmal bändigt er seine langen Haare mit einem gewöhnlichen Zopf. Ähnlich vielseitig wie seine Frisuren wird Wolf von seinem Trainer Markus Gisdol auf dem Rasen eingesetzt. Der Einberger, der sich auf der rechten Offensivbahn am wohlsten fühlt, agierte diesmal gemeinsam mit Ondrej Duda als offensiver Mittelfeldspieler hinter der einzigen Spitze, Neuzugang Emmanuel Dennis.

Durchschlagskraft ließ aber nicht nur dieses Trio auf Kölner Seite vermissen. "Wir wollten kompakt stehen, vielleicht haben wir in der ersten Halbzeit aber zu tief gestanden", analysierte Wolf nach der Partie. "Ich denke, wenn wir vor allem auch in der ersten Halbzeit mehr nach vorne gespielt hätten, wäre das Spiel offener gewesen. Das müssen wir uns ankreiden. Wir hatten weite Wege und haben uns so das Leben selbst schwer gemacht."

Nicht zimperlich, aber im Nachgang fair: Marius Wolf erkundigt sich nach einem Foul beim Stuttgarter Tanguy Coulibaly.
Nicht zimperlich, aber im Nachgang fair: Marius Wolf erkundigt sich nach einem Foul beim Stuttgarter Tanguy Coulibaly.
Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

Bei einem ruhenden Ball zu Beginn der zweiten Halbzeit nutzte der Stuttgarter Angreifer Sasa Kalajdzic eine Unaufmerksamkeit in der FC-Hintermannschaft mit einem Kopfballtreffer aus. Die elfte Saisonniederlage im 22. Spiel hat die Abstiegssorgen der Rheinländer verschärft. Wir müssen weitermachen, weitertrainieren. Im Abstiegskampf zählen die Punkte und nächste Woche geht es weiter."

Und so viel dürfte feststehen: leichter wird es für den 1. FC Köln am Samstag beim FC Bayern nicht. Eine Partie, die Wolf als ehemaliger Sechzger und Wahl-Münchner sicher nicht verpassen will. Doch Fakt ist auch: der 25-Jährige leidet noch immer an den Folgen seines doppelten Bänderrisses im Sprunggelenk. Deshalb kündigte FC-Geschäftsführer Horst Heldt bei einer Medienrunde an: "Bei Marius schleppt und zieht es sich. Am Tag nach dem Spiel ist der Ausschlag der Schmerzen natürlich größer. Das müssen wir steuern. Da wird es in den nächsten Tagen auch Trainingsreduzierungen geben."

Wolf ist nicht der einzige gebürtige Franke, der mit seiner Mannschaft mitten im Bundesliga-Abstiegskampf steckt. Auf Platz 15 und damit einen Rang hinter den Kölnern rangiert momentan Hertha BSC Berlin mit Abwehrchef Niklas Stark (Neustadt a. d. Aisch). An Engagement und Mut mangelte es den Hauptstädtern am Sonntag nicht, doch letztlich ging man im Olympiastadion beim 0:3 gegen RB Leipzig leer aus.

Während die Berliner beste Chancen ausließen, traf Marcel Sabitzer per Sonntagsschuss nach einer knappen halben Stunde zur Führung, ehe Nordi Mukiele in der 72. Minute nach einem kapitalen Ballverlust von Mattéo Guendouzi im eigenen Strafraum für die Vorentscheidung sorgte. An sich stand die neu formierte Hertha-Dreierkette um Kapitän Stark, Lukas Klünter und dem Trainersohn Marton Dardai, der sein erstes Bundesliga-Spiel von Beginn an bestritt, aber recht sattelfest. "Nicht nur Márton, sondern auch Lukas hat sehr gut gespielt. Die Dreierkette hat funktioniert. Auch mit Niklas Stark und der Abstimmung zwischen den Sechsern Khedira und Tousart bin ich zufrieden", sagte Trainer Pal Dardai. Nach einem Kopfballtreffer von Willi Orban (84.) wurde es richtig deutlich - im direkten Duell hatte Stark das Nachsehen.

