Telefonaktion
Schilddrüse: Leser fragen, Experten antworten
Zur Diagnose einer möglichen Schilddrüsen-Fehlfunktion kommt auch Ultraschall zum Einsatz.
Zur Diagnose einer möglichen Schilddrüsen-Fehlfunktion kommt auch Ultraschall zum Einsatz.
Foto: Andriy Popov/PantherMedia/dpa
Forchheim – Die Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen stehen im Mittelpunkt unseres Leserforums am Dienstag, 23. November.

Sie ist bei Erwachsenen nur etwa 20 Gramm schwer, beeinflusst aber unser Leben auf eine Art und Weise wie sonst kaum ein anderes Organ: Die Schilddrüse. Sie kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Erkrankungen mit sich bringen, die behandelt werden müssen.

Bei einer Telefonaktion dieser Zeitung können Betroffene und Interessenten am Dienstag, 23. November, mit zwei Fachärzten über Diagnose und Therapie aller Schilddrüsenerkrankungen sprechen.

So erreichen Sie unsere Experten

Von 17 bis 18.30 Uhr stehen folgende Experten unseren Lesern Rede und Antwort: Dr. Roland Wondra, niedergelassener Nuklearmediziner und Schmerztherapeut im Radiologieteam Dr. Strühn und Kollegen in Forchheim, und Dieter Regnet, Oberarzt, Chirurg und Schilddrüsenexperte am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. Die dortige Abteilung für Allgemeinchirurgie ist eines von 93 geprüften Schilddrüsenzentren in Deutschland.

Dieter Regnet ist am 23. November von 17 bis 18.30 Uhr unter der Telefonnummer 0951/188-221 erreichbar, Dr. Roland Wondra unter 0951/188-226.

Das Deutsche Schilddrüsenzentrum ist eine Informationsplattform rund um die Schilddrüse und deren Behandlungsmöglichkeiten, die Ärzt*innen und Kliniken mit überdurchschnittlicher Expertise auf diesem Gebiet vereint. Auf dem Portal www.deutsches-schilddruesenzentrum.de gibt es neben Infos über die Symptome, Auswirkungen, Diagnosen und Therapien auch die Möglichkeit, nach Ärzten und Kliniken vor Ort suchen. In Franken listet das Portal außer Forchheim auch die Haßberg-Kliniken, das Krankenhaus in Lauf an der Pegnitz und das St. Theresien-Krankenhaus in Nürnberg auf.

Der Körper braucht zusätzliches Jod

Die Schilddrüse zählt zu den lebensnotwendigen Hormondrüsen im Körper und liegt im Hals knapp unterhalb des Kehlkopfes an der Vorderwand der Luftröhre. Sie produziert für viele Organfunktionen wichtige Hormone. Für ihre gesunde Funktion und die Erzeugung der Schilddrüsenhormone benötigt sie Jod, das als lebenswichtiges Spurenelement mit der Nahrung zugeführt werden muss. Der Körper kann es nicht selbst bereitstellen. Jod ist unter anderem in Fisch, grünem Gemüse, Milchprodukten, Nüssen, Salz, aber auch Mineralwasser enthalten.

Bis zu einem gewissen Grad ist es möglich, durch eine ausreichende Jodzufuhr Schilddrüsenerkrankungen vorzubeugen. Das Jod gelangt über den Darm ins Blut bis in die Schilddrüse. Dort wird es nach mehreren Zwischenschritten in die Schilddrüsenhormone eingebaut. Zuviel oder zu wenig Jod kann zu Funktionsstörungen führen. Zu den häufigsten Erkrankungen dieses Organs gehören die Schilddrüsenvergrößerung (mit oder ohne Knoten), eine Über- sowie eine Unterfunktion, chronische Entzündungen (bekannt unter Hashimoto), Morbus Basedow (Autoimmunkrankheit der Schilddrüse) oder Schilddrüsenkrebs.

All diese Erkrankungen können in jedem Alter auftreten und kommen häufig vor. „Schilddrüsenknoten nehmen mit zunehmendem Alter zu. Fast jeder zweite Mensch ab 60 Jahren ist davon betroffen“, erklären die Experten Regnet und Wondra. Die meisten dieser Knoten müsse man nicht operieren, aber im Verlauf kontrollieren. Mindestens eine krankhafte Schilddrüsenveränderung bilde sich im Laufe des Lebens bei etwa jedem dritten Erwachsenen.

Unterschieden werde grundsätzlich zwischen hormonellen Fehlfunktionen, die verantwortlich sind für die Über- oder Unterfunktion, und der Größe und Beschaffenheit der Schilddrüse, die mit Vergrößerungen, Knoten und Tumoren einhergeht.

Interdisziplinäre Diagnose und Therapie

Die Erkrankungen können unterschiedliche körperliche oder psychische Symptome verursachen, weshalb sie oft von Ärzt*innen mehrerer medizinischer Disziplinen untersucht und behandelt werden. Oft helfen Medikamente, manchmal muss laut Regnet und Wondra aber auch operiert werden: Zum Beispiel bei Tumorverdacht, mechanischer Behinderung beim Schlucken, Atmen, Sprechen oder einem möglicherweise durch mechanischen Druck verursachten Räusperzwang, bestimmten Entzündungen und wenn eine Schilddrüsenüberfunktion konservativ nicht sinnvoll behandelt werden kann.

Alle Aspekte aus diesem Themengebiet können bei unserer Telefonaktion am Dienstag mit den Experten besprochen werden. Die Anrufe werden auf Wunsch anonym behandelt.