Politik
Wie ein Buttenheimer die Mächtigen beeinflusst
Johannes Röder ist einer von vier deutschen Delegierten beim Y7-Summit.
Johannes Röder ist einer von vier deutschen Delegierten beim Y7-Summit.
Foto: privat/Screenshot
Buttenheim – Am Wochenende laufen die Verhandlungen im Y7-Summit, dem G7-Jugendgipfel. Ein junger Buttenheimer mischt als Delegierter mit.

Buttenheim„Die Meinung der Jugend soll berücksichtigt werden!“, sagt Johannes Röder. Deshalb nimmt der in Buttenheim aufgewachsene Student als einer von vier deutschen Delegierten in diesen Tagen am Y7-Summit (G7-Jugendgipfel) teil.

Wie kam er dazu? „Ich habe mich einfach beworben. Es gab eine Ausschreibung und dann habe ich ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf hingeschickt. Das war’s“, erzählt der 22-Jährige. Schon lange engagiert sich Röder – unter anderem bei CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) . Hier war er zurerst als Jugendlicher in Buttenheim-Hirschaid als Mitarbeiter im Jugendcafé aktiv. 2017/18 führte ihn ein Weltwärts-Freiwilligendienst zur Entwicklungszusammenarbeit nach Santiago de Chile. So wurde er dann auch auf den Y7-Summit aufmerksam. Derzeit studiert Röder Informatik an der Universität in Aachen.

Was ist der Y7-Summit?

2021 ist Großbritannien Austräger des Gipfels. Die G7-Länder (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und den USA) schicken jeweils vier junge Erwachsene als Delegierte. Der Auftrag: Die Abgesandten versuchen auf die Entscheidungen der Länder beim nächsten G7-Gipfel Einfluss zu nehmen. Dies geschieht, indem sie ihre eigenen Forderungen und Wünsche in einem Kommuniqué zusammenfassen.

Insgesamt gibt es vier übergeordnete Bereiche: Digitales und Technologie, Gesundheit, Wirtschaft sowie Klima und Umwelt. Johannes Röder kümmert sich um den Bereich Digitales und Technologie. Hier gibt es noch weitere Unterthemen wie digitale Bildung, Digitale Handlungsfähigkeit und Social Media. Für Röder hat vor allem Letzteres eine große Bedeutung. „Hier geht es zum Beispiel um Datenschutz, Falschinformationen, Belästigungen und Suchtpotential. Für mich ist das ein sehr persönliches Thema. Ich finde es sehr interessant und spannend, denn Social Media bietet viele positive Möglichkeiten, aber auch große Gefahren“, erklärt der Buttenheimer.

Der erste Teil des Summits, die Vorbereitungen, begannen schon Ende Februar. Hier wurden erste Themensammlungen und Umfragen erstellt. Seit Mitte April gab es nun wöchentliche Verhandlungen. Am vergangenen Sonntag wurde dann über das gemeinsam erstellte Kommuniqué abgestimmt. An diesem Wochenende wird es erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Auf der Website futureleaders.network/y7home ist ein Livestream zu finden. Doch damit ist der Y7-Summit noch nicht vorbei – es folgen einzelne Sitzungen, bei denen die Delegierten die Möglichkeit haben, ihre Handlungsempfehlungen weiterzugeben.

Hohe Erwartungen

Röder selbst findet die Idee des Y7-Summits gut. „Ich mag den Leitgedanken und profitiere auch davon, indem ich die Chance habe, mit Politikern zu sprechen. Was gesagt wird, kommt auch an.“ Trotzdem gibt es auch ein wenig Kritik: „Ich finde, dass die Organisatoren darauf achten müssen, dass sie an der Jugend dran bleiben. Die Veranstaltung mit ihren Delegierten sollte immer noch repräsentativ für die Bedürfnisse und Meinungen der Jugendlichen stehen.“

Etwas mehr hätte sich der 22-Jährige von den Handlungsformulierungen erwartet: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir hier noch deutlicher werden. Aber vor allem hoffe ich, dass sie auch umgesetzt werden.“