Traurige Gewissheit
McFit-Gründer Rainer Schaller ist tot
Rainer Schaller im August 2019 in seiner Berliner Wohnung.
Rainer Schaller im August 2019 in seiner Berliner Wohnung.
Foto: Steffen Roth
von dpa
Schlüsselfeld – Zwei Wochen nach dem Flugzeugabsturz wurden die gefundenen Leichen identifiziert. Das Unternehmen verkündete die traurige Nachricht auf Instagram.

Die Hoffnung war sehr gering, jetzt ist es offiziell: Der Schlüsselfelder Unternehmer Rainer Schaller, Gründer der Fitnessstudiokette McFit, ist tot. Das gab die McFit-Unternehmenszentrale am Freitag über seinen Instagramaccount bekannt. Demnach sollen die costa-ricanischen Behörden die beiden bislang einzig geborgenen Leichen als Schaller und dessen Sohn identifiziert haben.

"In dieser schwierigen Zeit gilt unser ganzes Mitgefühl den Angehörigen aller Menschen, die bei diesem Unglück ihr Leben verloren haben oder nach wie vor verschollen bleiben", heißt es weiter in dem Statement.

 

 

Am vergangenen Dienstag (1. November) war die Suche elf Tage nach dem Absturz vor der Küste von Costa Rica endgültig eingestellt worden. Es seien keine weiteren Hinweise gefunden worden, sagte der Direktor der costa-ricanischen Küstenwache, Martín Arias. 

An Bord des Privatflugzeugs befanden sich zum Zeitpunkt des Absturzes am 21. Oktober der McFit-Gründer Schaller, seine Partnerin, die beiden Kinder, ein weiterer Deutscher und der Schweizer Pilot. Die Maschine kam aus Mexiko und war nahe der Karibikküste von Costa Rica ins Meer gestürzt. Die Ursache des Absturzes ist weiter unklar.

Schaller stammt aus Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg), hier hat auch seine RSG Group ihren offiziellen Sitz. Er wurde 1969 in Bamberg geboren und gründete 1997 sein erstes Fitnessstudio in Würzburg. Er setzte auf das Discountprinzip im Fitnessbereich und schaffte mit McFit eine riesige Studiokette. Zur RSG Group gehören auch andere Fitnessmarken wie John Reed, Gold's Gym und Cyberobics. Aber auch in anderen Bereichen war Schaller aktiv: Zu dem Konzern gehören beispielsweise auch Modelagenturen und das Künstlermanagement Tigerpool.

Schaller war auch als Rechteinhaber im Zusammenhang mit der Loveparade-Katastrophe 2010 in Duisburg mit 21 Toten und mehr als 650 Verletzten in die Schlagzeilen geraten. Als damaliger Chef der Veranstalter-Gesellschaft wurde aber nie gegen ihn ermittelt. In dem späteren Strafprozess gegen Mitarbeiter der Stadt Duisburg und seiner Firma Lopavent trat er als Zeuge auf. 2020 wurde das Verfahren ohne Urteil eingestellt - wegen vermutlich zu geringer Schuld. Vor Gericht sprach Schaller in dem Prozess im Frühjahr 2018 den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

 

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