Wirtschaft
Bamberger Hafen erhöhte Güterumschlag
Im Bamberger Hafen werden Güter umgeschlagen.
Im Bamberger Hafen werden Güter umgeschlagen.
Foto: „Bayernhafen“
Bamberg – Das Unternehmen „Bayernhafen“ machte 2021 in Bamberg im Warenverkehr einen deutlichen Sprung nach vorne.

Der „Bayernhafen“, zu dem der Standort Bamberg gehört, bündelt Güter und verlagert Langstreckenverkehre weg von der Straße auf die beiden umweltfreundlichen Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn. So schlug „Bayernhafen“, wie das Unternehmen mitteilte, 2021 über seine sechs Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau insgesamt 9,15 Millionen Tonnen Güter per Schiff und Bahn um – das ist ein Plus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In Bamberg wurden den Angaben zufolge 2021 per Schiff und Bahn 563.753 Tonnen Güter umgeschlagen und damit ein Plus von 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. Dies entspricht pro Tag über 90 eingesparten Lkw-Fahrten.

Weit über Vorjahresniveau

Per Schiff lag der Güterumschlag 2021 im Bamberger Hafen mit 289.121 Tonnen weit über dem Vorjahresniveau: 21,9 Prozent mehr als die im Jahr 2020 umgeschlagenen 237.187 Tonnen. Der Zuwachs ist deutlich im Bereich der Futtermittel und land-/forstwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erkennen.

Auch der Bahnumschlag im „Bayernhafen“ Bamberg ist laut Unternehmensangaben „auf Kurs“. Mit knapp 20 Prozent Zuwachs wurden im vergangenen Jahr 274.632 Tonnen per Bahn umgeschlagen. Hauptumschlagsgüter waren vor allem Container sowie Agrargüter. In Summe wurden damit 563.753 Tonnen von der Straße auf Wasser und Schiene verlagert.

Das Terminal für den kombinierten Verkehr in Bamberg erreichte 2021 nahezu das Vorjahresniveau. Mit 28.880 TEU (twenty foot equivalent unit; ein TEU entspricht einem 20-Fuß-Container) liegt der Wert nur knapp unter dem Wert von 2020 mit 29.797 TEU. Das Terminal verbindet die Region Bamberg dank regelmäßiger Zugverbindungen mit den Nordseehäfen Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven.

Wichtige Drehscheibe

„In jeder unserer Standortregionen sind wir Güterdrehscheibe für Import und Export und Motor der regionalen Wirtschaft. Für eine zuverlässige Versorgung der Region und einen umweltfreundlicheren Güterverkehr per Schiff und Schiene braucht es unsere Binnenhäfen mit ihrer Infrastruktur“, sagt Joachim Zimmermann, der Geschäftsführer von „Bayernhafen“. Und weiter: „Grundlage dafür sind langfristige Investitionen in die trimodale Hafeninfrastruktur und die konzentrierte Ansiedlung von Logistikunternehmen.“

Nicht einschätzbar ist den Angaben des Unternehmens zufolge das Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und auf die Logistikbranche und die internationalen Lieferketten.

Zukunftsweisend

Im Bereich der Schwergutumschläge war der Standort Bamberg 2021 wichtig für den Umschlag der Mega-Trafos für das Umspannwerk in Würgau. Aber auch zahlreiche Fertiggaragen und ein übergroßes Stahlbauteil für eine Windkraftanlage kamen per Binnenschiff und wurden im Hafen Bamberg an Land gehoben. „Hinsichtlich dieser Volumina ist der Ausbau unserer Schwergut-Infrastruktur zukunftsweisend“, sagt Anja Bokeloh, die Leiterin für Technik und Betrieb in Bamberg. „Das Binnenschiff ist bei Schwerlasttransporten allen anderen Verkehrsträgern überlegen.“

Das Unternehmen teilt ferner mit, dass „Bayernhafen“ insgesamt sieben Landstrom-Ladesäulen für Flusskreuzfahrt- und Güterschiffe mit einem Investment von zwei Millionen Euro errichtet. Die landseitige Versorgung mit Strom für Hotelschiffe am Kai 5 soll ab Sommer 2022 zur Verfügung stehen. Ergänzend entstehen Stromtankstellen für Güterschiffe.

Zahlen und Daten

Die Hafenfläche in Bamberg beträgt etwa 96 Hektar. Das entspricht rund 135 Fußballfeldern. Davon 51 Hektar Ansiedlungsfläche. Es gibt zwei Hafenbecken, 1900 Meter Kaianlagen und ein Gleisnetz von 8,5 Kilometern. 70 Firmen mit rund 1800 Arbeitsplätzen sind im Hafen angesiedelt. Die Firma „Bayernhafen“ beschäftigt 15 Mitarbeiter in Bamberg.