Das Statement auf dem Platz hat der Mittelfranke mit seiner Hertha am Wochenende verpasst, dafür hat er einige Tage zuvor eine gemeinsame Botschaft mit zahlreichen anderen Fußballern und Fußballerinnen gesendet. Unter dem Motto "Ihr könnt auf uns zählen!" solidarisieren sich Hunderte mit homosexuellen Fußballkollegen. Das Solidaritätsschreiben veröffentlichte das Magazin "11 Freunde" in seiner jüngsten Ausgabe. Stark gehörte zu einem der sieben Spieler auf dem Zeitschriften-Cover. "Homophobie, da muss man auch mal ein klares Statement setzen, dass wir das Thema auch ernst nehmen. Wir wissen, dass es nicht einfach ist in der Gesellschaft, aber auch im Fußball. Und deswegen habe ich mich gefreut auch Teil des Ganzen zu sein", sagte Stark gegenüber dem "Deutschlandfunk".

"Ihr könnt auf uns zählen!" Mit dieser Botschaft solidarisieren sich Fußballprofis mit homosexuellen Kollegen. Engagieren tut sich unter anderem auch der gebürtige Mittelfranke Niklas Stark (rechts), der als einer von sieben Profis das Cover der Zeitschrift "11 Freunde" zierte.
"Ihr könnt auf uns zählen!" Mit dieser Botschaft solidarisieren sich Fußballprofis mit homosexuellen Kollegen. Engagieren tut sich unter anderem auch der gebürtige Mittelfranke Niklas Stark (rechts), der als einer von sieben Profis das Cover der Zeitschrift "11 Freunde" zierte.
Foto: 11Freunde

Beim Stadtrivalen FC Union Berlin ist mit Cedric Teuchert (Coburg) der dritte fränkische Bundesliga-Profi aktiv. Nachdem der 24-Jährige in den zwölf Partien zuvor stets zum Einsatz gekommen war, berücksichtigte ihn Trainer Urs Fischer beim 1:0-Sieg in Freiburg nicht.

Marius Wolf (1. FC Köln, geboren in Kronach)

Startelf: 0:1 gegen Stuttgart / Ligaeinsätze: 19 (2 Tore, 2 Vorlagen)

Cedric Teuchert (Union Berlin, Coburg)

Ohne Einsatz im Kader: 1:0 in Freiburg / Ligaeinsätze: 17 (3 Tore, 1 Vorlage)

Niklas Stark (Hertha BSC, Neustadt. a. d. Aisch)

Startelf: 0:3 gegen Leipzig / Ligaeinsätze: 22 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Max Grün (Borussia Mönchengladbach, Karlstadt)

Nicht im Kader: 1:2 gegen Mainz / Ligaeinsätze: 0

Philipp Tschauner (RB Leipzig, Schwabach)

Nicht im Kader: 3:0 bei Hertha BSC / Ligaeinsätze: 0

2. Bundesliga

Enrico Valentini (1. FC Nürnberg, geboren in Nürnberg)

Startelf: 1:0 in Karlsruhe / Ligaeinsätze: 19 (0 Tore, 2 Vorlagen)

Johannes Geis (1. FC Nürnberg, Schweinfurt)

Startelf: 1:0 in Karlsruhe / Ligaeinsätze: 22 (2 Tore, 5 Vorlagen)

Tim Latteier (1. FC Nürnberg, Kitzingen)

Ohne Einsatz im Kader: 1:0 in Karlsruhe / Ligaeinsätze: 3 (0 Tore, 1 Vorlagen)

Eric Shuranov (1. FC Nürnberg, Bamberg)

Ohne Einsatz im Kader: 1:0 in Karlsruhe / Ligaeinsätze: 3 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Dominik Meisel (Würzburger Kickers, Kulmbach)

