Basketball
Zweite Chance für Brose Bamberg
Center David Kravish war  mit 25 Punkten und neun Rebounds effektivster Bamberger beim Hinspielsieg in Gießen.
Center David Kravish war mit 25 Punkten und neun Rebounds effektivster Bamberger beim Hinspielsieg in Gießen.
Foto: Daniel Löb
Bamberg – Die Play-off-Teilnahme ist immer noch nicht fix. Jetzt will ein potenzieller Absteiger die Bamberger ärgern.

Viel spricht dafür, dass Brose Bamberg am Dienstagabend (19 Uhr) das letzte Play-off-Ticket in der Basketball-Bundesliga löst. Der Tabellenachte kann diesen Rang mit einem Heimerfolg gegen die Gießen 46ers im drittletzten Spiel der Hauptrunde absichern.

Doch selbst im Fall einer Niederlage gegen den Vorletzten aus Hessen könnte das Weiterkommen feststehen. Sollte der einzige noch verbliebene Rivale im Kampf um die Play-offs, die BG Göttingen, zeitgleich bei den Hamburg Towers verlieren, könnten die Niedersachsen die Oberfranken nicht mehr vom achten Platz verdrängen.

Vorsicht vor dem Außenseiter

Die Mannschaft von Brose-Trainer Johan Roijakkers trifft mit den Gießenern auf eine Mannschaft, die im Kampf um den Klassenerhalt zwar seit Wochen mit dem Rücken zur Wand steht, sich aber längst nicht aufgegeben hat. Mit zwei deutlichen Siegen (95:71 in Chemnitz und 100:82 gegen Rasta Vechta) haben die Hessen das klitzekleine Fünkchen Hoffnung am Leben erhalten.

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„Gegen die sogenannten größeren Teams haben wir uns bislang ganz gut verkauft, deshalb wollen wir in Bamberg den Sieg holen“, sagte Gießens Aufbauspieler Bjarne Kraushaar den Oberfranken am Sonntag nach dem Erfolg gegen die bereits als Absteiger feststehenden „Rastaner“ den Kampf an.

Klassenerhalt nicht in eigener Hand

Den Klassenerhalt haben die Hessen (16:48 Punkte) aber nicht mehr in der eigenen Hand. Sollten der Tabellen-16. Mitteldeutscher BC (18:44) oder der Rang-15. s.Oliver Würzburg (18:44) nur eine ihrer noch ausstehenden Partien gewinnen, wäre ihr Schicksal besiegelt.

Dennoch klammern sich die Gießener noch an den letzten Strohhalm. „Wir wollen in der Liga bleiben, dafür tun wir alles“, sagt Kraushaar. Den Formanstieg seines Teams erklärt der 21-Jährige so: „Wir haben in Chemnitz gemerkt, wie gut wir sind, wenn wir den Ball bewegen.“ 25 Assists bei den Sachsen und 24 gegen Vechta führten zu vielen offenen Würfen und einer hohen Punkteausbeute.

In Braunschweig zehn Rebounds weniger als der Gegner

Bei den Bambergern lief das Spielgerät am Sonntag in Braunschweig längst nicht so flott durch die eigenen Reihen wie zwei Tage zuvor beim Sieg gegen die Ludwigsburger. „Unsere Offensive war nicht so flüssig wie sonst“, sagte Co-Kapitän Chase Fieler nach dem 75:85 bei den Basketball-Löwen.

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Das war aber nicht das einzige Manko im Spiel seiner Mannschaft. Sowohl bei der Verteidigung des Drei-Punkte-Wurfs als auch im Eins-gegen-eins sahen die Oberfranken über weite Strecken nicht gut aus. Zudem gestatteten sie den Braunschweigern 41 Rebounds – zehn mehr, als sie selbst holten.

Kravish erwartet ein schweres Spiel

Sollten die Bamberger am Dienstag ein ähnliches Gesicht zeigen, wird die Partie gegen den Abstiegskandidaten kein Selbstläufer. Brose-Center David Kravish erwartet „ein schweres Spiel, denn sie haben nur noch eine Chance, um in der Liga zu bleiben. Sie werden hart spielen, wir müssen dagegenhalten. Vor allem den Rebound müssen wir besser kontrollieren.“

15 Punkten gegen Ludwigsburg folgten nur deren sieben in Braunschweig. Wie alle seine Teamkameraden präsentierte sich der Italiener im zweiten Spiel des vergangenen Wochenendes deutlich formschwächer. Hier punktet Vitali im Hinspiel in Gießen per Korbleger.
15 Punkten gegen Ludwigsburg folgten nur deren sieben in Braunschweig. Wie alle seine Teamkameraden präsentierte sich der Italiener im zweiten Spiel des vergangenen Wochenendes deutlich formschwächer. Hier punktet Vitali im Hinspiel in Gießen per Korbleger.
Foto: Daniel Löb

Das Hinspiel Anfang Dezember ging mit 106:99 an die Bamberger. Dabei machten sie es in der Schlussphase nach zwischenzeitlicher 19-Punkte-Führung noch einmal unnötig spannend. Bei dem Offensiv-Spektakel punkteten sechs Bamberger und fünf Gießener Akteure zweistellig.

Damals noch nicht im Team der 46ers stand John Bryant. Der Center-Koloss stieß erst im Januar zu den Hessen und ist mittlerweile hinter Aufbauspieler Diante Garrett (14 Punkte im Schnitt) zweitbester Scorer (13,5). Gegen Vechta am Sonntag glänzte „Big John“ mit einem „Double Double“ (23 Punkte/zwölf Rebounds).

Ralf Scholz löste Ingo Freyer ab

An der Seitenlinie steht bei den Gästen ein Mann, der im Hinspiel ebenfalls nicht mit von der Partie war. Ralf Scholz löste Ingo Freyer nach sechs Niederlagen in den ersten sechs Punktspielen Mitte Dezember als Chefcoach ab. Unter der Regie von Scholz, der zuvor Trainer des Gießener Farmteams in der ProB war, holten die 46ers in 26 Spielen immerhin acht Siege. Zum Klassenerhalt dürfte es aber nicht mehr reichen.

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