Ärgernis
Erba-Erdhaufen: Antworten auf Bürger-Fragen
Rund 80 Anwohner nahmen an der Bürgerinformationsveranstaltung am Erba-Erdhaufen teil.
Rund 80 Anwohner nahmen an der Bürgerinformationsveranstaltung am Erba-Erdhaufen teil.
Foto: Stadtarchiv Bamberg, Sonja Seufferth
Bamberg – Der Schuttberg auf der Erba-Insel regt die Anwohner auf. Am Dienstagabend standen Vertreter der Stadtverwaltung Rede und Antwort.

Rund 80 Anwohner sind am Dienstagabend laut Mitteilung der Stadt Bamberg zur Bürgerinformation am und über den Erdhaufen auf der Erba-Insel gefolgt. Vertreter der Stadtverwaltung erklärten dabei den Sachstand und beantworteten die drängenden Fragen der Anwohner.

Vorne „moderat“, hinten stärker belastet

Wie schwerwiegend ist die Kontamination des Haufwerks? Die von Bauunternehmen abgelagerte Erde mit Bauschuttbestandteilen sei unterschiedlich stark belastet. Der designierte Leiter des Umweltamtes, Tobias Schenk, spricht beim vorderen Teil des Haufens (Richtung Erba-Brücke) von einer „moderaten Belastung“. Schwerwiegender sei die Analyse des hinteren Teils, wo in einer von vielen Proben deutlich erhöhte Mengen von Kupfer und Zink nachgewiesen wurden. Deshalb sei hier, aber auch nur hier, eine Abdeckung des Haufwerks durch eine reißfeste Folie verlangt worden. Schenk betont, dass auch von dem hinteren, stärker belasteten Stück „keine akute Gefahr ausgeht, sonst hätten wir hier schon handeln können.“

Eine halbe Million Euro Kosten

Wie teuer dürfte eine Entsorgung des Erdreichs sein? Einen konkreten Kostenvoranschlag gibt es nicht. Schenk schätzt die reinen Entsorgungskosten auf rund eine halbe Million Euro. Diese „Hausnummer“ wurde von weiteren Bauexperten vor Ort als realistisch bestätigt.

Was unternimmt die Stadt, damit der unansehnliche Erdhaufen baldmöglichst abgetragen wird? Die Stadt Bamberg habe als Umweltbehörde parallel drei umwelt- und verwaltungsrechtliche Verfahren teilweise mit Androhung von Zwangsgeld gegen den Projektentwickler laufen. Dabei geht es um die Entfernung des Haufwerks, um die Nachbesserung der Abdeckung des relevanten Teilhaufwerks und um das Einsammeln der Kunststoffschnipsel, die aus der ersten zerrissenen Abdeckung des gesamten Haufwerks entstanden sind. Zweitens geht die Stadt gegen ihren Vertragspartner vor und verlangt die Erfüllung der noch ausstehenden Erschließungsleistungen, die in einem städtebaulichen Vertrag aus dem Jahr 2006 und weiteren Nachträgen geregelt sind. Drittens hat die Staatsanwaltschaft unabhängig davon strafrechtliche Ermittlungen wegen des möglichen Betreibens einer illegalen Deponie eingeleitet.

Stadt will nicht auf Kosten sitzen bleiben

Warum entfernt die Stadt den Erdhaufen nicht auf eigene Kosten? Die Behörde dürfe Gerichtsentscheidungen nicht vorgreifen und vollendete Tatsachen schaffen, sondern lediglich mit dem mildesten Mittel dringliche Gefahren bzw. ansonsten drohende Schäden abwenden. Die Gefahr wäre sonst sehr hoch, dass die Stadt auf den Kosten sitzen bleibt und sich dann die Verschwendung von öffentlichen Mitteln vorhalten lassen muss. Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters sollen die Bewohner der Erba-Insel einen Vertreter benennen, der sich künftig eng mit der Stadt austauschen und über Neuigkeiten zeitnah informiert werden soll.