Marktgemeinderat
Weitere Flächenversiegelung stört Räte
Neben dem im Bau befindlichen Getränkemarkt (rechts) soll noch eine Aldi-Filiale entstehen.
Neben dem im Bau befindlichen Getränkemarkt (rechts) soll noch eine Aldi-Filiale entstehen.
Foto: Barbara Herbst
Hirschaid – Aldi-Projekt zwischen Köttmannsdorf und Sassanfahrt stößt nicht nur auf Zustimmung. Hirschaid will viel „öko“ bei den Planungen berücksichtigt sehen.

Die Erweiterung des „Nahversorgungszentrums II” zwischen Köttmannsdorf und Sassanfahrt um einen Aldi-Markt beschäftigte den Marktgemeinderat Hirschaid in seiner jüngsten Sitzung und wird es wohl noch einige Male mehr tun. Die weitere Versiegelung von Grünland stößt eben nicht nur auf Gegenliebe.

Die maximal zulässige Verkaufsfläche in dem Neubau, der im Anschluss an den im Bau befindlichen Getränkemarkt erstellt werden soll, wurde auf 1200 Quadratmeter festgesetzt. Erschließung und Parkplatzfrage sind abgehakt. Es geht hauptsächlich um den Versuch, den Investor und den künftigen Mieter davon zu überzeugen, dass der Grundstücksverbrauch für einen ebenerdigen Markt nicht mehr zeitgemäß ist. Stichwort: Flächenfraß. Ein Stockwerk draufzusatteln, das Dach sofort mit einer Photovoltaikanlage zu bestücken oder wenigstens zu begrünen – all das bleibt zumindest vorerst ein frommer Wunsch einiger Marktgemeinderäte.

Diplom-Ingenieur Franz Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz verwies darauf, dass die Aufstockung solcher Einkaufsmärkte derzeit ausschließlich in Großstädten sinnvoll und wirtschaftlich sei. Nach den Baugesetzen müsse lediglich Vorsorge für die spätere Errichtung einer Solaranlage getroffen werden. Da allerdings will der Markt Hirschaid einhaken und mit Hilfe eines städtebaulichen Vertrags den Investor festnageln, umgehend Sonnenenergie auf dem Dach einzufangen und zu nutzen. Im Übrigen wurde der Vorentwurf mehrheitlich gebilligt. Er geht nun ins öffentliche Anhörungsverfahren.

Die Nachverdichtung alter Baugebiete genießt in Hirschaid seit Jahren einen hohen Rang, auch wenn diverse Projekte mit der heißen Nadel gestrickt sind. Meist regt sich massiver Widerstand aus den Bewohnern der direkten Umgebung. So wurden erhebliche Bedenken gegen das Vorhaben, zwischen Hof- und Nürnberger Straße eine Baulücke durch ein Fünf-Familien-Haus zu schließen, vorgetragen.

Diese kann nur durch eine 60 Meter lange und drei Meter breite Stichstraße erreicht werden. Begegnungsverkehr ist da nicht möglich, für Müllabfuhr und Feuerwehr wird es knapp, Ein- und Ausfahrt an der Hofstraße scheinen problematisch. Die Fachbehörden, der Kreisbrandrat und andere Beteiligte winkten den Bebauungs- und Grünordnungsplan Hofstraße 4b jedoch durch, so dass der Stadtplaner Jörg Meyer vom Büro Höhnen & Partner Zustimmung empfahl. Sieben Marktgemeinderäte weigerten sich.

Für den Bebauungs- und Grünordnungsplan „Stiberstraße 16” wurde der Billigungs- und Auslegungsbeschluss gefasst. Hier müssen zahlreiche Empfehlungen der Deutschen Bahn berücksichtigt werden, weil das Grundstück nahe an der Bahntrasse liegt. Außerdem befindet es sich in der weiteren Schutzzone des Wassereinzugsgebietes „Hirschaider Büsche”.Daraus erwächst eine Reihe von Auflagen, die der Bauherr zu beachten hat. Errichtet werden soll ein dreigeschossiges Gebäude mit zwölf Wohneinheiten in Form von Ein- oder Zweizimmerappartements. An Wohnungen für Singles und Kleinstfamilien mangelt es bislang in Hirschaid.

Vom Marktgemeinderat bestätigt wurde die Wahl von Lukas Wittmann zum Ersten Kommandanten der freiwilligen Feuerwehr Köttmannsdorf sowie dessen Stellvertreterin Lara Stöhr. Sie muss aber noch den Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr” absolvieren.