Ohne Einsatz im Kader: 3:2 gegen HSV / Ligaeinsätze: 10 (0 Tore, 1 Vorlage)

Manuel Wintzheimer (Hamburger SV, Arnstein)

Eingewechselt (ab 46.): 2:3 in Würzburg / Ligaeinsätze: 20 (2 Tore, 6 Vorlagen)

Jann George (Jahn Regensburg, Nürnberg)

Nicht im Kader: 0:2 in Braunschweig / Ligaeinsätze: 16 (2 Tore, 2 Vorlage)

Felix Burmeister (Eintracht Braunschweig, Würzburg)

Nicht im Kader (verletzt): 2:0 gegen Regensburg / Ligaeinsätze: 2 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Patrick Kammerbauer (Eintracht Braunschweig, Raitenbuch)

Ohne Einsatz im Kader: 2:0 gegen Regensburg / Ligaeinsätze: 16 (0 Tore, 2 Vorlagen)

David Raum (Greuther Fürth, Nürnberg)

Montagsspiel / Ligaeinsätze: 21 (0 Tore, 10 Vorlagen)

Jamie Leweling (Greuther Fürth, Nürnberg)

Montagsspiel / Ligaeinsätze: 20 (1 Tor, 2 Vorlagen)

Timothy Tillman (Greuther Fürth, Nürnberg)

Montagsspiel / Ligaeinsätze: 14 (0 Tore, 0 Vorlagen)

Europa

Österreich:

Julian Wießmeier (SV Ried, geboren in Nürnberg)

Startelf (bis 69.): 1:1 in Hartberg / Ligaeinsätze: 15 (2 Tore, 0 Vorlagen)

Andrew Wooten (Admira Wacker, Bamberg)

Startelf : 1:2 gegen Linz / Ligaeinsätze: 6 (3 Tore, 0 Vorlagen)

Maximilian Breunig (Admira Wacker, Würzburg)

Eingewechselt (ab 88.):1:2 gegen Linz / Ligaeinsätze: 13 (3 Tore, 0 Vorlagen)

Schweiz:

Lukas Görtler (FC St. Gallen, Bamberg)

Startelf: 2:1 gegen Luzern / Ligaeinsätze: 19 (0 Tore, 3 Vorlagen)

Niederlande:

Thorsten Kirschbaum (VV Venlo, Würzburg)

Startelf: 1:4 gegen Alkmaar / Ligaeinsätze: 18 (34 Gegentore, 1 zu Null)

Belgien:

Niklas Dorsch (KAA Gent, Lichtenfels)

Startelf: 1:1 in Mechelen / Ligaeinsätze: 25 (3 Tore, 1 Vorlage)

Luxemburg:

Dominik Stolz (Wift Hesperingen, Neuenedettelsau)

Eingewechselt (ab 59.): 2:1 gegen Mondorf / Ligaeinsätze: 9 (3 Tore, 2 Vorlage)

Ungarn:

Thomas Meißner (Puskas Akademia, Schweinfurt)

Startelf: 3:0 gegen Budafoki / Ligaeinsätze: 16 (1 Tor, 0 Vorlagen)

Türkei (2. Liga):

Tolga Ünlü (Altay SK, Erlenbach am Main)

Eingewechselt (ab 89.): 2:1 bei Demirspor / Ligaeinsätze: 17 (0 Tore, 1 Vorlage)

Cem Ekinci (Keciörengücü, Nürnberg)

Startelf (bis 84.): 0:1 gegen Ümraniyespor / Ligaeinsätze: 22 (9 Tore, 3 Vorlagen)

Welt

Australien:

Nicolai Müller (Western Sydney Wanderers, geboren in Lohr am Main)

Startelf (bis 68.): 2:2 in Wellington / Ligaeinsätze: 6 (1 Tor, 0 Vorlagen)

Philippinen:

Stephan Schröck (United City FC, Schweinfurt)

Saisonpause

USA:

Julian Gressel (DC United, Neustadt/Aisch)

Saisonpause

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