Migrantenrat fordert
Zentrale Aufnahmeeinrichtung Bamberg soll weg
Wenn es nach dem Migrantenrat ginge, ist das AEO hoffentlich bald Geschichte.
Wenn es nach dem Migrantenrat ginge, ist das AEO hoffentlich bald Geschichte.
Migrantinnen- und Migrantenbeirat/A-Shams
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Bamberg – Der Migrantenrat in Bamberg fordert, die zentrale Aufnahmeeinrichtung in Bamberg zu schließen. Es gebe bessere Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen.

Der Migrantenbeirat der Stadt Bamberg lehnt in einer aktuellen Stellungnahme einen Fortbestand der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) auf dem ehemaligen amerikanischen Truppengelände über den bisher vereinbarten Termin im Jahr 2025 ab und fordert dezentrale Unterbringungen möglichst schon vor 2025.

Zudem wird die Entwicklung eines alternativen Gesamtkonzepts zur dezentralen Aufnahme und Unterbringung sowie Integration geflüchteter Menschen in Bamberg empfohlen. Bamberg sei eine Stadt mit Herz und Verantwortungsbewusstsein für geflüchtete Menschen und seit 2019 auch ein „sicherer Hafen“ mit zivilgesellschaftlicher Willkommenskultur.

Damit hat die Stadt Bamberg ihre Bereitschaft unterstrichen, als Stadtgesellschaft offen zu sein und ihren Beitrag für eine humane Flüchtlingspolitik und Aufnahme der Menschen in Not zu leisten. Das zeige auch das Engagement der Verwaltung und Ehrenamtlicher in den letzten Jahren und Monaten, zum Beispiel bei der Aufnahme ukrainischer Geflüchteter.

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich in Bamberg bestätigt

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben in der praktischen Umsetzung der AEO alle Bedenken, die der Migrantenrat und weitere Engagierte bereits vor der Eröffnung der AEO hatten, bestätigt. Massenunterkünfte bedeuten eine enorme Belastung sowohl für die Bewohner als auch für die Stadt und Anwohner.

Die Anwesenheit von bis zu 2000 belasteten Menschen in einer prekären Lebenssituation ohne echte Chance zur Integration verunsichert und schürt Vorurteile. Die Situation wirkt wie ein Nährboden für antidemokratische Umtriebe populistischer und rassistischer Kräfte.

Der Migrantenrat ist überzeugt, dass bei dezentralen Lösungen eine humanere Unterbringung möglich wäre. Die Geflüchteten könnten sich besser integrieren, durch persönliche Kontakte in der Nachbarschaft entstehen nicht zusätzliche gegenseitige Vorurteile. Gerade das Beispiel ukrainischer Geflüchteter zeigt, was möglich und besser ist.

Rechtzeitige Planung ist unabdingbar

Es muss bereits jetzt eine feste Zusage für die Vertragstreue des Bundes und des Freistaates geben, das AEO spätestens 2025 zu schließen.

Es ist wichtig, die damit einhergehenden Änderungen in allen Bereichen und als Gesamtkonzept in den Blick zu nehmen: Wohnungsbau, Kita und Schulplatzentwicklung, Entwicklung der Beratungsstellen, Kapazitäten in der Ausländerbehörde und Bereitstellung von Integrationsmaßnahmen in der städtischen Planung.

Die Schließung der AEO bedeutet für Bamberg kein Ende eines flüchtlingspolitischen Engagements, sondern ein stärkeres Engagement für die Aufnahme und Integration von Geflüchteten, die dann – nicht nur in Bamberg – auf eine Zuweisung in andere Orte warten, sondern länger hier wohnen und sich ein neues Zuhause aufbauen.

Es wäre nicht nur eine Stärkung der städtischen Willkommenskultur, sondern die Verwirklichung grundlegender Menschenrechte: das Gewähren von Schutz und Würde für Menschen auf der Flucht.

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